Redaktion

Italien: Sardinienbericht von Vincent Langer

01.04.2010

Im Februar 2010 packte Vincent Langer die Lust auf Sonne und Windsurfen. Da kamen die Semesterferien grade recht. Er schickte uns einen Reisereport von seiner Winterflucht nach Sardinien.

Vincent Langer auf Sardinien - im Hintergrund läuft Nordswell in die Bucht.

Es ist der 2.0 Februar 2010 und wir wissen nicht wo wir den Schnee der letzten Monate auf unserer Auffahrt noch hin schaufeln sollen! Es gibt nur noch einen Ausweg. Ab in den Süden. Ziel: Sardinien.

Der Beginn der Semesterferien nähert sich. Wir packen den Bus und ab geht’s über die - man wird lachen - schneefreien Alpen nach Piombino. Von dort mit der Fähre in den Norden Sardiniens. Von Kiel nach Piombino sind es schlappe 1600 km auf der Autobahn die, wegen der Vorfreude endlich wieder aufs Wasser zu können, wie im Flug an uns vorbei ziehen. Es gab für diese Jahreszeit sogar einen Special Price für die Fährfahrt - Piombino/Olbia/Piombino – für nur knappe 150 Euro für ein Mobil bis sechs Meter inklusive zwei Personen. Nach sieben Stunden Fährfahrt über Nacht begrüßt uns der Sonnenaufgang in Olbia auf Sardinien.

Nur noch 40 km zum angeblich windreichsten Spot Europas. Zum Frühstück am Strand begrüßten uns eine Herde Delfine, die ihre Bahnen in der Bucht von Porto Pollo zogen. Sonne und knappe 15 Grad, Wind für das 9.0er und den neuen iSonic 133 lassen mein Herz höher schlagen, doch das Wasser war mit zwölf Grad kälter als gedacht und leichte Zweifel kamen, ob ich nicht vielleicht doch den dicken Anzug und Neoprenschuhe hätte mitnehmen sollen. Bis zum Wochenende schien die Sonne täglich und der Wind wehte aus West für Formula-Material. Der DWC-Neueinsteiger Thomas aus dem Erzgebirge war täglich mit mir auf dem Wasser und wir machten nette Touren zu anderen Inseln.

Die nordeuropäische Großwetterlage macht sich nun auch hier bemerkbar, es wurde kalt. Höchstens zwölf Grad, aber der Windchill (das ist die gefühlte Temperatur in Wind) war höchstens vier Grad. Der nicht aufhörende NW-Wind fegte fast eine Woche mit bis zu 45 Knoten über den Norden Sardiniens hinweg. Wenn das 4,4er für einen Racer zu groß wird, macht es langsam auch keinen Spaß mehr. Und ohne Sturmhaube ging gar nichts mehr. Die Italo-Lokals fuhren sogar mit Schuhen, Haube und Handschuhen. Sogar nachts mussten wir mit dem Bus in Wohnsiedlungen fahren. Der Wind schüttelte das Auto so durch, dass wir nicht schlafen konnten und der ständige Regen, sogar Hagel prasselte so laut auf dem Dach, dass ich oftmals nachts wegen des Lärms wach in der Koje lag.

An einem der “Schlechtwettertage” sind wir weiter in den Süden gefahren, da der Wind in Porto Pollo einfach zu stark war. Große Wellen und einen ein Kilometer langen Sandstrand fanden wir in Badesi Mare. Bedingungen wie auf Sylt, nur mit einer atemberaubenden Landschaft im Hintergrund. Große Wellen, viel Strömung und chaotische Wellen, aber ein gutes Training.

m Bilder zu machen montierte ich meine neue GoPro Kamera an den Mast. Leider flog die Knipse beim zweiten Akt im hohen Bogen ins Mittelmeer und weg war sie. Nächsten Morgen besorgte ich mir eine Taucherbrille und tatsächlich fand ich die Kamera wieder, im vier Meter tiefen Wasser. Glück muss man haben! Und die Pics waren auch gerettet! Nach zehn Tagen Überhack und Freestyle war wieder schönes Wetter, Sonne und zehn bis 15 Knoten. Von den bis jetzt 21 Tagen, die ich auf der Insel war, gab es zwölf Tage Wind für Wave und Freestyle und ich hatte bis dahin sechs wirklich schöne Formula- und Slalom-Tage.

Die letzten zwei Wochen begannen und Sardinien zeigte sich von seiner allerschönsten Seite. Sonnige 20 Grad und wirklich jeden Tag Wind. Es war unglaublich. Sogar die Schildköten kamen aus ihren Verstecken und ließen sich die Sonne auf den Panzer scheinen. Da Ostern langsam näher rückte, füllte sich nun auch langsam der Parkplatz von Porto Pollo. Es kamen Deutsche, Holländer, Tschechen, Österreicher und Schweizer. Der Parkplatz wurde zum Campingplatz, da der Campingplatz auf der Isola die Gabbiani noch geschlossen war. Nur Grillen wurde von der Polizei mit bösen Blicken und einem kleinen Anschiss bestraft. Doch sobald der Campingplatz wieder aufhaben würde, sei das Camping auf dem Parkplatz vorbei, prognostizierte der LangzeitSardinien-Camper Rudi aus Österreich.

Die Tage vergingen wie im Fluge doch nach jetzt einem Monat machen sich die ersten Verschleißerscheinungen breit. Die Füße und Hände sind aufgeschürft, die Lippe pellt und die Pizza schmeckte nur noch halb so gut wie am Anfang. Dies waren die ersten Zeichen des Aufbruchs.

Mit der Fähre ging es von Olbia nach Piombino und die 1600 Kilometer Autofahrt kamen mir mit 100 km/h auf der rechten Spur auch gar nicht mehr so kurz vor. Aber auf eines freue ich mich richtig: Endlich wieder frisches Schwarzbrot….

Zusammenfassend kann ich sagen, dass Sardinien im Frühjahr auf jeden Fall eine Reise wert ist. Da man nicht auf den Campingplatz mus,s ist es wirklich extrem günstig und leere Strände und Buchten bleiben einem mit Sicherheit lange in Erinnerung.

Unter www.portopollo.it findet ihr auch eine Webcam direkt vom Spot.

Ein Video von den Tagen auf Sardininen findet Ihr auf YouTube ->

Bis dahin

Hang Loose und habt Spaß

Vinc

Vincent hängt sich voll rein.

Badesi Mare

Und die Kamera hält noch ...

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