Südfrankreich

  • Matthias Genkel
 • Publiziert vor 11 Jahren

Die Kontraste könnten nicht größer sein: Am Stadtstrand von Marseille surft man vor ansehnlichem Publikum und ein paar Kilometer weiter am Spot Beauduc nimmt die Einsamkeit schon beinahe beängstigende Züge an. Matthias Genkel hat sieben Monate während seines Studiums in Südfrankreich verbracht. Jetzt liefert er euch einen detaillierten Spot Guide der Region und schildert seine Erlebnisse im Lande des savoir-vivre.

Plötzlich läuft alles ab wie in einem Film. Der Wagen senkt sich nach vorne, Wasser schießt über die Frontscheibe. Instinktiv gebe ich weiter Gas. Der Motor heult auf. Geschafft! – Wir sehen uns an. Aus der Motorhaube dringt Qualm hervor, Wasser tritt ins Auto. Eben noch unbeschwert den Strand entlanggefahren, realisieren wir jetzt, dass hier auch so einiges ziemlich schnell schieflaufen kann. Fernab von jeglicher Zivilisation, ist man vollkommen auf sich gestellt. Die Freude schlägt, von einen Moment auf den anderen, in Sorge um. Wir stehen nach fast einer Stunde Buckelpistenfahrt auf einem einsamen Strand, dessen Dünen verlassene Holzhütten aus Hippiezeiten schmücken. Die bizarren Bauten, die Stille und das weite, flache Land, Heimat für unzählige Flamingos und andere Vogelarten, erwecken den Eindruck, man befände sich am Ende der Welt. Wenn hier bloß nicht der Motor versagt! Die alten, rostigen Überreste von Autos und Wohnmobilen scheinen uns daran erinnern zu wollen, dass hier so schnell kein Abschleppdienst kommt.

Der Spot Beauduc ist auf kaum einer Landkarte eingezeichnet. Inmitten der Camargue gelegen, erreicht man den Ort nicht ohne vorher seine Fahrkünste unter Beweis gestellt zu haben. Zunächst erwarten einen riesige Pfützen, gefolgt von unzähligen kleinen, aber fiesen Schlaglöchern, später dann feiner Sand und schließlich der Strand, durchsetzt von meist flachen Prielen, die es zu überqueren gilt, will man den Spot erreichen.

Diese Priele können aber tückisch sein und sind uns beinahe zum Verhängnis geworden. Ein gerade einmal zwei Meter breiter Priel war, anders als die vorigen, etwas über knietief. Zu tief für unseren Kleinbus, den wir zum Glück heil wieder hinaus beförderten. Die Bedingungen auf dem Wasser entschädigen aber für diese Tortour – zumindest, wenn man auf der Suche nach gleichmäßigem Wind, stehtiefem Wasser und viel Platz ist. Glücklicherweise ist Beauduc nicht der einzige Spot in dieser Ecke Südfrankreichs. Um den Golf von Fos reihen sich so einige Perlen des Mittelmeers. Überstrahlt vom Ruf des allgemein bekannten Spots Carro, finden sich unzählige weitere Ecken, an denen die verschiedensten Vorlieben, sei es Speed, Slalom, Wave oder Freestyle, bedient werden.

Alles über die Südfrankreich-Spots findet Ihr unten im PDF-Download:

1. Saintes Maries de la Mer

2. Beauduc

3. Port St. Louis

4. Fos-sur-Mer

5. Les Renaïres

6. Carro

7. Sausset-les-Pins

8. Marseille

9. Les Lecques

10. Six-Fours-les-Plages

11. Almanarre

Eine Spielwiese für alle Arten des Windsurfens breitet sich zwischen Hyères und Perpignan aus. Die Speedfraktion kommt vor allem in Port Saint Louis auf ihre Kosten.

 

Auch der neue Mistral-Boss Anders Bringdal testet seine neuen Boards gerne in Carro

Einsamkeit und Großstadttrubel liegen an der südfranzösischen Küste oft nur ein paar Buchten auseinander. Marseille bietet dabei alles, was eine Metropole braucht – im Positiven und Negativen.

Themen: DownloadFrankreichSurfspotsWavespots

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