Neilpryde Hellcat 6,7

 • Publiziert vor 8 Jahren

surf-Empfehlung: Von der Gleitgrenze bis in den normalen Gleitwindbereich gibt es kein leistungsstärkeres Freeridesegel ohne Camber, das obendrein so einfach schnell zu machen ist. Dranhängen und losglühen gelingt kaum leichter. Manöversurfer greifen lieber zu Alternativen aus der Gruppe oder markenintern zum NeilPryde Fusion.

An Land: Mit langer Gabel und weit überstehendem Schothorn hat das Hellcat die wohl längste Segelsehne innerhalb dieser Gruppe. Ausstattung und Verarbeitung sind angemessen gut, vor allem das mit Kevlarbändern aufwändig gemachte Schothorn ist ein Hingucker. Der verwendete Monofilm wirkt recht solide. Auf dem Wasser: Wie schon die Inspektion an Land erwarten lässt, zeigt sich das Hellcat mit vollem Profil und langer Gabel als besonders kraftvolles Segel. Dichtholen, losgleiten, da nimmt es sogar dem starken Gun Sail auf den ersten Metern ein paar Wimpernschläge ab. Es wirkt nicht gerade klein, aber auch nicht schwer, zählt aber sicher nicht zu den favorisierten Handlingsegeln der Gruppe. Die Stärken des Hellcat liegen in der vorbildlichen Fahrstabilität, das Segel steht im unteren und mittleren Windbereich stabil wie eine Wand und in der souveränen Leistungsentfaltung schon bei wenig Wind. Wer das Hellcat als größtes Segel für die entspannte Frühgleitsession aussucht, bekommt den stärksten Motor für den unteren und mittleren Gleitwindbereich. Vor allem, wenn der Wind immer mal wieder rauf und runter geht, hält das Hellcat am besten den Schnitt. Erst bei richtig viel Wind kommt es dann etwas früher an die Kontrollgrenze, der Druckpunkt verlagert sich stärker nach hinten. Doch dann hat der normale Freerider üblicherweise längst aufs Fünfeinhalber umgeriggt. In Manövern flutschen die Latten flüssig am Mast vorbei, es wirkt gewichtsmäßig nicht so federleicht wie ein Severne oder Naish, aber immer noch etwas leichter als das ebenfalls gleitstarke Gun Sail. Für Manöver wie Duck Jibes würde man aber – wenn man die Wahl hat – sicher eines der Segel mit kürzerer Gabel bevorzugen, da wirkt der Powermotor schon spürbar größer.

Web: www.neilpryde.de

Verwendeter Mast: NeilPryde X65 SDM 430 cm, IMCS 21, 2,00 Kilo, 65 % Carbon Preis: 419 Euro surf-Messung Segelgewicht: 4,56 kg Mastgewicht: 2,26 kg

Stephan Gölnitz Attraktiv: Kevlarverstärkungen im Durchlicht bei NeilPryde.

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