USA: Spot Guide Columbia River Gorge

  • Tilo Eber
 • Publiziert vor 8 Jahren

Windsurfen als Volkssport, vor traumhafter Bergkulisse und mit thermischem Wind – das erinnert unweigerlich an den guten alten Gardasee. Am River Gorge gibt’s all dies nur eine Spur größer, bequemer und windiger. Und nicht einmal um Parkplätze muss man sich hier streiten.

Zaghaft klettern die ersten Sonnenstrahlen über die Hänge des Columbia Rivers und tauchen die Flagge mit den Stars and Stripes im Garten in weiches Morgenlicht. Auf der Veranda halb leere, pfandfreie Bierdosen, stille Zeugen einer Hausparty am Vorabend. Im Hintergrund ein Trailerpark wie aus einem Hollywood-Film, auf der Hofauffahrt ein GMC-Truck, aus dem jederzeit das A-Team aussteigen könnte.

Gerade als ich mich frage, ob mein erster Morgen im Land der unbegrenzten  Möglichkeiten noch klischeehafter ablaufen kann, biegen Bryan und Tyson in einem überdimensionalen Pick-up um die Ecke, begleitet von lautem Hip-Hop. Mit Baseballcap auf dem Kopf und Starbucks-Kaffee in der Hand schmettern sie mir das erste "Hey buddy, how are you doing?" des Tages entgegen. Ich freue mich. Gleich am Anfang der Reise kann ich bereits den ersten Punkt meiner Urlaubsagenda, "einen unverfälscht amerikanischen Moment erleben", abhaken.

Am Spot Hatchery gibt‘s Stadionatmosphäre.

Tyson Poor war bereits vor Jahren erfolgreich im Freestyle-Worldcup unterwegs. Statt die zusammengesparten Dollars in Flüge zu den meist in Europa stattfindenden Cups zu stecken, bleibt er jedoch lieber am Gorge. Bryan ist derzeit die große Freestyle-Hoffnung der USA. Aber auch er bringt es nicht übers Herz, dem PWA-Zirkus ganzjährig zu folgen, um etwa mit der Konkurrenz am nächsten Tourstopp zu trainieren.

Morgens Skilaufen, Nachmittags Windsurfen, SUPen, Raften, Biken oder Wandern und am Abend bei einem Bierchen den Sonnenuntergang am Fluss genießen – the Gorge way of life.

Der Fluss verfügt über eine scheinbar magische Anziehungskraft, als habe er am Rücken seiner Jünger Bungee-Seile befestigt, die jeden umso schneller zurückziehen, je weiter sie sich zu entfernen versuchen. Woher dieser Gummizug-Effekt kommt, beschreibt wohl am besten ein Aufkleber auf Bryans Wagen: "All good in da hood". Was ich als Floskel deute, ist laut Bryan "eine Tatsache". Ein Blick in seinen Kofferraum gibt Aufschluss: Neben Waveboards und kleinen Segeln liegt darin ein Mountainbike und ein Paar Ski, in den Autos der anderen WG-Bewohner außerdem noch Golfschläger, Rafting-Flöße, SUPs oder Angelsets. Die Hood ist ein Spieleparadies für postpubertäre Jungs, eingebettet in beeindruckender Landschaft. Das einzige Problem ist, dass die meisten der Spielsachen leider oft im Kofferraum bleiben müssen, da fast täglich garantierte Windsurfsessions an der Hatch, the Wall oder in Arlington dazwischenkommen. All good in da hood – selten musste ich einem Aufkleber mehr recht geben.

Den gesamten Spot Guide mit den 9 nachfolgenden Surf-Spots lest ihr als PDF-Download.

1) Rooster Rocks 2) Stevenson 3) The Hatchery 4) Sandbank Salmon River 5) Eventside 6) Bingen Marina 7) Doug's Beach 8) Arlington 9) The Wall  

Themen: AmerikaRiver Gorge

PDF-Download

Für Abonnenten kostenfrei. SURF-Abo gibt's hier


  • 1,99 €
    USA: Columbia River Gorge

Lesen Sie die SURF. Einfach digital in der SURF-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
  • USA: Hawaii - Big Island

    25.11.2006

  • USA: Maui – Jaws

    21.03.2008

  • USA: The Gorge

    07.08.2001

  • USA: Pistol River, Oregon

    10.09.2010

  • USA: Columbia River Gorge

    20.11.2008

  • USA: Cityspot New York

    28.10.2008

  • USA: Oahu

    12.08.2002

  • USA: Spot Guide Columbia River Gorge

    22.07.2013