Fotostory Kapverden

  • Gilles Calvet
 • Publiziert vor 7 Jahren

Ist Windsurfen nur ein Sport? Dieser Frage ging Fotograf und Windsurf-Philosoph Gilles Calvet, zusammen mit den Worldcup-Profis Thomas Traversa und Justin Denel, auf einem Trip zu einer, zumindest windsurferisch, unentdeckten Insel im Atlantik nach. Eine Story, die in der Redaktion für Diskussionen sorgte – eure Meinung ist gefragt!

Windsurfern ist es schon immer schwer gefallen, das Gleiten auf einer Welle, mit einem Segel ausgestattet, einzuordnen. Für Einige wird es immer ein ganz normaler Sport sein. Für Andere ganz einfach ein Zeitvertreib und dann gibt es noch diejenigen, für die es eine Lebensart ist. Zwischen zwei Sessions, auf einer von Wind und Wellen gesegneten Insel, gehen Thomas, Justin und ich der Frage auf den Grund.

Was bringt deine Persönlichkeit weiter - der Trip in eine unbekannte Welt, oder der Beste zu sein?

Es ist lange her, dass Thomas und ich einen "echten" Trip gemacht haben: eine lange Reise, drei Wochen auf einer Windsurfern unbekannten, aber vielversprechenden Insel. Gemeinsam laden wir Justin Denel, gerade 18 Jahre alt, ein, um so der neuen Generation der französischen Waverider die Chance auf einen unvergesslichen Trip zu geben. Wir wollen die Lust am Entdecken neuer Spots wieder erwecken. Uns Zeit zum Windsurfen und natürlich auch zum Surfen nehmen, aber auch die Inselbewohner kennenlernen und diese im Nordatlantik verlorene Insel auf einsamen Wegen entdecken: das sind die Ziele unseres Projekts. Ein Projekt, welches, das können wir vorwegnehmen, rundum gelungen ist!

Faszination Kapverden

24 Bilder

Gilles Calvet ist seit den frühen 90ern einer der besten Windsurf-Fotografen der Welt und hat sich darauf spezialisiert, entlegene Spots zu bereisen und zu fotografieren. Und er hatte schon immer eine spezielle Sicht der Dinge.

Vom ersten Tag an verfliegen unsere Zweifel, dass wir uns eventuell getäuscht haben könnten, was die Wahl der Side-off- Spots angeht: nur zehn Kilometer von dem Ort, in dem wir unser Lager aufgeschlagen haben, rollt ein Pointbreak mit einer Welle, aus der die Gischt herausschlägt. Nur drei Kilometer von diesem Spot entfernt erkennt man weder Schaumkronen noch Wellenlinien, das Meer spiegelglatt. Mal wieder hat die Natur ein Wunder erschaffen: der Spot befindet sich genau an dem Punkt, an dem der Passatwind am stärksten ist. Und während der Nordost-Swell geblockt wird, rollen die Wellen aus Nordwest mit voller Kraft an den Spot.

Nur zur reisen wäre Thomas Traversa zu wenig. Er sucht die Herausforderung im Wettkampf.

Wir hatten das Glück, während unserer Reise drei Swells abzubekommen. Der erste, aus nördlichen Richtungen, dauerte fast eine Woche und hat uns saubere, hohe Wellen beschert, schnell und radikal. Der zweite, aus nord-westlichen Richtungen, dauerte drei Tage, allerdings mit über masthohen Wellen, wunderbar sauber und glatt  wie Marmor, trotz der 20 Knoten Wind. Das Ganze bei azurblauem Himmel. Der dritte, ebenfalls aus Nordwesten, dauerte bis zum Ende unserer Reise an. Nachdem das Brett von Thomas aufgrund hunderter Aerials den Geist aufgegeben hatte, mussten wir uns leider dem Surfen "widmen". Sich die Wellen und Tubes unter zwei oder drei Freunden zu teilen hat uns nicht unbedingt missfallen, wir hatten kein schlechtes Gewissen während wir unsere Bretter wachsten, nachdem auch die Sonne sich hinter den Wolken versteckte und das Fotografieren somit sowieso hinfällig machte.

Freude zu empfinden ist ein menschliches Grundbedürfnis. 

Aber es war nicht hier am Spot, wo unsere Diskussion begann. Es war vielmehr während einer dreistündigen Wanderung unter feinem Nieselregen. Auf uralten Wegen an atemberaubenden Steilhängen entdeckten wir die traumhafte Vulkanlandschaft. Hier kam sie auf, die Frage: Ist das Windsurfen einfach nur ein Sport?

Die Fotostory Kapverden ist unten als Gratis-Download erhältlich.

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