Spanien: Tarifa

  • Adi Beholz
 • Publiziert vor 7 Jahren

„Die nach dem Wind Verrückten“ – so nennen die Einheimischen die zahlreichen Windsurf-Besessenen, die jedes Jahr an die Straße von Gibraltar kommen. Dabei ist es gerade mal 50 Jahre her, dass Tarifa eine traurige Zukunft prognostiziert wurde: „Der Wind bläst die Touristen fort“ titelte 1969 „Die Zeit“. Wie sich die Zeiten doch ändern...

Bei Levante surft man bei Playa Chica vor der Mole.

Tarifa ist geschichtsträchtig –  das merkt man bei jedem Schritt in den kleinen verwinkelten Gassen der Altstadt. Als vor über über 4000 Jahren die Phönizier das bis dahin größte Handelsnetz im Mittelmeerraum aufzubauen begannen, arbeiteten sich die Seefahrer langsam vom heutigen Syrien und dem Libanon aus entlang der gesamten nordafrikanischen Küste bis ins heutige Marokko vor. Vermutlich setzten sie vor etwa 3000 Jahren von Marokko nach Spanien über und errichteten eine Stadt am südlichsten Punkt Europas, um von hier aus ihre Handelsrouten entlang der spanischen Küste fortzusetzen. Die Geschichte des heutigen Tarifa begann vor 1300 Jahren. Der Berber Tarif abu Zura setzte mit 500 Mann auf die Iberische Halbinsel über und errichtete eine nach ihm benannte Stadt. 960 wurde dann die arabische Festung von Tarifa fertiggestellt, die die Meerenge von Gibraltar kontrollieren sollte. Sie war ein wichtiges Bollwerk gegen Wikinger und Piraten, die schon damals die Region heimsuchten und stets gefürchtet waren.

Die Flachwasserspielwiese von Balneario.

Die folgenden Jahrhunderte waren gekennzeichnet von großen Schlachten zu Land und zu See und letztlich war es die Entdeckung der neuen Welt, die dem Hafen von Tarifa eine neue strategische Bedeutung zuteil werden ließ. Viele junge Seefahrer und Soldaten wurden aus der Stadt und ihrer Umgebung angeheuert, Handelsschiffe liefen mit exotischen Waren ein und Kriegsschiffe verließen die Stadt mit neuen Zielen. Tarifa war ein Knotenpunkt, ein Ort der Afrika und Europa verband.

La Caleta ist immer noch ein Geheimtipp.

Mit dem Ende der Kolonialisierung schlief Tarifa langsam ein, es ging bergab. Die Fischerei war lange die einzige Einnahmequelle der Stadt. Während andernorts in Spanien der Tourismus erwachte, brachte "Die Zeit" 1969 das "Problem" Tarifas ziemlich treffend auf den Punkt: "Der Wind bläst die Touristen fort." Wenn nicht zwei Jahre vorher Windsurfen das Licht der Welt erblickt hätte, wäre Tarifa wohl endgültig in der Bedeutungslosigkeit versunken. Heute ist Tarifa Hauptstadt. Hauptstadt der Windsurfer und das liegt – womit sich der Kreis schließt – wieder an der strategisch guten Lage. Die Meerenge von Gibraltar ist einfach ein verdammt windiger Ort und man hat sich voll und ganz auf die Windsurfer eingestellt – abgesehen von Haiku auf Maui gibt wohl kaum eine Stadt, in der die Dichte an Surfbars und Shops größer ist als hier.

Diese 18 Spots beschreiben wir unten im PDF-Download:

1. Palmones 2. Getares 3. La Caleta 4. Playa Chica 5. Balneario 6. Campo de Footbol 7. Rio Jara 8. Los Lances 9. Dos Mares 10. Arte Vida 11. Hurricane 12.Torre de la Pena 13. Valdevaqueros 14. Spin Out 15. Casa de Porros 16. Bolonia 17. Canos de Meca 18. Sancti Petri

Themen: ReiseSpanienTarifa

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