Gun Sails Cannonball 8,6

 • Publiziert vor 11 Jahren

surf-Empfehlung: Das Cannonball ist wahrscheinlich für die Mehrzahl der Freeracer sehr gut geeignet. Mit maximaler Leistung im mittleren Windbereich – genau da, wo man es meistens benötigt. Über lange Strecken wirkt sich der kleine Nachteil im Topspeed kaum aus, das holt man im Windloch locker wieder raus. Lediglich für GPS-Topspeedjäger bieten sich andere Segel eher an. Das Cannonball ist besser auf (auch etwas schwereren) Freeride- und Freeraceboards aufgehoben als auf reinen Slalomrennern.

[Segel] Gun Sails Cannonball 8,6 : [Tester] Frank Lewisch : [Spot] Langebaan

Das Gun Sails Cannonball wurde für 2011 mit einer breiteren Masttasche sichtbar aufgerüstet und soll jetzt auch in der Freerace-Pro-Gruppe punkten. Neben diesem 3-Camber-Segel bietet sich als klassisches Camber-Freeridesegel das Escape mit zwei Spangen an. Gun Sails hat so gesehen ein Modell weniger in der Palette als North Sails oder Gaastra, das Cannonball muss den Spagat zwischen Freerace und Freerace Pro schaffen.

An Land: Die mehrteilige, breite Masttasche mit halbdurchsichtigen X-Ply- Bahnen wertet das Segel optisch auf und vermittelt einen sehr sportlich-raceorientierten Eindruck. Sämtliche Materi-

alien sind solide, alle nötigen Verstärkungen gut dimensioniert. Neben North Sails und Point-7 bietet auch das Cannonball eine optische Trimmmarkierung für die Vorliekseinstellung.

Auf dem Wasser: Das Gun Sails Cannonball würden wir eher als Freerace einstufen – ohne “Pro” und das im positiven Sinne. Das bauchige Profil liegt vom Angleiten bis Überpower sehr stabil und neutral in der Hand, bleibt ohne umzutrimmen druckpunktstabil und wird im unteren und mittleren Windbereich sehr schnell. Bei sehr viel Wind kommt es mit den besten nicht ganz mit, dann lässt es sich wegen der höheren Haltekräfte nur noch schwer optimal dichthalten.

Das Segel schöpft viel Kraft aus tiefem Profil – bei Segeln gleichzusetzen mit einem hubraumstarken Motor. Im Dümpeln wirkt es vergleichsweise leicht und gleich nach dem Dichtholen lädt sich das Profil auf und zieht vehement los. Dann vermittelt es recht satte Haltekräfte, bleibt dabei aber “gelockt” – sehr stabil – auf dem Board und benötigt kaum Korrekturen. Wir haben das Segel einmal nach dem FRED (optische Trimmhilfe für die Vorliekspannung) getrimmt und dann lediglich bei viel Wind am Schothorn nachjustiert, so hat es wunderbar funktioniert. In der Halse liegt es gleichauf mit drei anderen in dieser Gruppe der Camberboliden, nicht wirklich leicht, mit weitem Rotationsweg der Latten und Camber, aber nicht ruckartig anreißend. Auch beim Schiften spürt man eine angenehme Dämpfung im Profil, genau wie auch bereits auf der Geraden.

Web: www.gunsails.de

Verwendeter Mast: Gun Sails Select 100 SDM 490 cm, IMCS 29, 2,00 Kilo, 100 % Carbon;

Preis: 435 Euro Segelgewicht: 6,74 kg

Mastgewicht: 1,76 kg

Rollencamber sorgen für gute Rotation.

Sinnvoll in dieser Gruppe sind ebenfalls Verstärkungen auf der Latte, die diagonal durch die Gabel läuft wie hier beispielhaft von Gun Sails gezeigt.

 

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