Redaktion

Brasilien: Sao Miguel do Gostoso

  • Renaldo Scola
25.01.2011

Die meisten Spots an der brasilianischen Nordostküste sind längst kein Geheimtipp mehr. In den letzten Jahren schossen dort neue Surfstationen wie Pilze aus dem Boden. Erst kam Jeri, inzwischen sind auch Orte wie Flecheiras oder Icaraizinho unter Windsurfern gut bekannt. Jetzt kommt São Miguel do Gostoso und da ist der Name schon Programm – „gostoso“ heißt „lecker“.

Kauli rippt die Wellen vor der Lagoa do Sal.

Ich bin um 4:00 Uhr aufgestanden, saß mal wieder ein paar Stunden am Flughafen in Lissabon rum und fahre gerade Achterbahn über dem Atlantik. So fühlt es sich zumindest an, wenn der Jumbo durch die Turbulenzen hüpft. Alles halb so schlimm, denke ich mir – immerhin fliegst du nach Brasilien. Schlecht wird mir erst als ich an meinen letzten elendlangen, oft holprigen Schaukeltransfer vom Flughafen in Fortaleza nach Jericoacoara erinnere. Und zurück. Allerdings heißt mein Reiseziel dieses Mal São Miguel do Gostoso und zum ersten Mal bin ich darüber richtig froh.

Viel weiß ich bisher noch nicht über den Ort, der im Vergleich zu Nordbrasiliens Hot Spots bis jetzt ein eher unbekanntes Dasein auf der Windsurf- Landkarte fristet. Doch die Windstatistik verheißt auch für den Küstenabschnitt zwischen Natal und Fortaleza Gutes und immerhin trägt der neue Spot schon mal einen vielversprechenden Namen – “gostoso” heißt auf Deutsch so viel wie “gut”, “angenehm” oder “lecker”. Der Legende nach geht die Bezeichnung auf einen alten Mann zurück, der wegen seiner angenehmen Art von seinen Freunden liebevoll “Gostoso” genannt wurde. Mit der Zeit wurde der ganze Ort unter diesem Namen bekannt und man wählte schließlich den offiziellen Namen “São Miguel do Gostoso”.

Angenehm fällt mir gleich der Transfer vom Flughafen in Natal auf: Nur etwa zwei Stunden auf gut ausgebauten Straßen. Das ist zwar nicht besonders wichtig, aber in einem so weitläufigen Land alles andere als selbstverständlich und doch ganz bequem nach der langen Reise. Nach insgesamt gut 22 Stunden (aus München) bin ich dann am Ziel und freue mich auf meinen Welcome-Caipi. Das Örtchen schlummert bereits friedlich und wirkt schon auf den ersten Blick größer und fortschrittlicher als erwartet. Immerhin gab es in São Miguel do Gostoso vor gut zehn Jahren noch nicht überall Strom und das Zeitalter der modernen Telekommunikation ist hier auch erst vor ein paar Jahren angekommen. Dennoch gibt es bereits zahlreiche Pousadas, unglaublich viele gute Restaurants, selbst einen relativ großen Supermarkt und inzwischen zwei Windsurf-Stationen. Kauli Seadi hat nach dem Center an seinem Homespot Ibiraquera im Süden Brasiliens hier gerade seinen zweiten Club eröffnet. Sicher kein Zufall.

Alles über São Miguel do Gostoso erfahrt ihr im PDF-Download.

Kauli in der Welle von Tourinhos. Bei den Badewannen-Temperaturen braucht man fast das ganze Jahr nur Boardshorts.

 

Eröffnungsparty im Clube Kauli Seadi

Heizen auf Flachwasser und bei lauschigen Luft- und Wassertemperaturen

Reizende Aussichten

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