Redaktion

NeilPryde Hornet 7,2 gegen Hellcat 7,2

  • Christl Borst-Friebe
05.09.2012

Fazit: Das Hornet ist perfekt für trimmfaule Surfer, die auf viel Leistung in einem breiten Windbereich setzen. Das Hellcat ist anspruchsvoller zu trimmen und oben raus aber mindestens ebenso schnell – bei besserem Handling.

[Segel] NeilPryde Hornet 7,2 / Hellcat 7,2 : [Tester] Stephan Gölnitz / Frank Lewisch : [Spot] Torbole/Gardasee

An Land: Beide Segel waren bereits brandneue 2013er Modelle und entweder, wie das Hellcat, deutlich überarbeitet oder, wie das Hornet, komplett neu. Beim jetzt sportlicher ausgelegtem Hellcat führen mehr Vorliekskurve und eine eng geschnittene Masttasche dazu, dass beim Aufriggen das Cambersegel in Summe eigentlich die Nase vorn hat. Die beiden Cams des Hornet sind – schwupp – an den Mast geklappt, Mast einfädeln geht trotz nur gemäßigt breiter Masttasche kinderleicht.

Beim Hellcat muss der Mast schon eher gegen seinen Willen in die Tasche gepresst werden. Die Trimmkräfte liegen noch im grünen Bereich, beide Segel zeigen gemäßigtes Loose Leech, das Hellcat hat auch ohne Winddruck bereits einiges an erkennbarem Profil im unteren Bereich zu bieten. Die Camber-Reißverschlüsse beim Hornet sind schön lang, so dass sich die Camber trotz schmal geschnittener Masttasche gut anklappen lassen.

Auf dem Wasser: So wie sich die beiden Segel auf der Waage nichts schenken – da wiegen sich die breitere Masttasche und zwei Camber des einen, die zusätzliche Latte des anderen auf – ist auch der erste Eindruck beim Beachstart und beim Andümpeln aus der Windabdeckung bei morgendlichem starken Nordwind. Beide Segel wirken leicht und ausreichend agil, für 7,2er wirklich schön kompakt.

Das Hornet bietet beim Beachstart auch in der leichtesten Brise bereits etwas mehr Lift und wirkt daher sogar beinahe leichter als das Hellcat. Gleich hinter der Mole, wo die ersten Böen recht zackig ins Segel schmettern, kann das Hellcat ein paar Punkte sammeln. Bereits leicht aufgefiert lässt es in den heftigeren Böen den Druck raus, beim Hornet muss man da etwas mehr arbeiten. Beim passiven Angleiten liegen die Segel auf den ersten Metern Kopf an Kopf, doch dann legt das Hornet im unteren Gleitwindbereich mit spürbar mehr Beschleunigung gleich ein paar Meter dazwischen. Es wirkt deutlich straffer und kann im unteren Windbereich ein klares Leistungsplus verbuchen. Erstaunlicherweise wirkt das Hellcat trotz einer zusätzlichen Latte sogar etwas gedämpfter, kann aber oben raus locker mithalten. Zumindest, wenn man es entsprechend trimmt – mit viel Loose übers Vorliek und flachem Profil durch entsprechende Trimmschotspannung.

Das zeigt auch den entscheidenden Unterschied zwischen dem Camber- und dem NoCam-Segel. In der messbaren Fahrleistung sind die Unterschiede minimal, das camberlose Segel muss man dafür aber häufiger umtrimmen. Das Cambersegel kombiniert ein bauchiges Profil mit guter Kontrollierbarkeit und liegt daher bei schwankenden Windbedingungen vorne. Dennoch ist gerade in dieser kleinsten Größe von 7,2 Quadratmetern das camberlose Hellcat nicht abgeschlagen. Wer gerne auch mal Duck Jibes fährt oder generell eher kurze Schläge mit vielen Manövern bevorzugt, gewinnt beim Hellcat noch einiges. Beide Segel liegen sehr fahrstabil in der Hand, das Hornet dabei nochmals ruhiger, das passt zum komfortablen Gesamteindruck. Im Vergleich zum H2 kann das neue Hornet vor allem mit besserer Rotation in der Halse überzeugen und knüpft als Freeridesegel mit Camber an die guten Tugenden aus alten V6-Zeiten an.

Web: www.neilpryde.de

NEILPRYDE HORNET 7,2

Vorliek: 471 cm

Gabellänge: 196 cm

Latten: 6

Gewicht*: 4,8 Kilo

Preis: 759 Euro

Testmast: NeilPryde X65 SDM; 65 % Carbon; 460 cm; 25 IMCS; 2,1 Kilo

Preis: 499 Euro

NEILPRYDE HELLCAT 7,2

Vorliek: 472 cm

Gabellänge: 202 cm

Latten: 7

Gewicht*: 4,8 Kilo

Preis: 719 Euro

Testmast: NeilPryde X65 SDM; 65 % Carbon; 460 cm; 25 IMCS; 2,1 Kilo

Preis: 499 Euro

* = Surf-Messung

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