Mit dem Bow bringt GunSails ein mutiges Design an den Start, das wegen der vier Camber allerdings nicht in unsere Gruppenvorgaben passte. Wir haben es dennoch exklusiv gegen das GunSails Exceed getestet. Zum Konzept: Ein spezieller 490er Mast, der im Topp extrem flext, passt zu drei Segelgrößen (6,9/7,8/8,7). Das Einfädeln gestaltet sich wegen der starken Krümmung in der Masttasche etwas schwieriger, nach dem Trimmen (sehr niedrige Trimmkräfte!) ist kaum Loose sichtbar, flexen soll hier das gesamte Topp. Im Vergleich bietet das Bow spürbar mehr Leistung als das eher Freeride-orientierte Exceed und liegt etwa auf dem Niveau der leistungsstärkeren Segel dieser Gruppe. Es gleitet früher, beschleunigt vor allem bei leichtem Gleitwind deutlich druckvoller, bleibt aber dabei sehr fahrstabil mit ausgewogener Kräftebalance. Satt und kraftvoll in den Händen, wirkt das Bow wie eine Mischung aus Freerace und Race, für lässige Freeridemanöver wirkt das Segel deutlich zu schwer. Zwar schiften die Camber sehr gut, gerät das Segel (5,7 Kilo) aber in der Halse aus der Balance, sind die wirklich starken Männer gefragt. Die Option, drei Segel auf einem Mast surfen zu können, klingt verlockend, allerdings ist der Mast (2,6 Kilo) nur für Bow-Segel geeignet. Obendrein blieb der Testmast nach wenigen Surftagen auch nach dem Abbau stark verbogen. Fazit: Leistungsmäßig bietet das Bow ein echtes Upgrade zum Exceed, allerdings kommen wegen des recht wuchtigen Segelgefühls auch Racesegel wie das GunSails GS-R oder das 3-Camber-Segel „Vector“ als Alternative in Betracht.

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