Rügen - die besten Windsurfspots auf Deutschland’s größter Insel

Rügen - die besten Windsurfspots auf Deutschland’s größter Insel

Hawaii gibt es nicht nur im Pazifik, auch die Ostseeinsel Rügen hat eine Version mit krachenden Wavespots zu bieten, bei der man zusätzlich in endlosen Stehbereichen an Manövern feilen kann. Wer braucht schon Kanaha oder Backyards, wenn Kreptitz, Prora oder Banzelvitz direkt ums Eck liegen!

Rügen hat, verglichen mit anderen Ostseespots, einen großen Vorteil: Sowohl bei West- als auch bei Ostwindlagen ist man hier am richtigen Fleck und so verwundert es nicht, dass das Kap Arkona, laut Statistik, einer der windigsten Plätze Deutschlands ist, mit 50 bis 75 Prozent Wind über 4 Beaufort. Zwar dürfte für die weniger exponierten Spots die Ausbeute etwas geringer liegen, trotzdem ist wohl nirgendwo an der Ostsee die Chance auf Gleitwind derart hoch. Westwind ist an den Durchzug eines Tiefs gebunden, was das ganze Jahr über regelmäßig vorkommt, mit Schwerpunkt im Winterhalbjahr. Bleiben Tiefdrucksysteme aus, etablieren sich vor allem im Frühjahr und Sommer regelmäßig stabile Ostwindlagen, die nicht selten tagelang anhalten – oft mit blauem Himmel, was Rügen mit über 1800 Sonnenstunden im Jahr als ähnlich sonnig qualifiziert wie Fehmarn oder Freiburg. Im Norden Rügens, beispielsweise am Wieker Bodden, wird Ostwind vor allem im Frühjahr – dann wenn die Luft schon warm, das Wasser aber noch kalt ist – thermisch verstärkt, so dass man auch bei einer 10-Knoten-Vorhersage regelmäßig mit kleinen Segeln unterwegs ist. Von September bis Mai müssen ein dicker Neo, Schuhe und manchmal auch eine Haube ins Gepäck, im Sommer tut es dann bei durchschnittlich 18 Grad Luft und 17 Grad Wasser meist ein 4/3er-Anzug.

Verlagssonderveröffentlichung
Cruisen auf dem (Wieker) Bodden – Tilo Eber lebt in Kiel, nimmt die Anreise nach Rügen aber immer häufiger in Kauf. Das könnte auch an den knackigen Wavebedingungen in Neu Mukran liegen.

Rügen kann sowohl bei West- als auch bei Ostwindlage mit guten Wellen aufwarten. Bei starkem Südwest- bis Westwind haben diese 150 Kilometer Anlauf und werden bei Sturm auch mal logohoch, ein bis zwei Meter sind jedoch die Regel. Bei thermisch verstärktem Ostwind handelt es sich eher um ein lokales Windphänomen, die Wellenhöhen an den Ostseitenspots bleiben dann eher klein. Zu Hochform läuft die Ostsee auf, wenn sich ein Tief von Süden nähert und ein stabiles Hoch über Skandinavien liegt – dann entstehen echte Oststürme, die fast 500 Kilometer Anlauf haben und Wellen im Nordseeformat aufbauen.

surf-Tipp: Ein Wellenreiter- oder SUP-Board im Gepäck macht Sinn, ihr werdet euch wundern, wie viele Paddler in Binz auf dem Wasser sind.