USA: Pistol River, Oregon

  • John Carter
 • Publiziert vor 10 Jahren

Die Sommerwinde am Pistol River Park in Oregon gehören zu den verlässlichsten auf unserem Planeten. Doch der Pazifik ist eiskalt und fordert eine extra Schicht Neopren. In der atemberaubenden Szenerie der US-Westküste trafen John Carter und Timo Mullen Kevin Pritschard, Francisco Goya, Kai Katchadourian und Robby Naish beim legendären Pistol River Wave Bash.

Timo Mullen in Myer's Creak

Ein verwirrender Anruf. Ich weiß nicht so recht, ob ich den Button anklicken soll, um zwei Tickets nach San Francisco zu buchen. Der Flug startet in 24 Stunden, ich muss jetzt entscheiden! Timo und ich wollten schon immer an die Oregon-Küste. Das ist einer der Wave-Spots wie Baja, Maui, West-Australien oder die Kanaren. Da musst du einfach hin, bevor du zu alt dafür bist. Und dort findet schließlich der Pistol River Bash statt. Sogar Robby Naish soll kommen. 1300 Pfund für zwei Tickets? Nochmal den Wetterbericht checken. Zur Hölle, es ist doch nur Geld. Ich drücke auf ‚Bestätigen‘ und einen Augenblick später ist die Kohle abgebucht. Oregon, wir kommen!

36 Stunden später. Irgendwie stolperten wir bei United Airlines in die Business Class, zahlten nichts fürs Übergepäck und ergatterten einen coolen schwarzen Jeep für den berühmten Highway 101. Mit unserer Ausrüstung auf dem Dach, der Golden Gate Bridge als Ziel im Navi, verließen wir den Airport. Nach dem langen Flug entschlossen wir uns, die berüchtigte Windsurfing-Szene von Crissy Fields unter den rostigen Pfeilern der Golden Gate-Brücke unter die Lupe zu nehmen. San Francisco ist bekannt für starken Wind und Timo wollte unbedingt einen Schlag surfen, bevor wir die Acht-Stunden-Fahrt nach Pistol antraten.

Ein böiger Streifen, sechzig Meter vom Ufer entfernt, sah nicht gerade ideal für Timos 5,3er und das 80-Liter-Board aus. Aber dann entdeckten wir einen einheimischen Surfer mit nagelneuem Slalom-Material übers Wasser knallen. Timo würde doch nicht? Doch! Nach zehn Minuten hatte er seinen neuen Freund Lee überredet und ging mit seinem Material total überpowert nach draußen. Er schaffte es bis rauf zur Brücke, wich dabei mehreren Tankern aus und brachte tatsächlich alles unbeschädigt zurück. Nach einer Stunde waren wir wieder auf der Straße, rollten über die Golden Gate-Brücke und verließen die Stadt nordwärts auf dem Highway 101. Noch 360 Meilen.

Pistol River

Wir waren gerade zwanzig Meilen in Oregon unterwegs, da entdeckten wir ein Schild auf dem stand: “Pistol River Wave Bash”...geschafft! Über den Dünen, draußen auf dem Meer, leuchteten die Schaumkronen, keine Wolke war zu sehen und die Wellen rollten herein...manchmal hat man es einfach im Gefühl, dass es heute noch richtig brüllen wird! Auf der linken Seite des Strandes stand ein riesiger Felsen, dort war das Wettfahrtbüro. Weil wir bis zur Anmeldung noch eine Stunde Zeit hatten, fuhren wir den Highway weiter rauf nach Golden Beach. Unterwegs kamen wir an einen Strand mit schräg ablandigem Wind. Cape Sebastian. Windsurfer standen neben bunten Vans und checkten die Bedingungen. “Hier müsst ihr mal bei großen Wellen rausgehen”, sagte Dana Miller, ein Local, der uns ausgiebig davon berichtete, wie gut dieser Spot bei Südswell und Nordwind sei.

Die gesamte Westcoast-Story findet ihr unten als PDF-Download.

Timo Mullen on the road....

 

We are going to San Francisco...

Kevin Pritchard im Eiswasser vor Pistol River

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