Der heilige Gral?

  • Manuel Vogel
 • Publiziert vor 6 Monaten

Die Power eines Racesegels mit dem Handling eines Freeridekonzepts? Andrea Cucchi, Gründer und Designer der Marke Point-7, erklärt, wie das neue Modell AC-Z diesem Ziel einen großen Schritt näher kommen soll.

Der Traum von der bestmöglichen Kombi aus Handling und Leistung ist so alt wie das Windsurfen selbst. Andrea Cucchi – Markengründer, Segeldesigner und Worldcup-Profi – spricht im surf-Interview über neue Wege, dieses Ziel zu erreichen.

Andrea Cucchi ist Gründer und Designer der Marke Point-7

surf: Andrea, bei Point-7 gibt es seit Kurzem mit dem AC-Z ein neues Modell für Freeracer. Was hat es damit auf sich?

AC: Heutzutage sind auch camberlose Freeridesegel verdammt schnell, die Regattafahrer surfen natürlich trotzdem reine Racesegel. Insofern waren 2-Cam-Freeracesegel bislang immer irgendwie schwierig. Bei allen Marken hat man dafür bisher eine ähnliche Philosophie verfolgt: Man nahm aus dem Racesegel zwei Camber raus, reduzierte die Vorliekskurve und machte die Masttasche etwas schmaler. Beim AC-Z wollten wir neue Wege gehen, weg von der alten Denkweise: Der untere Bereich ist designt wie bei einem vollwertigen Racesegel, mit breiter Masttasche, tiefem Profil und zwei Cambern unterhalb der Gabel. Über der Gabel wird die Masttasche dann plötzlich schmal wie bei einem camberlosen Freeridesegel.

Das neue Point-7 AC-Z

Was ist der Hintergedanke?

Die Power entsteht bei Racesegeln vor allem im Bereich unterhalb der Gabel, deswegen übernehmen wir diesen Bereich für das AC-Z. Die Probleme beim Handling eines Racesegels ergeben sich für Hobbysurfer vor allem durch die breite Masttasche über der Gabel, weil sich hier viel Wasser sammeln kann und das Wasserstarten mühsam wird. Deshalb die Idee, den oberen Bereich vom Freeridesegel zu übernehmen und komplett camberfrei zu gestalten. Unterm Strich kommt die Leistung des AC-Z dem des Racesegels extrem nah. Geriggt wird es wie ein typisches Cambersegel, die Camber werden bei getrimmter Trimmschot angeklappt, dann erst wird das Vorliek final durchgezogen.

Dunkel getönter Monofilm soll die UV-Stabilität der Segel verbessern

Anderes Thema – ihr werbt mit UV-resistentem Monofilm. Was hat es damit auf sich?

Die UV-Resistenz ist abhängig von der Materialdicke und der Färbung. Normaler, klarer Film hat die schlechteste UV-Beständigkeit. Gefärbter Film besteht aus zwei Lagen Film mit eingefärbtem Kleber dazwischen. Je dunkler die Färbung, desto langlebiger. Jetzt färben wir daher auch die Segelfenster dunkel ein. Man kann durchschauen, aber es ist eben wie beim Blick durch eine Sonnenbrille.

Infos: www.point-7.com

Schlagwörter: Interview


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