Freeridesegel mit Camber 2009

 • Publiziert vor 12 Jahren

Die fünf Freeridesegel mit zwei Cambern im Test sind praktisch ausgereift – ein Fehlkauf ist beinahe ausgeschlossen. Spannend wird es, weil wir zusätzlich einen Vertreter der Powersegel und ein camberloses Freeridesegel mitgetestet haben, die jeweils – je nach Revier und Anspruch – mehr als nur eine Alternative sein könnten.

So dicht liegen die drei Segeltypen nur beim Fotoshoot zusammen. Das Trio aus Powersegel (Sailloft, vorne), 2-Cam-Segel (NeilPryde, Mitte) und No-Cam-Segel (Severne, hinten) bietet Stoff für den spannendsten Vergleichstest der Saison.

Was gibt es Schöneres als bei schlappen vier Windstärken schon entspannt im Gleiten an der Gabel zu hängen? Die Trickser „stehen“ meist nur im Weg herum, das Wasser ist noch nicht zu kabbelig, der Wind hat in Böen aber schon genug Druck, um richtig Gas zu geben – perfekte Freeride- bedingungen! Unsere Freeridesegel um 7,5 Quadratmeter mit zwei Cambern und gemäßigt breiter Masttasche sind bei solchen Bedingungen nicht umsonst sehr beliebt. Sie passen perfekt zu Freerideboards zwischen 120 und 160 Liter Volumen.

So ein Segeltest kann dabei Millimeterarbeit sein, aber auch ganz einfach. Denn innerhalb dieser Gruppe unterscheiden sich die Segel in der Fahrleistung nur um wenige Prozentpunkte – und um die herauszufinden muss man selbst feinste Trimmunterschiede ausprobieren. Nimmt man dagegen ein Frühgleitsegel wie das Severne Glide, sowie ein camberloses Segel (Severne NCX), und tritt damit gegen klassische 2-Cam-Freeridesegel an, dann kann man beinahe trimmen wie man will, die Unterschiede bleiben unverkennbar. Wir haben deshalb diesmal nicht nur fünf ausgewählte 2-Cam-Segel getestet, sondern erstmals auch die drei wichtigsten Freeride-Segelgruppen direkt miteinan der verglichen. Freeridesegel ohne Camber, Segel mit zwei Cambern und einen Vertreter der speziellen Powersegel – ebenfalls mit zwei Cambern. Das 2-Cam-Segel von North Sails, das S_Type, haben wir bereits in der Freeraceklasse getestet, wo es sich als schnelles Segel bewährt hat. Es ist nach unseren Testeindrücken tatsächlich sehr Freerace orientiert und geht daher in dieser Gruppe nicht nochmals an den Start ( Test in surf 1-2/2009 -> ).

Nur schwierig nachvollziehbar bleibt es für uns, dass die Gruppe der Frühgleit- oder auch Powersegel von vielen Marken noch so stiefmütterlich betrachtet wird. Wir hoffen aber sehr, dass die Gruppe weiter entwickelt wird, denn der Bedarf ist nach unserem Leserfeedback da. Wir haben die Gleitsegel jetzt erneut untereinander und auch gegen herkömmliche 2-Cam-Segel getestet und konnten uns im direkten Vergleich bei perfekten Testbedingungen von der überragenden Gleitleistung eines Severne Glide oder Sailloft Traction überzeugen. Bei drei Windstärken entwickeln diese Kraftpakete “echte” Leistung, die einem gefühlten Quadratmeter mehr Segelfl äche entspricht. Bei mehr oder weniger konstantem Leichtwind trumpfen diese Segel mit ungekannter Leistung auf.

Sämtliche Vergleichsfahrten haben wir auf zwei gleichen Lorch Breeze 129 Whiteline durchgeführt – gut angleitende Boards ohne spürbare Topspeedbegrenzung. Unser Testlager haben wir eine Woche am Hotel Torbole am Gardasee aufgeschlagen, die Tester waren 80

 

Bei den meisten Segeln werden die Camber erst nach dem Einfädeln angeklappt. Markierungen und Anleitungen helfen dabei. Bei richtiger Technik deutlich einfacher als klassisch den Mast durchzuzwängen.

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