Redaktion

Italien: Spot Guide Sant Antioco - Sardinien

  • Chris Hafer
30.04.2018

Jeder kennt Porto Pollo im Norden Sardiniens. Dass es aber im Südwesten der Insel, rund um Sant Antioco, Flachwasserspots gibt, die vergleichbare Bedingungen und ein verlässliches Windsystem im Sommer bieten, dürfte vielen Windsurfern unbekannt sein. Chris Hafer war dort – und kommt wieder.

Italien: Spot Guide Sant Antioco - Sardinien

Kommt man als Windsurfer nach Sant Antioco, könnte man meinen, dass hier einst den Windgöttern geopfert wurde, denn Sa Barra, etwa fünf Kilometer nördlich der Inselhauptstadt gelegen, dürfte einer der windsichersten Orte Sardiniens sein. Die Insel ist durch einen bereits zur römischen Besatzung Sardiniens aufgeschütteten Damm mit dem Festland verbunden. Lediglich ein schmaler Kanal gibt die Möglichkeit zum Wasseraustausch. So bildet sich eine Lagune, an deren nördlichen Ende Sa Barra liegt. Bedingt durch die Berge auf dem Festland und die Hügel auf Sant Antioco ergibt sich so eine perfekte Düse für den lokalen Thermikeffekt. Die Lagune ist durch eine weitere vorgelagerte Insel, namens Carloforte, geschützt. Dadurch ist das, was für die begnadeten phönizischen Seefahrer der perfekte Hafen war, heute für Windsurfer das perfekte Freestyle- und Freeriderevier.

Den gesamten Spot Guide mit diesen Spots gibt es unten im Downlload-Bereich als PDF:

Jeder kennt Porto Pollo im Norden Sardiniens. Dass es aber im Südwesten der Insel, rund um Sant Antioco, Flachwasserspots gibt, die vergleichbare Bedingungen und ein verlässliches Windsystem im Sommer bieten, dürfte vielen Windsurfern unbekannt sein. Chris Hafer war dort – und kommt wieder.

  • Italien: Spot Guide Sant Antioco - Sardinien

  • Mediteranes Flair im Hauptort Sant Antioco: Hier kann man in zahlreichen Bars und Restaurants auf einen gelungenen Surftag anstoßen – und davon gibt es hier ziemlich viele. 

  • Spot Sa Barra

  • Surfcenter und Übernachtungsmöglichkeiten gibt‘s am Spot Sa Barra in geringer Entfernung.

  • Flachwasser-Bedingungen am Spot Sa Barra 

  • Porto Botte (im Foto) und Sa Barra sind dank perfekter Flachwasserbedingungen Lieblingsspots vieler Aufsteiger, Slalomheizer und Freestyle-Pros. 

  • In Punta Trettu muss man sich mit Kitern anfreunden.

  • Calasetta ist die Alternative für Wavefans – wenn der Mistral richtig feuert.

INFOS

Reisezeit, Klima und Neoprenempfehlung: Sant Antioco wird von verschiedenen Windsystemen befeuert – laut Aussage der Locals sind die Bedingungen an 250 Tagen im Jahr windsurftauglich: Verantwortlich dafür ist einerseits der Mistral aus West bis Nordwest, der seinen Ursprung im Süden Frankreichs hat, vor allem im Winterhalbjahr oft mit Sturmstärke auftritt und auf seinem Weg übers offene Mittelmeer solide Wellen aufbaut. Darüber hinaus wird Sant Antioco im Sommerhalbjahr (März bis September) von einer verlässlichen Thermik aus West bis Nordwest verwöhnt. Eine Vorhersage von 7-8 Knoten aus WNW bedeutet in der Regel einen soliden Surftag, mit Gleitwind ab Mittag und satten 5-6 Bft. am Nachmittag. Aber auch richtig starke Tage für Segel deutlich unter 5 qm sind keine Seltenheit. Auch Scirocco (SO) wird durch lokale Effekte deutlich verstärkt und kommt in Sa Barra sideshore von rechts. Damit der Wavespot Calasetta funktioniert, ist Mistral aus WNW-NW mit über 25 Knoten nötig. Im Winter sinkt das Thermometer kaum unter 14 Grad, ein 5/3er-Neo ist immer fahrbar, im Sommer tut‘s bei durchschnittlich 26 Grad (August) ein Kurzarm oder Shorty. Schuhe sind aufgrund der teilweise felsigen Einstiege von Vorteil.

Anreise: Günstige Airlines wie EuroWings, Alitalia, TuiFly oder Ryan Air fliegen regelmäßig aus Deutschland nach Sardinien, etwa nach Olbia, Al­ghero oder Cagliari. Wie immer sollte man Material vorher anmelden und die Gepäckbedingungen der jeweiligen Airline checken. Mietwagen über die etablierten Anbieter zu buchen ist oft teurer als über lokale Portale wie www.rent.it. In jedem Fall sollte man auf ausreichende Versicherung des Fahrzeugs achten. Perfekt ist die Anreise mit eigenem Gefährt via Fähre, z.B. von Livorno, Piombino, Genua, Civitavecchia, Neapel oder den südfranzösischen Häfen Nizza und Toulon.

Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe SURF 8/2017 können Sie in der SURF App (iTunes und Google Play) lesen – die Print-Ausgabe erhalten Sie hier.

PDF-Downloads

  • 1,99 €
    Italien: Sant Antioco - Sardinien

    Mode: article_pdf_download
    Mode-Category: shop
    Preis: 1,99 €
Weitere Stories

  • Italien: Süd-Sardinien

    23.09.2008

    Runter von der Fähre in Olbia und dann gleich rechts hoch nach Porto Pollo – das ist der Weg der Surf-Lemminge auf ...

    Mode: autoRelated
    Mode-Category: article
    Preis: not defined
  • Italien: Spot Guide Sardinien Nord

    29.08.2013

    Der kleine Kontinent verzückte in den 70ern mit seiner wilden Schönheit sogar Robby Naish. Und auch wenn sich heute ...

    Mode: autoRelated
    Mode-Category: article
    Preis: not defined
  • Italien: Lago di Bolsena

    03.04.2009

    Etruskische Städtchen säumen den Krater, gefüllt mit Trinkwasser – behaupten die Fischer. Keine Betonbauten, nur ...

    Mode: autoRelated
    Mode-Category: article
    Preis: not defined
  • Italien: Gardasee alternativ

    01.08.2014

    Teuer, überlaufen, keine Parkplätze (und zu viele Deutsche) – die Liste der Vorurteile dem knapp vier Autostunden ...

    Mode: autoRelated
    Mode-Category: article
    Preis: not defined
  • Italien: Wintersturm am Gardasee

    05.05.2016

    Fabio Calo hatte jahrelang auf diesen Tag gewartet. Ein epochaler Nordsturm fegte über den Lago und lieferte ...

    Mode: autoRelated
    Mode-Category: article
    Preis: not defined
  • Italien: Windsurfspots in der Toskana

    14.04.2017

    Heimat des Chianti und sanft geschwungener Küstenstraßen. Die Toskana lockt Menschen, die wissen, wie es sich leben ...

    Mode: autoRelated
    Mode-Category: article
    Preis: not defined