Windsurfen in den USA - die besten Spots der Westküste

Phil Soltysiak

 · 19.05.2022

Windsurfen in den USA - die besten Spots der WestküsteFoto: Max Matissek
Golden Gate Bridge

Max Matissek und Phil Soltysiak ließen die Golden Gate Bridge hinter sich und erkundeten die wilden Windsurfspots der USA - von Kalifornien bis hinauf nach Oregon.

Die automatische Tür des Flug­hafens von San Francisco öffnet sich und wir atmen zum ersten Mal die Pazifikluft der mit Nebel verhangenen Küste Kaliforniens. Während wir unsere Boardbags an die Bordsteinkante zerren, huschen Bilder von endlosen Küstenstraßen, windgepeitschten Stränden und Campingromantik durch unsere Köpfe.

Unser Freund aus San Francisco, Local Graham Fedderson, hält seinen überdimensionierten Chevrolet Suburban am Straßenrand, aus den Boxen dröhnt Gangster-Rap. Eine Collage aus abgewetzten Aufklebern inklusive „I take care of my beaches” verleihen seinem dreckigen Truck Charakter. Dank ausgereifter Packtechnik findet unser Sortiment aus sieben Windsurf- und Wellenreitboards Platz neben Graham’s Surfkram – dieser ist noch nass, ein gutes Zeichen. Graham setzt uns am Escape Campervan Depot ab, wo wir das, was in den nächsten Wochen unser fahrendes Hotel sein wird, zum ersten Mal sehen – ein bunt lackierter Van mit Bett, Kühlschrank, Kochplatz und, besonders wichtig, stabilen Dachträgern.

Verlagssonderveröffentlichung

Mit einem ersten Burrito – jenen beliebten mexikanischen und mit Hackfleich, Reis und Gemüse gefüllten Teigfladen in der Hand, steigen wir aufs Gas. Die Küste nördlich von San Francisco bis hinauf nach Oregon ist unser Ziel. Doch vorher statten wir noch dem Cityspot von San Franciso, Crissy Fields, einen Besuch ab.

Foto: Max Matissek

Der Anblick der 2,7 Kilometer langen und 227 Meter hohen Golden Gate Bridge, vor der sich Wind- und Kitesurfer tummeln, ist atemberaubend. Der Wind pfeift durch die Bucht und nach so vielen Flugmeilen und geschleppten Kilos erwachen mit dem ersten Dichtholen und dem Blick auf eines der Top-10-Bauwerke der Welt unsere Sinne zu neuem Leben.

Angesichts riesiger in die Bucht gleitender Containerschiffe und Hubschrauber, die unter der Brücke durchfliegen, fühlen wir uns wie Windsurf-Zwerge. Wir hätten uns keinen passenderen Willkommensgruß ausdenken können, als eine Session unter dem Wahrzeichen Kaliforniens. Als wir am Abend mit dem letzten Abendlicht und dem zweiten Burrito im Magen auf den kurvenreichen Highway No. 1 einbiegen, beginnt unsere Reise entlang der wilden Pazifikküste erst richtig. Unser erstes Ziel: Bodega Bay.

Am nächsten Morgen schütteln uns am Doran Regional Park – einer kleinen Landzunge, die den Hafen von Bodega von der großen Bucht abtrennt – der heulende Wind und das in regelmäßigen Abständen ertönende Nebelhorn aus dem Schlaf. Ein erster Blick nach draußen mündet in der Suche nach warmen Klamotten – nicht gerade das, weshalb man nach Kalifornien fährt. Beim Gang über den Campingplatz entdecken wir eine Infotafel, die uns verrät, dass hier, zwischen der Küste und den vorgelagerten Farallon-Inseln, die weltweit größte Population an weißen Haien beheimatet ist. Großartig!

Die US-Westküste ist bisher allenfalls als Wave-Destination bekannt, dabei gibt es an Spots wie Floras Lake auch eine zahme Seite zu entdecken.
Foto: Max Matissek

Das Wasser in der großen Bucht wirkt extrem flach, selbst die Minifinnen un­serer Freestylebretter scheinen hier an ihre Grenzen zu kommen. Zu unserer Überraschung entdecken wir rund zwei Kilometer nördlich, am Hafen von Bodega Bay, einige Windsurfer. Wir entscheiden uns trotzdem, auf das Einsetzen der Flut zu warten, um direkt vom Campingplatz zu starten und riggen schon mal unsere 4,0er-Segel auf. Als wir bei 40 Knoten Gegenwind den ersten Fuß ins knöcheltiefe Wasser setzen, fällt jeder Schritt schwer. Nach zehn Schritten gegen den Sturm schnaufen wir wie alte Dampfloks, 100 fühlen sich an wie ein Marathon und das Wasser ist noch immer knöcheltief.

Nach 30 Minuten Fußmarsch haben wir genug, surfen einige Schläge in der Fahrrinne die zum Hafen führt und verfluchen uns, es nicht einfach den anderen Windsurfern gleichgetan zu haben und direkt am Hafen aufs Wasser gegangen zu sein.

Mit gesenkten Köpfen entscheiden wir uns, Bodega den Rücken zu kehren und uns weiter entlang des Highway No. 1 gen Norden zu machen. Jede Kurve gibt den Blick auf eine neue atemberaubende Szenerie mit endlosen Stränden und wellenumtosten Klippen frei. Es gibt keine Eile, denn die Vorhersage macht klar: An guten Windsurfbedingungen wird es uns nicht mangeln. An der „Avenue of Giants”, der „Allee der Giganten”, fahren wir ab, um ein Nachtlager zu suchen. Hier im Humboldt Redwoods State Park stehen einige der größten Bäume der Welt, sie erreichen Höhen von über 110 Metern und sind teilweise 1500 Jahre alt.

Eine Stunde später liegen in Alufolie ein­gerollte kalifornische Süßkartoffeln im Lagerfeuer, daneben brutzeln weißer Seebarsch, Paprika und Artischoken in Olivenöl. Auch am nächsten Morgen lassen wir es uns gutgehen, denn ein großes „American Breakfast” ist die beste Art, den Tag zu beginnen. Hier im Redwood Café, orientiert sich die Größe der Portionen an Omelette und Hash Browns, der amerikanischen Art von Kartoffelpuffer, scheinbar an der Größe der Bäume in der Umgebung. Gigantisch! Vollgestopft wie Weihnachtsgänse rollen wir weiter den Highway 101 hinauf in Richtung Big Lagoon. Wir checken auf einem Campingplatz ein und wer den Anspruch hat, direkt vom Van aufs Brett zu steigen, ist hier genau richtig. Mit Slalom-Equipment fege ich einige Stunden übers glatte Wasser, dabei wechseln sich strahlender Sonnenschein und hereinwabbernde Nebelbänke, die alles in ein surreales Licht tauchen, gegenseitig ab.

Das Wettersystem hier oben ist ziemlich einfach gestrickt: Südwind wie heute in Big Lagoon weht eher leicht und bringt trübes Wetter mit, eine Nordströmung sorgt hingegen für klare Luft, Sonnenschein und starken Wind am Nachmittag. Und weil die Vorhersage letztere Wetterkonstellation für die Spots jenseits der Grenze zu Oregon verspricht, setzen wir unsere Reise voller Vorfreude in Richtung Pistol River und Cape Sebastian fort.

Wie gemacht für Roadtrips - die Westküste der USAFoto: Matissek
Wie gemacht für Roadtrips - die Westküste der USA

Hier erleben wir schließlich das, wes­halb wir hergekommen sind: Echte „coast days”, an denen der Unterschied zwischen heißer Luft über dem Festland und kaltem Ozeanwasser eine starke Thermik erzeugt. Am Spot Pistol River, der auch „The Rock” genannt wird und seit vielen Jahren Tourstopp der International Windsurfing Tour (IWT) ist, sind tagelang die kleinsten Segel angesagt. Schräg auflandiger Wind schaufelt hier 1-a-Sprungrampen an den Strand. Wenn einen der teilweise kernige Shorebreak mal eine Tracht Prügel erteilt, merkt man dann doch, wie kalt der Pazifik hier eigentlich ist: Mitunter sinkt die Wassertemperatur auf nur zwölf Grad. Weil die Luft aber sehr angenehm und warm ist, ist das nicht weiter schlimm. Die Locals in Pistol River sind entspannt, Platz auf dem Wasser gibt es genug und so teilen sie gerne ihr Wissen und erklären uns auch die Spots in der näheren Umgebung: Dadurch kommen wir in den folgenden Tagen sogar noch in den Genuss von sauberen Down-the-Line-Wellen mit schräg ablandigem Wind am Cape Sebastian. Das nahe Gold Beach bietet sogar einen echten Weltklasse-Wellenspot, namens The Jetty. Obwohl man uns sagte, es sei sicher hier zu surfen, ist die Anzahl an herumschwimmenden Robben und Seelöwen hier derart einschüchternd, dass wir uns zunächst nicht überwinden konnten, aufs Wasser zu gehen. Erst einige Tage später riskieren wir es angesichts toller Bedingungen und der Überzeugungskünste einiger Locals, mit 100 Seelöwen das Wasser zu teilen – die größten Adrenalinschübe verursachten an diesem Tag definitiv nicht die Wellen.

Ein Abstecher nach Floras Lake erscheint angesichts der Erlebnisse vor Gold Beach wie eine Entspannungskur: Wärmeres, glattes Wasser, ein Campingplatz sowie ein kleines Verleihcenter direkt am Spot – hier kann man sein Material über Nacht einfach aufgeriggt vor dem Van liegen lassen und am nächsten Tag die Finne glühen lassen.

Als wir nach zwei Wochen die Rückreise antreten müssen, bleibt die Erkenntnis, dass man eigentlich mehr Zeit braucht, um all die Goldschätze dieser Region zu heben. We’ll be back to the land north of the golden gate.

Foto: Phil Soltysiak

Allgemeine Infos

Anreise/Materialmitnahme: Bester Startpunkt für einen Trip an die US-Westküste ist San Francisco. Alternativ kann auch der weiter nördlich gelegene Airport von Portland ein Tipp sein – hier hat man zudem die Option, der legendären Columbia River Gorge einen Besuch abzustatten. Flüge gibt es jeweils ab 600 Euro. Unbedingt sollte man die Gepäckkonditionen der Airlines checken, da man um eigenes Material nicht herumkommt.

Wind, Wetter & Neoprenempfehlung: Die für Windsurfer beste Reisezeit ist zwischen April und September, dann entwickelt sich zwischen dem heißen Hinterland und dem kalten Pazifik eine verlässliche Thermik aus Nord bis Nordwest, die laut Statistik (siehe rechts) an über 70 Prozent der Tage mit mehr als 24 km/h (=13 Knoten) bläst. Lokale Effekte sorgen für den Extra-Boost. Kleine Segel gehören immer ins Gepäck, Tage mit 35 Knoten sind keine Seltenheit. Die Lufttemperatur liegt bei moderaten 20 bis 25 Grad, abgesehen vom morgendlichen Seenebel ist Niederschlag im Sommer selten. Aufgrund des kalten Wassers – selbst im August sind mehr als 15 Grad kaum drin – ist ein 5/3er-Langarmneo empfehlenswert. Zum SUPen oder Wellenreiten können auch Schuhe/Haube nicht schaden.

WINDTAGE IM MONAT (IN PROZENT)Foto: Windsurf.com
WINDTAGE IM MONAT (IN PROZENT)

Wind- und Wettervorhersagen unter:

Swellvorhersage unter:

surf-Tipp: Hole dir die Smartphone-App iWindsurf. Hier bekommst du Zugang zu Live-Messdaten und lokalen Vorhersagen sowie Windstatistiken für viele Surfspots. Auch die Website
www.wx.iwindsurf.com ist top!

Wohnen & Campen: Wer die maximale Ausbeute an Surftagen will, sollte mobil sein. Ideal ist es, einen Campingvan (ab 900 Euro/Monat) oder eines der fetten und mit Dusche, Toilette, Kühlschrank und weiterem Schnickschnack ausgestatteten Motorhomes (ab 1300 Euro/Monat) zu mieten, welches Platz für bis zu sechs Personen bietet. Einfach unter dem Suchbegriff „Camper Kalifornien“ googeln. Gute Erfahrungen haben wir auch mit Escape Campervans gemacht (www.escapecampervans.com). Sprit ist mit ca. 80 Cent/Liter deutlich günstiger als in Europa. Wildes Campen wird in Teilen Kaliforniens und Oregons noch toleriert, Verbotsschilder sollte man allerdings ernst nehmen. Lagerfeuer nur an dafür vorgesehenen Feuerstellen, angesichts regelmäßiger Waldbrände versteht man diesbezüglich keinen Spaß. Gut ausgestattete und an wunderbaren Orten gelegene Campingplätze gibt es zahlreich. Kostenpunkt: 20 bis 50 Dollar/Nacht.

Campen in Spotnähe:

Bodega Harbour: Doran Regional Park

Clam Beach: Clam Beach County Park

Big Lagoon: County Campground

Floras Lake: Boice-Cope-Park

Surfschulen & Shops: Diesbezüglich ist die Westküste leider Niemannsland! Eigenes Material und Mobilität ist ein Muss. Ausnahme ist Floras Lake Windsurfing & Kiteboard (http://floraslake.com).

Schattenseiten: Die niedrigen Wassertemperaturen sind dank der warmen Luft erträglich, komplett wegdiskutieren kann man sie aber nicht.

Die Windsurfspots an der Westküste der USA

1) Bodega Harbour

Etwa eineinhalb Autostunden nördlich von San Francisco befindet sich Bodega Harbour, ein geschützter Spot, der durch eine Landzunge nahezu vollständig vom Meer abgeschlossen ist. Die Bucht ist bei Niedrigwasser großteils zu flach zum Windsurfen, vor dem Bodega Harbour Yacht Club bekommt man aber meist genug Wasser unter die Finne. Bei NW-Wind, der hier nicht selten die 30-Knoten-Grenze knackt, bleibt das Wasser abgesehen von einigen Chops recht glatt und eignet sich gut zum Tricksen, Heizen und für Aufsteiger. Bei einsetzender Ebbe auf die Sandbänke achten! Im nahen Doran Regional Park kann man campen, im Ort selbst gibt’s zumindest einige Shops, Cafes und Restaurants. Nur dass die Gegend als „sharky” gilt, trägt nicht unbedingt zur Entspannung bei.

2) Clam Beach

Mit seinen Dünenlandschaften und ausgedehnten Sandstränden erinnert Clam Beach an die dänische Nordseeküste. Knapp sechs Kilometer nördlich des 15000-Einwohner-Städtchens McKinleyville – wo es sämtliche Infrastruktur wie Supermärkte, Bars und Restaurants gibt – befindet sich der Clam Beach County Park. Der wunderschöne Sandstrand fällt hier sehr flach ab, wodurch die Wellen in mehreren Linien und recht moderat brechen. Je nach Swell und Windstärke gibt es dann Spotbedingungen von Bump & Jump bis hin zu richtiger Brandungswelle. Abgesehen von den großen Tagen kommen auch weniger erfahrene Waverider gut klar. NW-Wind weht schräg auflandig von rechts und sorgt für schöne Sprung- und Abreitbedingungen. Ein Campingplatz liegt direkt am Spot.

3) Big Lagoon

Folgt man dem Highway 101 von Clam Beach aus weiter in Richtung Norden, erreicht man nach 25 Kilometern den Humboldt Lagoons State Park, dessen drei Lagunen durch schmale Landzungen vom Pazifik abgetrennt werden. Vor allem die südlichste und größte Lagune, die sechs Kilometer lange Big Lagoon, eignet sich zum Windsurfen. Vom Big Lagoon County Campground am südlichen Ufer des Sees kann man über Sandstrand ins Wasser und bei NW-Wind in sehr sicheren und einfachen Bedingungen heizen und Manöver üben. Auch bei starkem Wind bleibt das Wasser stets glatt – von etwas Windwelle abgesehen. Außer dem Campingplatz gibt’s hier keine nennenswerte Infrastruktur – nur Ruhe und schöne Landschaft, die auch zu einem SUP-Ausflug einlädt. S-Wind ist am Ostufer ebenfalls gut fahrbar und meist moderat. Hinter der Brücke, die über die Lagune führt, nimmt man die zweite Abzweigung. Haltet Ausschau nach einem Feldweg hinter einem weißen Tor und fahrt bis runter zum Wasser.

Als Windsurfer ist man in den USA oft alleine unterwegsFoto: Max Matissek
Als Windsurfer ist man in den USA oft alleine unterwegs

4) Crescent City

Dem 7500-Einwohner-Städtchen Crescent City sollte man aus zwei Gründen einen Besuch abstatten. Erstens, der Surfspot. Vom Highway 101 kommend, erreicht man über Anchor Way den South Beach am südlichen Ende der Stadt, wo man bei Südwind moderate Wellen mit Wind von links vorfindet. Weiter in Richtung Süden werden die Wellen sogar noch etwas größer. Das zweite Highlight der Gegend ist der nahe Redwood Forest, wo viele der größten Bäume der Welt weit über 100 Meter in den Himmel ragen – ein Trip dahin die perfekte Flautenalternative. In Crescent City gibt es zudem diverse Restaurants, Bars und Unterkünfte aller Art. Wenige Kilometer nördlich lässt man dann Kalifornien hinter sich und erreicht Oregon.

5) Pistol River / The Rock

Eines der Highlights Oregons ist zweifellos der durch die Tourstopps der International Windsurfing Tour (IWT) bekannt gewordene Spot Pistol River. Rund 1,7 Kilometer nördlich des Flusses findet man einen kleinen Parkplatz auf der linken Seite, wo man auf Gras aufriggen kann. Die Thermik aus Nordwest wird hier am stärksten, oft ballert es mit über 30 Knoten, so dass man die kleinsten Tücher aus dem Fahrzeug holen kann. Auch ohne echten Swell rollen immer ein paar Windwellen an den Strand, die man bei schräg auflandigem Wind von rechts für dicke Sprünge und Wellenritte nutzen kann. An normalen Tagen ist Pistol River für Wave-Novizen und Pros eine schöne Spielwiese und nicht sonderlich gefährlich. Die Kulisse am auch „The Rock” genannten Spot ist einzigartig – der Strand, das grüne Hinterland und die charakteristischen Felsformationen machen jede Session zu einem Erlebnis. Kommt Swell aus SW bis NW dazu, wird Pistol River auch groß, der Shorebreak hat es dann in sich. Infrastruktur wie Shops und Restaurants findet man im nahen Gold Beach, wo es am nördlichen Ortsende auch mehrere Campingplätze gibt.

6) Cape Sebastian

Zwei Kilometer nördlich von Pistol River liegt eine weitere Perle der Region. An einem „viewpoint” direkt an der Straße wird geparkt, aufgeriggt unten am Strand. Windwelle aus Nordwest muss etwas weiter reindrehen als in Pistol River und ist meist deutlich kleiner. SW- bis W-Swell ist perfekt und beschert cleane Down-the-Line-Bedingungen mit Wind von rechts für Wellenritte und Aerials vom allerfeinsten. Die besten Bedingungen gibt’s hier am Morgen und am Abend, nachmittags ist es hingegen oft sehr böig. In Lee befinden sich massive Felsen, die man zwar nicht übersehen kann, aber trotzdem meiden sollte. In Verbindung mit dem böigen Wind und dem sehr kalten Wasser ist Cape Sebastian eher ein Tipp für erfahrene Wavesurfer. Infrastruktur, Unterkünfte und mehrere Campingplätze gibt’s im nahen Gold Beach.

7) The Jetty

Am Nordende von Gold Beach folgt man der Beschilderung Richtung „Municipal Airport” und parkt am Oceanside Drive, 200 Meter in Lee der Mole (engl. „jetty”), wo man über einen Sandstrand ins Wasser gelangt. Jetty fängt sowohl echten Swell als auch die übliche Windwelle aus NW auf, auch hier ballert es oft mit 30 Knoten plus X. Je nach Windwinkel kommt man in den Genuss von sauberen Wellen zwischen hüft- und masthoch, der Wind weht sideshore von rechts. Bei ablaufendem Wasser sollte man den Spot meiden, da sich in Verbindung mit dem unweit nördlich ins Meer mündenden Rogue River dann eine starke Strömung ergibt. Hier ist man nie alleine auf/im dem Wasser – weniger wegen der lokalen Windsurfer als aufgrund der Massen an Robben, Seelöwen und anderem Getier.

8) Floras Lake

Wer dem wilden Pazifik mal den Rücken kehren und gemütlich im Flachwasser cruisen will, der sollte unbedingt einen Trip nach Floras Lake machen! Durch einen Dünengürtel vom Meer abgetrennt, kann man hier am Boice Cope Park nach Herzenslust tricksen und im glatten Wasser an seinen Manövern feilen. Bei starkem NW-Wind entwickelt sich am Luvende des Sees ein spiegelglattes Manöverlabor, allerdings mit leicht böigem Wind und diversen Kiteschirmen am Himmel. Südwind ist ebenfalls gut fahrbar und weil es hier die komplette Infrastruktur aus Campingplatz, B & B und sogar einem Verleihcenter gibt, ist man hier bestens aufgehoben.

Wer es bis hier oben geschafft hat, kann ernsthaft über einen Abstecher an den legendären Columbia River und seiner lebendigen Windsurfszene nachdenken – bis nach Portland sind es von Floras Lake gerade mal 250 Meilen.