Die Windsurf-Spots am Columbia River Gorge in OregonFoto: Joseph Heycks

InternationalDie Windsurf-Spots am Columbia River Gorge in Oregon

Tilo Eber

 7/17/2013, Lesezeit: 14 Minuten

Windsurfen als Volkssport, vor traumhafter Bergkulisse und mit thermischem Wind – das erinnert unweigerlich an den guten alten Gardasee. Am Columbia River Gorge gibt’s all dies nur eine Spur größer, bequemer und windiger. Und nicht einmal um Parkplätze muss man sich hier streiten.

Zaghaft klettern die ersten Sonnenstrahlen über die Hänge am Columbia River und tauchen die Flagge mit den Stars and Stripes im Garten in weiches Morgenlicht. Auf der Veranda halb leere, pfandfreie Bierdosen, stille Zeugen einer Hausparty am Vorabend. Im Hintergrund ein Trailerpark wie aus einem Hollywood-Film, auf der Hofauffahrt ein GMC-Truck, aus dem jederzeit das A-Team aussteigen könnte.

Gerade als ich mich frage, ob mein erster Morgen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten noch klischeehafter ablaufen kann, biegt Bryan in einem überdimensionalen Pick-up um die Ecke, begleitet von lautem Hip-Hop. Mit Baseballcap auf dem Kopf und Starbucks-Kaffee in der Hand schmettert er mir das erste „Hey buddy, how are you doing?“ des Tages entgegen.

Ich freue mich. Gleich am Anfang der Reise kann ich bereits den ersten Punkt meiner Urlaubsagenda, „einen unverfälscht amerikanischen Moment erleben“, abhaken.

Die Kommune-Eins des Windsurfens

Wer dieses Szenario gerne selbst nachvollziehen möchte, hat dazu im sogenannten „Windance House“ in der amerikanischen Kleinstadt Hood River jeden Tag zwischen April und September die Gelegenheit. Zu dieser Zeit verwandelt sich eine unscheinbare Holzhütte in eine Windsurf-WG mit Kultstatus. Bryan Metcalf-Perez, Tyson Poor und andere lokale Windsurf-Prominente gehören zum erlesenen Kreis der Bewohner, für die die allmorgendliche Fahrt zu Star-bucks genauso zum Routineprogramm gehört wie eine tägliche Session mit dem 3,7er. Ihre Parties sind berüchtigt, die Sofas im Wohnzimmer dienen stets als Schlafplatz für Windsurfreisende oder Partygäste, die zu später Stunde den Absprung verpasst haben. Berge an Surfmaterial im Garten vermitteln den Anschein, der weltweite Carbonpreis würde in einem Hinterhof von Hood River reguliert werden. Gäbe es eine nationale Bier-Pong-Liga (unter jungen Amerikanern ein beliebtes Gesellschaftsspiel mit Tischtennisbällen und Bierbechern), könnten einige der Jungs locker um den Titel mitspielen.

Bild 19
Bild 1Foto: Joseph Heycks
Arlington ist einer der besten Sprung- Spots der Gegend. Wenn es stürmt, an den „Nuking Gorge Days“, kann man auch als Wave-Fan hier seinen Spaß haben.Foto: Joseph Heycks
Arlington ist einer der besten Sprung- Spots der Gegend. Wenn es stürmt, an den „Nuking Gorge Days“, kann man auch als Wave-Fan hier seinen Spaß haben.
Das amerikanische Klischee – Flagge, Pick-up, Starbucks – wird hier nur von den Surfboards im Vorgarten ergänztFoto: Joseph Heycks
Das amerikanische Klischee – Flagge, Pick-up, Starbucks – wird hier nur von den Surfboards im Vorgarten ergänzt
„Life begins at 40 knots“ – dieser Spruch stammt nicht aus Pozo, sondern von der Gorge. Da scheint es nicht verwunderlich, dass man an Spots wie Arlington auch Back- und Doppelloops ähnlich häufig sieht wie auf Gran Canaria.Foto: Joseph Heycks
„Life begins at 40 knots“ – dieser Spruch stammt nicht aus Pozo, sondern von der Gorge. Da scheint es nicht verwunderlich, dass man an Spots wie Arlington auch Back- und Doppelloops ähnlich häufig sieht wie auf Gran Canaria.
Bild 5Foto: Joseph Heycks
Über Windsurfen wird hier kaum geredet – es gehört einfach zum täglichen Brot dazu. Dementsprechend liegen in fast jedem Vorgarten Bretter und was davon übrig istFoto: Joseph Heycks
Über Windsurfen wird hier kaum geredet – es gehört einfach zum täglichen Brot dazu. Dementsprechend liegen in fast jedem Vorgarten Bretter und was davon übrig ist
Brian Metcalf-Perez trickst im Funpark von Hood RiverFoto: Joseph Heycks
Brian Metcalf-Perez trickst im Funpark von Hood River
Egal ob Aufsteiger oder Profi, ob jung oder alt – an den zahlreichen Spots, wie hier in Stevenson, (links) findet jeder Windsurfer ein passendes Plätzchen.Foto: Joseph Heycks
Egal ob Aufsteiger oder Profi, ob jung oder alt – an den zahlreichen Spots, wie hier in Stevenson, (links) findet jeder Windsurfer ein passendes Plätzchen.
Bild 9Foto: Joseph Heycks
Höhelaufen war gestern – auch am Spot Eventside läuft die Strömung gegen den Wind. Das bedeutet endlose Raumwindschläge und keine Gefahr abzutreiben.Foto: Joseph Heycks
Höhelaufen war gestern – auch am Spot Eventside läuft die Strömung gegen den Wind. Das bedeutet endlose Raumwindschläge und keine Gefahr abzutreiben.
Tilo Eber nutzt die Sandbank in Rooster Rocks für seine Konos – trotzdem werden auch Freerider die große Freiheit am Fluß lieben.Foto: Joseph Heycks
Tilo Eber nutzt die Sandbank in Rooster Rocks für seine Konos – trotzdem werden auch Freerider die große Freiheit am Fluß lieben.
Nicht mal aufs Klo kann man, ohne mit Windsurfen belästigt zu werdenFoto: Joseph Heycks
Nicht mal aufs Klo kann man, ohne mit Windsurfen belästigt zu werden
Am Spot The Hatchery gibt‘s Stadionatmosphäre.Foto: Joseph Heycks
Am Spot The Hatchery gibt‘s Stadionatmosphäre.
Beim Fußball eher weniger...Foto: Joseph Heycks
Beim Fußball eher weniger...
Als gebürtiger- Bayer kennt er sich mit Bergen aus, aber vor der Kulisse der zwölf Gletscher des Mount Hood...Foto: Joseph Heycks
Als gebürtiger- Bayer kennt er sich mit Bergen aus, aber vor der Kulisse der zwölf Gletscher des Mount Hood...
...oder am Salmon River zu surfen, war auch für Tilo Eber ein Highlight.Foto: Joseph Heycks
...oder am Salmon River zu surfen, war auch für Tilo Eber ein Highlight.
Bild 17Foto: Joseph Heycks
Morgens Skilaufen, Nachmittags Windsurfen, SUPen, Raften, Biken oder Wandern und am Abend bei einem Bierchen den Sonnenuntergang am Fluss genießen – the Gorge way of life.Foto: Joseph Heycks
Morgens Skilaufen, Nachmittags Windsurfen, SUPen, Raften, Biken oder Wandern und am Abend bei einem Bierchen den Sonnenuntergang am Fluss genießen – the Gorge way of life.
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Bild 1Foto: Joseph Heycks
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Arlington ist einer der besten Sprung- Spots der Gegend. Wenn es stürmt, an den „Nuking Gorge Days“, kann man auch als Wave-Fan hier seinen Spaß haben.
Das amerikanische Klischee – Flagge, Pick-up, Starbucks – wird hier nur von den Surfboards im Vorgarten ergänzt
„Life begins at 40 knots“ – dieser Spruch stammt nicht aus Pozo, sondern von der Gorge. Da scheint es nicht verwunderlich, dass man an Spots wie Arlington auch Back- und Doppelloops ähnlich häufig sieht wie auf Gran Canaria.
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Über Windsurfen wird hier kaum geredet – es gehört einfach zum täglichen Brot dazu. Dementsprechend liegen in fast jedem Vorgarten Bretter und was davon übrig ist
Brian Metcalf-Perez trickst im Funpark von Hood River
Egal ob Aufsteiger oder Profi, ob jung oder alt – an den zahlreichen Spots, wie hier in Stevenson, (links) findet jeder Windsurfer ein passendes Plätzchen.
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Höhelaufen war gestern – auch am Spot Eventside läuft die Strömung gegen den Wind. Das bedeutet endlose Raumwindschläge und keine Gefahr abzutreiben.
Tilo Eber nutzt die Sandbank in Rooster Rocks für seine Konos – trotzdem werden auch Freerider die große Freiheit am Fluß lieben.
Nicht mal aufs Klo kann man, ohne mit Windsurfen belästigt zu werden
Am Spot The Hatchery gibt‘s Stadionatmosphäre.
Beim Fußball eher weniger...
Als gebürtiger- Bayer kennt er sich mit Bergen aus, aber vor der Kulisse der zwölf Gletscher des Mount Hood...
...oder am Salmon River zu surfen, war auch für Tilo Eber ein Highlight.
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Morgens Skilaufen, Nachmittags Windsurfen, SUPen, Raften, Biken oder Wandern und am Abend bei einem Bierchen den Sonnenuntergang am Fluss genießen – the Gorge way of life.
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Auch wenn man es nicht unbedingt erwartet, alle Bewohner gehen neben ihrem Rockstar-Life einer Arbeit nach, wenn auch keiner gewöhnlichen. Da ist zum Beispiel J. P. Bowles, der drei Monate im Jahr als eine Art hochqualifizierter Spargelstecher beschäftigt ist, wobei sein Gemüse, eine grüne Heilpflanze, nicht im Bio-Laden verkauft wird, sondern in ausgewählten Apotheken. Kasey Hauser steht kurz vor der Markteinführung eines USB-Chips für Smartphones, der das grobe GPS der Geräte ergänzt und millimetergenaue Geodaten ausspuckt – die Idee dazu kam ihm natürlich beim Windsurfen. Er war es leid darüber zu diskutieren, wer den höchsten Backloop des Tages gesprungen ist - und entwickelte prompt ein geeignetes Messinstrument.

Tyson Poor war bereits vor Jahren erfolgreich im Freestyle-Worldcup unterwegs. Statt die zusammengesparten Dollars in Flüge zu den meist in Europa stattfindenden Cups zu stecken, bleibt er jedoch lieber am Gorge. Bryan ist derzeit die große Freestyle-Hoffnung der USA. Aber auch er bringt es nicht übers Herz, dem PWA-Zirkus ganzjährig zu folgen, um etwa mit der Konkurrenz am nächsten Tourstopp zu trainieren.

Der Fluss verfügt über eine scheinbar magische Anziehungskraft, als habe er am Rücken seiner Jünger Bungee-Seile befestigt, die jeden umso schneller zurückziehen, je weiter sie sich zu entfernen versuchen. Woher dieser Gummizug-Effekt kommt, beschreibt wohl am besten ein Aufkleber auf Bryans Wagen: „All good in da hood“. Was ich als Floskel deute, ist laut Bryan „eine Tatsache“. Ein Blick in seinen Kofferraum gibt Aufschluss: Neben Waveboards und kleinen Segeln liegt darin ein Mountainbike und ein Paar Ski, in den Autos der anderen WG-Bewohner außerdem noch Golfschläger, Rafting-Flöße, SUPs oder Angelsets. Die Hood ist ein Spieleparadies für postpubertäre Jungs, eingebettet in beeindruckender Landschaft. Das einzige Problem ist, dass die meisten der Spielsachen leider oft im Kofferraum bleiben müssen, da fast täglich garantierte Windsurfsessions an der Hatch, the Wall oder in Arlington dazwischenkommen. All good in da hood – selten musste ich einem Aufkleber mehr recht geben.

Columbia RiverFoto: Joseph heicks
Columbia River

Da Hood

Die Gegend um Hood River ist in den Sommermonaten Anlaufpunkt für Windsurfer aus dem ganzen Land. Auf Autodächern stapelt sich Surf-Material, im McDonalds dekorieren Windsurf-Poster die Wände und nach Ausfahrt 63 auf dem Highway gelangt man direkt zu den Firmensitzen von DaKine, Sailworks (Segel) und NoLimitz (Masten). Windsurfen ist rund um den River Gorge derart präsent, dass man nicht einmal darüber redet. Man tut es einfach, wie man in Deutschland Fußball spielt. Man lebt es, ohne den ausgewaschenen Begriff des Lifestyle aufgreifen zu müssen. Eine Art Understatement, das so subtil vielleicht nur ein Fluss transportieren kann.

Möchte man dennoch einen Vergleich wagen, dürfte man am ehesten in Norditalien fündig werden. Denn vom bunten abendlichen Treiben im Ort von Hood River und seiner Kessellage inmitten der steilen Flusshänge fühlt man sich unweigerlich an Torbole am Gardasee erinnert, wenngleich der Columbia River eher wie ein amerikanisches Update des Alpensees wirkt: alles ist größer, alles bequemer. Der Fiat 500 wird zum Dodge Pick-up, Parkplatzknappheit zum Fremdwort, die Pizzeria zu Pizza Hut, der Monte Baldo (2218 Meter) zum Mount Hood (3425 Meter), das 6,5er zum 4,0er, Kabbelwellen zu brechenden Rampen und – der Strömung sei Dank – Höhelaufen zum Kinderspiel.

Nur das Betriebssystem, auf dem alles läuft, wurde übernommen: Ein thermischer Wind, generiert durch die Temperaturunterschiede zwischen der kühlen Pazifikküste und dem warmen Hinterland Oregons, wird durch enge Täler gepresst und dreht dabei ordentlich auf. Surfspots für alle Könnerstufen reihen sich auf einer Länge von etwa 100 Meilen dicht aneinander, jeder davon inmitten beeindruckender Natur. Von Cascade Looks bis Hood River dominieren saftige Grüntöne, östlich von the Dallas prägen bizarre Canyons die Landschaft und stellen echte Karl-May-Atmosphäre her. An klaren Tagen erstrahlt die Kuppe des Mount Hood über den südlichen Flusshängen in leuchtendem Weiß. Selbst die nicht enden wollenden Güterzüge, die an den Ufern entlang über knarzende Stahlbrücken rauschen und die langen Frachtschiffe (Killer Barges genannt), die sich auf dem Columbia River landeinwärts schieben, scheinen von einem Landschaftsarchitekten ins Gesamtbild eingefügt worden zu sein.

Wer möchte, kann am Fluss der Flüsse an einem Tag Windsurfen, Ski fahren, eine Weinprobe machen und ein Auto fahren, dessen Tankfüllung er sich in Deutschland nie leisten könnte – vorausgesetzt, man kann mit den Nebenwirkungen umgehen, denn der Gummizug spannt sich schneller, als man denkt...

Spot The HatcheryFoto: Joseph Heicks
Spot The Hatchery

Allgemeine Infos:

Wind und Wetter: Heißes Hinterland im Osten, im Westen der kalte Pazifik – diese Konstellation führt in den Sommermonaten dazu, dass der landeinwärts strömende Seewind im etwa 130 Kilometer langen Canyon des Columbia River kanalisiert und beschleunigt wird. Ein kleines Segel sollte vor allem im Hochsommer immer im Gepäck sein. Die gängigen Wetterdienste berücksichtigen die lokalen Effekte kaum, daher muss man sich nicht ärgern wenn die Windvorhersage so aussieht wie auf dieser Windguru-Karte: Sonnenschein, warme Temperaturen, Westwind – es wird ein stürmischer Tag!

Reisezeit, Klima und Neoprenempfehlungen: Die beste Windausbeute gibt‘s während der Sommermonate Mai bis September mit durchschnittlich 80 bis 90 Prozent Gleitwind (>4 Bft.). Auch im April und Oktober kommt man im Schnitt noch jeden zweiten Tag aufs Wasser. Im Hochsommer tut es ein Kurzarmneo, die durchschnittliche Lufttemperatur liegt dann bei 25 Grad, in der Nebensaison darf es ruhig ein Langarmneo sein.

Gefahren: Der Columbia River ist eine wichtige Verkehrsader der amerikanischen Schifffahrt. Dementsprechend viele und große Frachtschiffe schieben sich über den Fluss. Der tote Winkel dieser Barges beträgt die doppelte Schiffslänge in Fahrtrichtung. Ein Schiff von 100 Meter Länge kann Objekten mit einem Abstand von unter 200 Meter nach vorne also nicht mehr ausweichen. Dazu nähern sich die Schiffe, die sich in Flussrichtung bewegen, unerwartet schnell. Dies gilt es beim Surfen jederzeit zu berücksichtigen. Wer jedoch einen gewissen Sicherheitsabstand hält und eher in Ufernähe surft, findet am Columbia River viele ungefährliche Surfspots vor, da die Strömung, außer bei seltenen östlichen Winden, immer nach Luv drückt. Bei Materialbruch treibt man daher selbst bei starkem Wind mindestens auf der Stelle.

Die Wasserqualität ist in der Regel in Ordnung, da sich allerdings am Columbia River zahlreiche Aluminiumhütten, Kraftwerke und Obstplantagen befinden, kann das Flusswasser nach heftigen Regenfällen auch kurzzeitig verschmutzt sein. Anreise und Materialmitnahme: Etwa eine Auto­stunde entfernt von Hood River liegt der Flughafen Portland/Oregon (nicht mit Portland/Maine verwechseln, sonst folgt ein böses Erwachen nach der Landung). Flüge gibt’s von allen großen Flughäfen ab etwa 800 Euro. Das beste Verhältnis aus Flugpreis und unkompliziertem Transport von Windsurfmaterial bieten US-Airways und American Airlines, gefolgt von Condor.

Surfstationen, Verleih & Shops: Surfshops gibt’s an der Gorge zur Genüge, man bekommt überall Ersatz falls mal etwas kaputt geht. Ausleihen kann man am besten bei Hood River Waterplay, die einen Verleihcontainer am Fluss betreiben. Zudem bieten einige Shops Leihpakete zum Mitnehmen an:

  1. Hood River Waterplay (www.hoodriverwaterplay.com)
  2. Gorge Performance, 7400 SW Macadam Ave, Portland (www.gorgeperformance.com)
  3. Gorge Surf Shop, 13 Oak Street, Hood River (www.gorgesurfshop.com)
  4. Windance Boardshop, 108 Hwy. 35, Hood River (www.windance.com)

Unterkünfte: Das Columbia River Gorge Hostel in Bingen ist mit Preisen ab 10 Dollar/Nacht eine der günstigsten Alternativen. In Kauf nehmen muss man Mehrbettzimmer, dafür findet man leicht Anschluss an andere Windsurfer oder Backpacker.

Foto: Joseph Heicks

Mit 25 Dollar/Nacht und aufwärts bieten Übernachtungen in einem der unzähligen Bed and Breakfast’s ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Fündig wird man dabei in fast jedem noch so kleinen Ort entlang des Flusses – einfach die Augen nach B&B-Schildern auf Hauswänden offen halten!

Die Preise für Hotelzimmer beginnen bei etwa 100 Dollar/Nacht, wie z.B. im Best Western in Hood River.

Campen: Wer vor Ort keine Unterkunft suchen und zudem etwas Geld sparen möchte, ist mit einem Wohnmobil gut beraten. Denn die Mehrkosten eines Camper-Vans gegenüber einem normalen Mietwagen holt man in Anbetracht der eher teuren Unterkünfte schnell wieder rein. Außerdem ist Campen am Fluss sehr populär. Es gibt eine Reihe bestens ausgestatteter Campingplätze in direkter Flussnähe, wie z.B. in Stevenson, White Salmon, Bingen, Maryhill oder Hood River. Alle Freunde des Wild-Campens sollten daher, trotz der Unmenge an Parkbuchten entlang der Flusshänge, auch auf diesen offiziellen Weg des Übernachtens zurückgreifen. Der Columbia River fließt durch eine wunderschöne Landschaft, und das soll auch so bleiben.

Essen und Trinken: Wer es schafft, der Verlockung der zahllosen Fastfood-Ketten zu widerstehen, steht einer ebenso großen Zahl erstklassiger Restaurants gegenüber. Alleine in Hood River dürfte für jeden Geschmack was dabei sein: Beim „China Gorge“ gibt’s gut und günstig asiatische Küche. Pizzafans sollten mal bei Andrews Pizza vorbeischauen. Wer nach einem deftigen Essen auch gleich hausgebrautes Bier und Pub-Stimmung genießen will, wird in der Double Mountain Brewery glücklich. Das Riverside Restaurant punktet mit Kerzenlicht-Atmosphäre und dem besten Ausblick auf den Fluss. Schnelles, günstiges und sehr leckeres Thai-Food bietet der Imbiss-Stand neben dem Windance-Surfshop.

Die besten Windsurf-Spots am Columbia River

1) Rooster Rocks:

Etwa 70 Kilometer westlich von Hood River gelegen. Anfahrt über die Interstate 84, die Ausfahrt 25 nehmen und der Beschilderung folgen.

Hier gibt’s Flachwasser an den Seiten, zur Flussmitte hin dann kleinen Chop. Rooster Rocks funktioniert bei seltenem Ostwind, der hier sehr stark wird. Der Einstieg ist problemlos, aufgrund starker Strömung mit dem Wind eher Surfern zu empfehlen, die sicher Wasserstart und Halsen können. Parken am Spot für 3 Dollar, daher kurze Wege. Länger läuft man zur Sandbank in Luv, wo es perfektes Flachwasser gibt. Sanitäre Anlagen, Picknick-Area und Nacktbadestrand vor Ort.

Rooster Rocks am Columbia RiverFoto: Joseph Heicks
Rooster Rocks am Columbia River

2) Stevenson:

Anfahrt über den Highway 14, 30 Kilometer westlich von Hood River, 500 Meter südlich vom Highway zum Bobs Beach in der Cascade Avenue. Falls es in Hood River brütend heiß und windstill ist, gibt es hier gemäßigten Westwind, der gegen die Strömung weht und Aufsteigern das Leben leichtmacht. Ostwind weht meist stärker und erzeugt kleinen Chop schräg von vorne. Allerdings zieht dann die starke Strömung mit dem Wind, was Leute, die sicher den Wasserstart beherrschen und Höhelaufen können, aber nicht stören muss. Problemloser Einstieg, kostenloses Parken, kurze Wege, Wiese zum Aufriggen, sanitäre Anlagen und Picknick-Area – hier kann man es als Freerider und Trickser wirklich aushalten.

StevensonFoto: Joseph Heicks
Stevenson

3) The Hatchery:

Anfahrt über den Highway 14, von Hood River über die Brücke und fünf Kilometer weiter Richtung Westen, dann der Beschilderung folgen. Westwind wird hier sehr stark, kleine Segel nicht vergessen. Starke Strömung, die allerdings gegen den Wind drückt, damit eher ungefährlich ist und eine steile Welle schräg von vorne erzeugt. Am Ufer gibt es eine „Halsenecke“ mit perfektem Flachwasser und Stadionatmosphäre. Der Einstieg erfolgt über Felsen, daher eher für geübte Windsurfer zu empfehlen. Kurze Wege, sofern man einen Jahrespass (50 Dollar) besitzt, ansonsten kann man auf der anderen Straßenseite kostenlos parken. Aufgebaut wird auf einem Schotterparkplatz.

The HatcheryFoto: Joseph Heicks
The Hatchery

4) Sandbank Salmon River:

Über den Highway 14, von Hood River über die Brücke und zwei Kilometer nach Westen. Kurz hinter der Eisenbahnbrücke des Salmon River findet ihr eine kleine Parkbucht zwischen Straße und Fluss.

Westwind weht hier meist gemäßigt gegen eine leichte und ungefährliche Strömung, weshalb der Spot auch für Aufsteiger ein Spaß ist. Hinter der Sandbank gibt’s einen kurzen, spiegelglatten Bereich zum Tricksen und Halsen, weiter zur Flußmitte hin dann eine kleine Windwelle. Kostenloses Parken neben der Straße, allerdings muss man etwa 400 Meter Fußmarsch unter der Eisenbahnbrücke hindurch zur Flussmündung des Salmon River in Kauf nehmen. Von dort ist man mit einem halben Schlag an der Sandbank, einsamer Sandstrand inklusive!

5) Eventside:

Anfahrt über die Interstate 84, Ausfahrt 63. Nach 400 Metern Richtung Norden einfach den Schildern folgen. Westwind weht hier gemäßigt über glattes Wasser, weiter draußen gibt’s harmlosen Chop zum Springen. Da auch die Strömung kaum spürbar ist und man problemlos einsteigen kann, gehört Eventside sicherlich zu den am einfachsten zu surfenden Spots an der Gorge. Auch deshalb findet man hier eine Surfstation. Die Wege zum Wasser sind kurz, fürs Parken zahlt man 3 Dollar. Große Wiese zum Aufriggen, sanitäre Anlagen und Imbissbude – hier passt einfach alles!

Event SideFoto: Joseph Heicks
Event Side

6) Bingen Marina:

Anfahrt über den Highway 14, um fünf Kilometer östlich der Hood River Brücke, in Bingen, dem Schild „Bingen Marina“ zu folgen und Richtung Fluss weiterzufahren. Nach dem Bahnübergang links abbiegen, nach 500 Metern erscheint der „Sailpark“, eine große Wiese, zur rechten Seite. Hier kann aufgeriggt werden.

Westwind weht gemäßigt bis stark, trotzdem gibt es in Ufernähe einen großen Flachwasserbereich. Zur Flußmitte hin wird der Chop etwas größer. Aufgrund des problemlosen Einstiegs und nur leichter Strömung gegen den Wind ein absolut aufsteigertauglicher weil ungefährlicher Spot! Kostenloses Parken, kurze Wege, große Wiese, und kleiner, feiner Kiesstrand.

7) Doug’s Beach:

Anfahrt über den Highway 14, fünf Kilometer östlich von Lyle erscheinen Parkplätze zwischen der Straße und den Bahngleisen auf der Flussseite. Danach muss man sein Material vom Parkplatz (5 Dollar) etwa 400 Meter weit bis zur Einstiegsstelle tragen. Westwind weht hier vergleichsweise stark, kleine Segel sollten daher immer im Gepäck sein. Der Einstieg ist problemlos möglich, die Strömung ist recht schwach und läuft gegen den Wind. Es baut sich eine hohe, langgezogene Dünungswelle auf, die Sprungfreaks ein dickes Grinsen ins Gesicht zaubert. Picknickplatz und sanitäre Anlagen sind vorhanden.

Airtime in ArlingtonFoto: Joseph Heicks
Airtime in Arlington

8) Arlington:

Etwa 110 Kilometer östlich von Hood River gelegen. Anfahrt über die Interstate 84, Ausfahrt 137 nehmen und unter dem Highway durchfahren. Danach immer in Richtung des großen Getreidespeichers, hinter diesem befindet sich der Parkplatz.

Nein, auch ein Wellen-Symbol wäre kein Druckfehler gewesen: Westwind weht hier teils sehr stark, was in Verbindung mit der gegen den Wind laufenden Strömung für steile, kopfhohe und teils sogar brechende Wellen in der Flußmitte sorgt. Mit rechtem Fuß vorne kann man dann kernige Sprünge machen, für Inspiration sorgen die Gorge Locals, die einem regelmäßig Back-, Push- und sogar Doppelloops vor die Nase knallen. Man muss kein Profi sein, um hier zu surfen, sicher Halsen und Wasserstarten ist aber Pflicht und auch ein Einstieg über Felsen und das Überwinden eines kleinen Shorebreaks, der hier mit Periode 0,5 auf den Strand rasselt, gehört zum Handwerkszeug. An moderaten Tagen kommen aber auch weniger geübte Surfer auf ihre Kosten. Kostenloses Parken und kurze Wege, Schotterparkplatz mit Dixi-Klos.

9) The Wall:

Anfahrt über den Highway 14, zwei Kilometer östlich von Maryhill biegt man auf eine kleine Nebenstraße ab, die bergab zu Schotterparkplätzen am Flussufer führt. Das Parken ist hier kostenlos und die Wege ans Wasser sind kurz. Westwind weht sehr stark, kleine Segel gehören zur Standard-Ausrüstung. Die gegen den Wind laufende Strömung hat es ebenfalls in sich und wird umso stärker, je mehr man sich dem Damm in Luv nähert. Die Kombination aus stürmischem Wind und kerniger, gegenläufiger Strömung lässt hier an windigen Tagen, ähnlich wie in Arlington, eine hohe und steile Welle entstehen, die sich super zum Springen eignet. Da der Einstieg recht felsig ausfällt, ist dieser Spot für Freeride-Aufsteiger weniger gut geeignet.

Weitere Spots in den USA gibt’s HIER.