Korsika - das sind die besten Windsurfspots im Norden

Manuel Vogel

, Chris Hafer

 · 16.08.2018

Korsika - das sind die besten Windsurfspots im NordenFoto: Chris Hafer

Der Süden mild, der Norden wild – Korsika ist so abwechslungsreich wie ein ganzer Kontinent. Während an der Südküste Freerider übers smaragdgrüne Wasser glühen, schlitzen im Norden Wellenfans Brecher von Weltklasse-Format. Chris Hafer zeigt euch die besten Ecken der wilden Northshore.

Irgendwann im Herbst 1812, irgendwo im tiefwinterlichen Russland: Der Wind fegt eisig über die verschneiten Wege, über die sich müde Gestalten schleppen. Die Reste der Grande Armée, auf dem Rückzug von Moskau. Auf einem Pferd tief vermummt und verfroren, der Kaiser der geschlagenen Truppen, Napoleon. Tief im russischen Winter sehnt sich „Le Petit Corse“ vermutlich nach seinem sonnigen Korsika, seiner Heimatinsel.

Irgendwann im März 2018, irgendwo im tief winterlichen Ruhrgebiet, durch das sich müde Gestalten schleppen. Wo noch lange kein Frühling in Sicht ist, sondern sibirische Kaltluft aus dem russischen Osten das Wetter bestimmt und jeden Gedanken an Surfen in heimischen Gefilden im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis legt, suche ich nach wärmeren Orten für einen Surftrip.

Verlagssonderveröffentlichung

Und aus irgendeinem Zufall fällt mir ein Comic aus Kindheitstagen in die Hände, Asterix auf Korsika: Stinkender Käse, Blutrache, tiefe Schluchten und endlose Wälder mit Kastanien und Wildschweinen für Obelix, sehr stolze und traditionsbewusste Menschen. Eine kleine Recherche abseits von Asterix bringt die Erkenntnis, dass es dort warm und sonnig sein soll – und surfen soll man da ja auch noch können!

Relativ schnell ist eine Fähre gebucht. Und auch wenn Facebook nicht viel von Privatsphäre hält und scheinbar sogar Präsidentschaftswahlen beeinflussen kann, es hat auch positive Aspekte. Denn irgendwer kennt irgendwen, der jemand kennt, der jemand auf Korsika kennt... Und in ähnlich kurzer Zeit wie die Fährbuchung in Anspruch genommen hat, bin ich in Kontakt mit Locals, die mich mit Infos versorgen.

In der Bucht von Calvi surft man mit Blick auf die imposante Kulisse Korsikas. Die Berge rund um den über 2700 Meter hohen Monte Cinto sind im Frühjahr oft noch vom Schnee bedeckt.
Foto: Chris Hafer

Guten Mutes mache ich mich kurz darauf auf den Weg in den Süden. Erst mal raus aus dem scheinbar ewig langen Winter hier bei uns. Und 24 Stunden später begrüßt mich wirklich die Sonne über dem Mittelmeer. Die beleuchtet allerdings vor allem eines: Schnee auf den beeindruckend hohen Bergen. Korsika wird auch das „Gebirge im Meer“ genannt. Über 50 Gipfel sind mehr als 2000 Meter hoch, der 2706 Meter Monte Cinto steht nur knapp über 20 Kilometer vom Meer entfernt, was auf dem Wasser für eine grandiose Kulisse sorgt. Ähnlich beeindruckend ist auch die Zitadelle von Calvi, die über gleich drei Surfspots in der Bucht von Calvi wacht. Dass zumindest einige der Surfspots noch in ganz anderer Hinsicht gut bewacht sind, bemerke ich bei meinem ersten Flug mit der Fotodrohne am Strand. Keine fünf Minuten nach dem Take-off stehen fünf schwerbewaffnete Fremdenlegionäre vor mir und beenden freundlich aber bestimmt meinen Flug. Immerhin schießen sie die Drohne nicht gleich vom Himmel. Gut, ich hätte vielleicht daran denken können, dass der Spotname „Legion“ von dem direkt angrenzendem Stützpunkt der Fremdenlegion herrührt.

Dass nicht nur die Fremdenlegion schwer bewaffnet ist, lässt sich an ziemlich jedem Ortsschild erkennen, diese sind durchlöchert von Schrotkugeln oder anderen Kalibern. Die französischen Ortsnamen sind meist durchgestrichen, um den parallel aufgeführten korsischen Ortsnamen mehr Gewicht zu verleihen. Erst 2004 verkündeten die korsischen Separatisten offiziell den Waffenstillstand und verlegten ihre Bemühungen für ein eigenständiges Korsika auf die rein politische Ebene.

Auch heute sind die Korsen eben Korsen und keine Franzosen, das merken vor allem die zugewanderten Festland-Franzosen, die heute knapp 40 Prozent der Bevölkerung stellen. Mein wichtigster Informant wird während meines Aufenthalts Jean-Charles, von Beruf Leuchtturmwärter. Jemand, der von seinem Arbeitsplatz hoch oben am Leuchtturm nicht nur auf viele der Spots rund um die Ile de Rousse blickt, sondern auch Zugriff auf die Wetterberichte des Militärs und der Berufsschifffahrt hat, ist definitiv eine gute Quelle, um mich an die richtigen Spots zu lotsen.

Und gute Infos sind auf Korsika wichtig, aufgrund der vielen Berge und Täler kann in der einen Bucht das Wasser spiegelglatt sein, während wenige Kilometer nebenan perfekte Wavebedingungen herrschen. Nur wenige Grad der Windrichtung entscheiden manchmal über die Qualität der Bedingungen.

Wenn alles passt, dann wähnt man sich nicht nur aufgrund der grandiosen Landschaft und des kristallklaren, fast karibischen Wassers nicht im Mittelmeer, sondern vor allem aufgrund der Spotqualität. Während in Algajola der Shorebreak auf den Strand kracht, lotsen mich die Locals an ihren Geheimspot. Und die Wellen, die um die Felsen am Ende der Bucht von „Junqi“ biegen, sind einfach nur unglaublich geordnet, sauber und leer. Mit nur vier Einheimischen teile ich die Wellen und kann mein Glück kaum fassen. Nicht nur wegen der wirklich guten Wellen mit Side­offshore-Bedingungen, sondern auch aufgrund des Ausblicks vom Wasser auf die schneebedeckten Berge.

Nach einem wirklich grandiosen Surftag folgt prompt die Einladung zum Essen bei den gastfreundlichen Einheimischen, Surfen verbindet eben. Unser Gastgeber wohnt 30 Kilometer von der Küste entfernt, tief in den Bergen – dort, wo das Prädikat „ruhige Lage“ ausnahmsweise mal keine Übertreibung der Immobilienmakler ist. Mit korsischen Köstlichkeiten inklusive Opas gebranntem Hochprozentigen werde ich verwöhnt und kann immer mehr verstehen, warum sich Leute in diese Insel verlieben oder wie Napoleon nach ihr sehnen.

Ich hoffe, dass euch dieser Spot Guide bei eurer Reise nach Korsika hilft und die besten Reviere finden lässt. Wer eher auf Flachwasser programmiert ist, der sollte unbedingt den Guide Korsika Süd aus der Ausgabe surf 6/2017 studieren (zu finden auch unter www.surf-magazin.de/reise). Ihr werdet feststellen: Die Freeridespots sind ebenso traumhaft wie Korsikas wilde North­shore!

Allgemeine Infos:

Anreise: Am besten reist man nach Korsika mit dem Womo – Fährverbindungen mit Corsica Linea und Corsica Ferries gibt es von Marseille, Toulon und Nizza nach Porto Vecchio, Ajaccio oder die Fährhäfen Bastia und L’ile-Rousse. Die Überfahrt dauert, je nach Route zwischen 12-13 Std. Eine Alternative ist es, vom italienischen Festland die Überfahrt zu starten – mit Moby Lines kommt man von Livorno und Genua in fünf bis sieben Stunden und meist sogar günstiger nach Bastia. Die Preise für eine Überfahrt bewegen sich, je nach Saison, Route und Fahrzeuggröße, zwischen 80 und 300 Euro pro Strecke.

Infos zu den Fährverbindungen:

Auch eine Flugreise nach Bastia ist möglich – Airlines wie Lufthansa, Eurowings oder Austrian Airlines berechnen für den Flug ab 150 Euro aufwärts. Wie immer gilt: Gepäckbedingungen checken und Surfgepäck vorher anmelden!

Wind, Wetter & Neoprenempfehlungen: Angenehme Sommer, milde Winter – so könnte man das Klima auf Korsika zusammenfassen. Weil die Temperaturen auch im Winter nur selten unter 10° Celsius (Wasser ca. 13° Celsius) fallen, geht Frankreichs größte Insel, einen dicken 5/3er-Neo vorausgesetzt, als Ganzjahresrevier durch. Im Hochsommer klettert das Thermometer bis auf 30 Grad (Wasser: 24 Grad), die Nächte bleiben jedoch meist angenehm kühl.

Foto: Windfinder

Wer die Hauptferienzeit auslassen kann, findet zwischen April und Ende Juni sowie zwischen Ende August und Ende Oktober die ideale Reisezeit mit viel Wind und angenehmen Temperaturen um die 25 Grad, ein 4/3er-Neo tut es dann in jedem Fall. Der Norden der Insel profitiert im Gegensatz zu den südlich, an der Straße von Bonifacio gelegenen Spots nicht von der Düsenwirkung zwischen Korsika und Sardinien. Mit 30 bis 40 Prozent Gleitwind im Mittel liegt die Quote daher deutlich unter der von Bonifacio (45-60 Prozent). Ein Blick gen Süden lohnt also allemal. Häufigste Windrichtungen im Norden Korsikas sind der aus dem Rhonetal übers Mittelmeer wehende Mistral (NW-W), der warme Libecciu (SW) sowie der Scirocco (SO). Diese Windrichtungen sind es auch, die die Wavespots der Northshore zum Leben erwecken können. Insgesamt reicht die Bandbreite der Windbedingungen von Vollgas mit dem 3,7er bis hin zum gemütlichen Freerideritt mit großem Material. Unabhängig von den Temperaturen können Surfschuhe an vielen Wavespots des Nordens aufgrund vorkommender Seeigel und steiniger Einstiege nicht schaden.

Wohnen & Campen: Korsika bietet alles was das Herz begehrt – egal ob für Campingfans oder Luxusurlauber. Wer auf maximale Surfzeit aus ist, kann mit dem eigenen Camper besser auf die wechselnden Wind- und Wetterbedingungen reagieren. Auf Korsika ist wildes Campen generell verboten und auch mit hohen Bußgeldern belegt. Wer allerdings früh in der Saison anreist, wird Schwierigkeiten haben, offene Campingplätze zu finden.

Hier eine Auswahl in Spotnähe:

Calvi:

Algajola:

Bodri:

L’île-Rousse:

L’ Ostriconi:

Saint-Florent:

Macinaggio:

Surfstationen & Verleih: In Frankreich haben vor allem die „Club Nautiques“ oft sämtliches Wassersportgerät im Portfolio, wenngleich diese oft keine typischen Windsurfcenter sind. Aufsteigermaterial oder SUP-Boards für einen Flautentag sind aber fast immer verfügbar – Clubs gibt es in Calvi, L’ile Rousse, Saint-Florent und Macinaggio. Die Wavespots des Nordens sind aber den Individualisten vorbehalten, um eigenes Material kommt man hier nicht herum. Ausnahme: Das Center „Sport et Nature“ (www.algajola-sportetnature.com) in Algajola.

Surfshops: Wer an den krachenden Wavespots im Norden sein Material zerlegt, kann Ersatz bekommen – allerdings nur im Süden der Insel:

Tam Tam Bonifacio: www.tam-tam.fr

Alizé Porto Vecchio: https://alizesurf.fr

Alternativprogramm: Korsika ist Natur pur! Sollte einmal kein Wind wehen, bietet die Insel mit seinen wilden Bergen, die teilweise direkt an der Küste beginnen, den perfekten Spielplatz für diejenigen, die ein Mountainbike dabei haben. Wanderwege, die teilweise komplett über die Insel führen, wie etwa der Mare a Mare Nord, oder durch die Spelunca-Schlucht, zählen weltweit zu den Schönsten, und bereits auf kurzen Teilstrecken bieten sich Ein- und Ausblicke über die Insel, die lange im Gedächtnis bleiben. Ebenfalls ein guter Tipp: Der zum UNESCO-Weltnaturerbe gehörende Naturpark Scandola. Wer lieber auf dem Wasser ist, der sollte ein SUP-Board oder einen Wellenreiter im Gepäck haben, windunabhängige Swells sind durchaus möglich und die zahllosen Buchten sind so schön wie das Hinterland.

Schattenseiten: Das Preisniveau in Frankreich ist bekanntlich oft obere Liga, Korsika macht da leider keine Ausnahme. Die Wavespots sind teilweise kernig und erfordern Erfahrung, auch hier gibt es aber gemäßigtere Alternativen im Süden der Insel (Spot Guide in surf 6/2017). In größeren Städten sollte man, wie üblich, keine Wertsachen im Auto zurücklassen.

Korsika - die besten Spots im Norden der Insel

1 Calvi

Die Bucht von Calvi bietet gleich mehrere, von Wellen relativ abgeschirmte, Spots. Am Centre Nautique, direkt am Hafen unterhalb der Zitadelle, ist die beste Windrichtung NO. Im Uferbereich gibt’s einen Stehbereich mit Sandstrand, weshalb dieser Spot recht einfach zu fahren bleibt und auch weniger geübten Freeridern kaum Probleme bereitet. Nur bei starkem NO-Wind läuft Dünung in die Bucht. Die nötige Infrastruktur findet man im ansässigen Surfclub, lediglich Parkplätze sind etwas rar.

Flachwasser-Freunde sollten dem Plage du Club Olympique, in der Mitte der Bucht gelegen, einen Besuch abstatten. Hier surft man mit tollem Blick auf die Zitadelle von Calvi, ideal sind Winde aus W oder NW, die dann schräg auflandig von links an den Strand kommen. SW geht ebenfalls, ist aber böig. Es bleibt hier meist bei unkomplizierten Flachwasser- oder Bump & Jump-Bedingungen, denn der breite Sandstrand wird von Wellenbrechern geschützt. Auch die Parkplatzsituation ist hier, verglichen mit dem Spot am Centre Nautique, entspannter.

CalviFoto: Chris Hafer
Calvi

Der Spot „Legion“, am nördlichen Ende der Bucht gelegen, ist benannt nach der Kaserne der Fremdenlegion, die gegenüber der Einfahrt zum Spot liegt. Hier kommt vor allem SW-Wind etwas konstanter durch, es gibt einen Kieselstrand, an dem auch moderate Wellen laufen, wenn der Wind nach einigen Tagen aus Nord auf SW zurückdreht. Parkmöglichkeiten gibt es hier keine, ein Downwinder von Nautique über 600 Meter oder das Parken auf dem Kieselstrand sind die Lösung.

2 Algajola

Der Spot hat zwei Gesichter: Weht der Wind leicht ablandig aus SW ist es ein schöner Freeride- und Slalomspot mit traumhaften Wasserfarben und breitem Sandstrand. Dreht der Wind in Zuge einer Mistralperiode ein paar Grad nach West, wird Algajola zum Wavespot mit beeindruckendem Shorebreak. Könner finden hier dank kerniger Brandung und Sideshorewind von links die perfekte Spielwiese zum Springen und Frontside-Abreiten. Bei Sturm wird der Shorebreak sehr fordernd. Windsurfen geht man im nördlichen Teil der Bucht, am Ort selbst, im südlichen Bereich der Bucht, ist der Wind zu böig und man überlässt die Wellen besser den Wellenreitern.

Algajola ist nicht immer so zahm wie an diesem TagFoto: Chris Hafer
Algajola ist nicht immer so zahm wie an diesem Tag

3 Ghjunchitu

Selbst von offizieller Seite ist man sich scheinbar nicht einig, wie dieser Spot überhaupt geschrieben wird, die Locals nennen ihren Weltklassespot liebevoll „Junqi“. Schwierig zu finden über einen Weg durch die Feriensiedlung Davia lohnt sich die rüttelige Anfahrt spätestens, sobald man von der Straße aus die Wellen um das felsige Kap biegen sieht. Bei SW kann dieser Spot zu einem der besten Down-the-Line-Wavespots im Mittelmeer werden – masthohe Sets mit Sideshore- bis Sideoffshorewind erlauben lange Frontsideritte und sogar Aerials. Der Einstieg im Windschatten des Kaps, inklusive Schwimmeinlage bis in den Windbereich, sowie die mit Seeigeln gespickten Felsen, verdeutlichen, dass hier vor allem erfahrene Waver aufs Wasser sollten. Die Welle selbst ist dann aber relativ einfach zu fahren, weil sehr berechenbar. Was man unter allen Umständen vermeiden sollte, ist es, in Lee des Spots über den Strand auszusteigen. Der Shorebreak in Algajola ist amtlich, aber hier kracht der große Bruder auf den Sand. Der SW-Wind weht in „Junqi“ allerdings oft deutlich schwächer als in Algajola. Zum Anlanden einfach mal die Locals beobachten, die nach der Session mit einer Welle bis in den Windschatten fahren und die letzten Meter wieder schwimmend zurücklegen. Unbedingt beachten: Die Straße zum Spot ist ein Privatweg und bietet wenig Platz, bitte vor dem Surfen bereits wenden und so am Straßenrand parken, dass der Zugang nicht blockiert wird.

4 Bodri

Bodri ist quasi die Bucht in Lee von Ghjunchitu, auch hier funktioniert SW-Wind, wobei jeweils nur ein paar Grad in der Windrichtung den Unterschied machen. Wenn Ghjunchitu bei schwachem Libecciu nicht läuft, kann Bodri ein schöner Freeride- bis Bump & Jump-Spot sein, mit breitem Sandstrand und Strandbar. Allerdings muss man relativ weit oberhalb des Spots parken und sein Material knapp 600 Meter weit tragen. Auch vom Campingplatz ist es nur wenig näher.

5 L’ile-Rousse

Am Plage de la Gare innerhalb der Stadt bietet sich die Bucht, abgeschirmt durch die große Hafenmole, als Slalom- und Freeriderevier an. SW-Wind kommt hier ablandig und daher böig, das Wasser bleibt dafür sehr glatt und lädt zum Manöverüben ein. Auflandiger NO-Wind kann auch etwas Welle mitbringen, wenngleich man ehrlicherweise sagen muss, dass die Bedingungen dann anderswo, z.B. in der Bucht von Calvi, deutlich besser sind. Infrastruktur findet man in L’ile-Rousse am ansässigen Club Nautique, hier kann man auch SUP-Boards, Katamarane und Windsurfmaterial­ ausleihen. Einzige Einschränkung: Am nahen Hafen legen größere Fähren an und ab, hier gilt Vorsicht.

6 Lozari

Lozari kann an windigen Tagen ein guter Ausweichspot sein, wenn in Algajola Wind und Shorebreak zu heftig werden. Der schöne Sandstrand ist ähnlich ausgerichtet und fängt Wind aus W bis WSW gut auf, dieser weht dann sideshore von links und bietet moderate Welle zum Herumspringen. Bei Starkwind sind auch richtige Brandungswellen möglich. Auch NO-Wind ist hier gut fahrbar, wenngleich es dann in der Regel bei kleiner Windwelle bleibt. Am Strand gibt’s Bars, Cafes und Restaurants, um im Sommer den Surftag ausklingen zu lassen.

7 L’Ostriconi

Keine fünf Kilometer nordöstlich von Lozari befindet sich ein weiterer Ausweichspot für den Fall, dass der Libecciu aus Südwest bis West weiter westlich zu stark pfeifft. Die Bucht mit schönem Sandstrand ist seitlich von Felsen eingerahmt und bietet ein herrliches Ambiente. Ideal ist WSW-Wind, der schräg auflandig und recht konstant ankommt und schöne Wellen schiebt. Diese brechen auf Sand und nicht so hohl wie an großen Tagen in Algajola, mit etwas Shorebreak muss man aber auch hier klarkommen. Teilweise gibt es am Ufer einen kleinen Stehbereich, der beim Starten und Anlanden hilft. Dass hier meist nur wenige Leute auf dem Wasser sind, liegt auch daran, dass man vom Parkplatz erst mal die Steilküste hinunter kraxeln muss und erst unten aufbauen kann.

8 Saint-Florent

Weiter im Norden kommt der Libecciu meist nicht so stark durch, was aber von Vorteil sein kann, wenn es an den anderen Spots zu windig wird. Gestartet wird in Saint-Florent südwestlich des Hafens, hier befindet sich ein schöner Sandstrand und Campingplätze direkt am Spot. Am Plage de la Roja kommt SW-Wind schräg ablandig und etwas böig, West ist ideal und relativ konstant. Weil am Ufer ein Stehbereich vorhanden ist und das Wasser auch bei Starkwind glatt bleibt, sind in der großen Bucht auch weniger geübte Surfer bestens aufgehoben.

9 Macinaggio

Fast am nördlichen Ende Korsikas, nahe dem Cap Corse, befindet sich direkt neben dem Sportboothafen in Macinaggio einer der besten Wave­spots der Insel. Wenn im Winter Korsika unter Tiefdruckeinfluss gerät, läuft hier bei Scirocco aus Südost eine exzellente Riffwelle zum Abreiten nach Lee, der Wind kommt dann sideshore von rechts. Die Strömung ist spürbar und man sollte in jedem Fall über Wellenerfahrung verfügen. Bei westlichen Windrichtungen zeigt der Spot sein zahmes Gesicht, dann findet man hier Flachwasser zum Heizen und Halsen. Am Hafen gibt’s die nötige Infrastruktur und auch mehrere spotnahe Campingplätze sind hier zu finden.