Boards: Wir haben fünf völlig verschiedene und teils brandneue Boardkonzepte auf ihre Tauglichkeit als Grill-Alternative getestet.Segel: Mit einem dieser Powersegel liegst du entweder zu 100 Prozent richtig oder voll daneben. Die Spezialisten benötigen eine besondere Beratung. Im Test waren die Kraftpakete zumindest beim Angleiten allesamt dem größeren Freerace-Vergleichssegel überlegen.

[Board] LORCH Bird 149 : [Tester] Stephan Gölnitz : [Spot] Walchensee

LEICHTWINDBOARDS

Der Erfolg von gleitstarken Segeln, bei denen Topspeed und Höhelaufen nur eine zweitrangige Rolle spielen, zeigt: Viele Surfer wollen gleiten und zwar so früh wie möglich – aber nicht zwangsläufig mit einem 12er-Segel auf dem Formulaboard. Denn die meisten Freizeitsurfer pfeifen auf drei Grad mehr oder weniger beim Höhelaufen, wollen lieber gute Kontrolle auf Halbwindkurs und ein insgesamt möglichst einfaches und komfortables Handling.

Fünf verschiedene Konzepte von Boards, die besonders gut mit noch zivilen Segelgrößen zwischen acht und zehn Quadratmetern harmonieren, sollten bei diesem Test ihre Qualitäten als Leichtwinduntersatz beweisen. Ein Formulaboard als Herausforderer war auch dabei.

Große Schwierigkeiten bereiten Hobbysurfern auf Formula-, aber auch auf breiten Slalomboards leider häufig die extrem außen montierten Schlaufen auf den obendrein breiten Hecks. Doch nur dort, auf der Rundung der Kante, steht man mit passabler Fußhaltung mit nicht zu stark gestrecktem Gelenk. Einfach zu erreichende, weiter innen liegende, bequeme Schlaufenpositionen oder schmalere Hecks sind daher ein Schlüssel zum guten Volks-Formula.

Neue Boards als Formula-Alternative

Verschiedene Boardkonzepte sollen daher jetzt die Leistungsfähigkeit der Regattamaschinen mit besserer Alltagstauglichkeit kombinieren. Dabei stehen neu im Fokus die speziell fürs Frühgleiten entwickelten Boards JP-Australia Super Light Wind 90 und Lorch Bird 149 bis 179. Starboard bietet mit dem iSonic 150 ein Slalomboard für Freizeitsurfer und Tabou zeigt mit dem Manta FR 85, wie man mit cleveren Detailüberarbeitungen auch einen Rennhobel zähmen kann. Große Freerider in leichter Bauweise, wie der Starboard Futura 155, stehen ebenfalls zur Auswahl. Alle Vergleichstests der vergangenen Jahre haben gezeigt: Gerade im unteren Windbereich drücken die Pfunde der schwereren Bauweisen spürbar auf die Bremse und damit auf die gute Gleitlaune. Wer am unteren Windlimit surft, sollte daher möglichst zur höherwertigen Bauweise greifen.

Nach langer Suche nach Spots mit wenig genug Wind für den Test sind wir jetzt sicher: Windsurfen bei zehn Knoten bleibt mit Boards dieser Art und den passenden Segeln nicht mehr den Regattaprofis allein vorbehalten.

LEICHTWINDSEGEL

Ein Großteil des Surferlebens spielt sich in Deutschland an den windarmen Binnenseen ab. Wer auf den gelegentlichen Gleitrausch in der Vergangenheit dennoch nicht verzichten wollte, hatte wenig Alternativen zu den größtmöglichen Segeln. Und so zogen landauf, landab Surfer auf der Suche nach ein paar Glücks-, sprich Gleitmomenten, an Segeln jenseits der neun Quadratmeter. Doch die Nachteile der Riesensegel liegen auf der Hand. Zu schwer, zu teuer, zu unhandlich und ein Wasserstart gerät für den Freizeitsurfer zur “mission impossible”.

“Konstruiert ein Segel, das so früh wie möglich ins Gleiten kommt und ein akzeptables Handling hat”, so lautete vor einigen Jahren die Vorgabe des surf Magazins für einen Design-Contest. Um dies zu erreichen, verpassten die Designer ihren Segeln recht üppige Gabelbaumlängen und sehr tiefe Profilverläufe, die auch bei Leichtwind gleitfähigen Vortrieb erzeugen sollen. Abstriche wurden bei Kontrollierbarkeit und Topspeed bewusst in Kauf genommen. Seitdem scheiden sich an diesem Konzept die Geister. Einigen hat das Konzept den Spaß am Windsurfen zurückgebracht, weil sie mit kleineren handlicheren Segeln trotzdem früh ins Gleiten kommen. Surfer, die gerne mit Vollgas über die Piste glühen, bemängeln die vergleichsweise schlechtere Kontrollierbarkeit bei mehr Wind und schwören nach wie vor auf Freeracesegel. Aus diesem Grund haben wir beim Test neben den Frühgleitkonzepten Gaastra Plasma, Sailloft Traction, Neil- Pryde Helium und Severne Glide auch ein Freeracesegel (NeilPryde H2 8,7) als Referenz mitgetestet. Für wen machen die Powertüten also Sinn?

Die Testergebnisse dieser Boards und Segel findet Ihr unten als PDF-Download:

• BOARDS:

JP-Australia Super Light Wind 90 Pro

JP-Australia Formula 100 Pro

Lorch Bird 149

Lorch Bird 179

Starboards Futura 155 Wood

Starboard iSonic 150 Wood

Tabou Manta FR 85

• SEGEL:

Gaastra Plasma 8,5

NeilPryde Helium 8,5

Sailloft Traction 8,5

Severne Glide 8,5

Nachtrag zu Sailloft Traction 8,5

Das Segel ist leichter zu riggen als gedacht. In der Hitze des Frühgleitgefechts haben unsere Tester beim Sailloft Traction den Mast beim Aufbau mühsam durch die Camber gezwängt. Dabei lassen sich die Camber auch bei diesem Powertuch beim Aufbau leicht nachträglich an den Mast anklappen, nachdem man den Spargel locker in die Masttasche geschoben hat.

Slalomboards und Freerider sind in den letzen Jahren immer breiter – und dabei meist kürzer – geworden. Shaper Günter Lorch setzt dagegen konsequent auf längere Shapes. Bei gleichem Volumen fallen seine Boards deutlich schmaler aus. Bei Tests waren sie dennoch immer unter den Gleitbesten dabei. Welches nun das „bessere“ Gleitkonzept ist, lässt sich endgültig kaum sagen, dennoch hat das Ergebnis überrascht. Beim passiven Angleiten liegen längere Boards mit harmonischer, gestreckter Bodenkurve vorne. Einmal im Rutschen zählt dann wiederum, wieviel Fläche man im Heck unter den Füßen hat.

 

Leichtwindsegel sollen Power bei weniger Fläche bringen, auch weil die meisten Surfer so wenig Gewicht wie möglich mitschleppen wollen. Leichte Materialien helfen dabei weiter. Bei NeilPryde kommt relativ dünner Monofilm zum Einsatz – sorgfältigere Behandlung erforderlich.

Bei den Frühgleit-Segelkonzepten, die für viel Vortrieb eine besonders lange Segelsehne besitzen, lässt sich mit den stufigen Achterlieksschnitten die tatsächlich benötigte Gabellänge sinnvoll verringern.

Themen: BirdDownloadFormulaFRFuturaGaastraGlideHeliumiSonicJP-AUSTRALIALeichtwiLightLorchMantaNeilPrydePlasmaSailloftSeverneStarboardStarboardsSuperTabouTractionWindWood

  • 2,00 €
    Leichtwindmaterial 2010

Lesen Sie die SURF. Einfach digital in der SURF-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
Anzeige
  • Fanatic FreeWave 85 TE

    20.04.2010Der FreeWave zählt zu den agilsten, sportlichsten Boards und macht auch beim Abreiten gemäßigter Wellen richtig Spaß. Mit sportlicher Gleitlage und vielen Schlaufenoptionen sowohl ...

  • JP-Australia: Softshell-Jacke und Mu?tze

    10.03.2011Passend zur frostigen Jahreszeit kommt von JP-Australia eine winddichte, abriebfeste und wasserabweisende Shoftshell- Jacke.

  • Gun Sails Torro 6,0

    15.05.2011surf-Empfehlung: Ein auch in Manövern neutrales Segel für Surfer, die mehr Wert auf Handlingqualitäten als auf Geschwindigkeitsrekorde legen.

  • Gaastra Manic 4,7

    20.03.2011Das Manic zählt zu den Segeln, die man greift, wenn eigentlich alle Segel am Limit sind. Überpowert zählt es auch auf der Welle zu den besten Tüchern, Druckpunktwanderungen oder ...

  • Severne S-1

    25.10.2012Dunkis weit sichtbare Racesegel-Farbe Rot setzt sich bei Severne auch für die Wavesegel durch – Rot ist Trumpf. Das manöver-orientierte S-1 wurde von Designer Ben Severne für die ...

  • Naish Freestyle 90

    25.04.2012surf-Empfehlung: Ein reinrassiges Freestyleboard für leichte Surfer oder für Starkwind, das am liebsten flach und schnell in die Drehung springt. Heizen und Halsen sind nicht ...

  • Freeridesegel 2003

    01.04.2005Freeride lebt, und wer den Begriff wörtlich nimmt, wird erst seine ganze Faszination erkennen: Der freie Ritt, das ist mehr als das sture Hin- und Herheizen im ...

  • Schon gefahren: Tabou Thunder 120 LTD

    25.07.2012Tabou-Shaper Fabien Vollenweider hobelt nicht nur einfach drauf los, sondern beobachtet vorher, was seine Kunden benötigen: “Ich habe festgestellt, dass die meisten Surfer auf ...

  • JP-Australia Slalom IX

    15.01.20133 x 2 ist nach Adam Riese 6, aber nicht bei JP und nicht im Worldcup. JP-Australia bietet von seinem Slalom-Renner sechs Größen an, aber die PWA erlaubt pro Fahrer im ...