Venezuela: El Yaque und Isla de Coche

  • Steve Chismar
 • Publiziert vor 19 Jahren

Vor rund zehn Jahren lebten in El Yaque ein paar Fischer und viele, viele Pelikane. Heute steht dort eine Touristenhochburg für Surfer. Die Söhne der Fischer wachsen, dank des beständigen Passats und der vielen Surfstationen, zu Virtuosen der Surfkunst heran. Und auch Europäer lernen hier schneller, denn den Wind kann man hier fast mitbuchen. Und wem El Yaque zu voll wird, für den zeigt surf auch Alternativen.

El Yaque verdankt seinen Aufstieg zwei Umständen: Dem Golfkrieg 1990/91 und dem guten Riecher der Charchulla-Brüder für neue Spots. 1990 mussten Claudia und Gunter Baade, die als Surflehrer in Ägypten arbeiteten, das Land verlassen. Rolf Kansmeyer, ehemaliger Happy-Chef, suchte nach Alternativen. Die Charchullas munkelten vom windigen El Yaque auf der Insel Margarita. Kansmeyer schickte Baade 1991 als Kundschafter, nachdem surf bereits im Januar 1989 über das Windwunder in der Karibik berichtet hatte. Gunter erinnert sich: „Da war nichts: ein paar Baracken, besoffene Fischer, Wind und viele, viele Pelikane.“ Und ein Kanadier. Der witterte das Potenzial und investierte mit dem einheimischen Viktor Martins in das erste Surf-Hotel – das Windsurf Paradise entstand.

Wie ein grüner Fleck auf einem Blatt Papier wirkt El Yaque auch heute noch im trockenen Süden Margaritas. Neben dem knisternden Palmendach gibt es mehr als zehn Hotels, sechs große Surfstationen, Restaurants, ein Internet-Café, Boutiquen, einen Surfladen, ein Reisebüro, viel Wind, vereinzelt besoffene Fischer und viele, viele Pelikane. Außerdem ist hier eine der aktivsten Freestyle-Szenen der Welt entstanden: Einheimische wie Dioni und Colette Guadagnino, Ricardo Campello, Cheo Diaz, Alexis Zabala, aber auch Zugereiste wie Remko de Weerd (Holland) mischen sogar im Worldcup ganz vorne mit.

Alle Infos über El Yaque und die Isla de Coche findet ihr im Download.

Themen: SurfspotsVenezuelaWavespots

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