Segeltest: Cam gegen NoCam 2012

 • Publiziert vor 9 Jahren

Switch – der Camber wechselt die Seite. Switch – Zeit, den Schalter im Kopf umzulegen. Im Freizeitbereich waren Camber lange verpönt, vor allem wegen der Probleme beim Aufriggen. Das ist Geschichte, das steht nach diesem Test fest. Wie sich die Unterschiede zwischen Cam und NoCam in verschiedenen Größen sonst noch auswirken, haben wir mit vier exemplarischen Segelpärchen ausgetestet.

(Segel) NeilPryde Hornet 7,2/NeilPryde Hellcat 7,2: (Tester) Stephan Gölnitz/Frank Lewisch: (Spot) Torbole/Gardasee

Zwischen sieben und achteinhalb Quadratmetern ist die häufigst gestellte Frage im Shop nicht nach der besten Segelmarke, sondern eine Grundsatzentscheidung: Camber – ja oder nein? Bei noch größeren Segeln gibt es eigentlich keine camberlosen Segel am Markt und unter sieben Quadratmetern greifen nur Worldcupfahrer und Speedsurfer zum Camber-Racesegel. Dazwischen trifft man bei der Diskussion auch mal auf harte Fronten, als ginge es um die Wahl zwischen Opel oder VW.

Unruhestifter Nummer eins sind dabei die Surfer, die aus Prinzip keine Camber haben wollen. “Das beruht teils aber noch auf Aussagen von vor 15 Jahren”, weiß surf-Tester und Shop-Verkäufer Frank Lewisch. “Vielen geht’s ums Aufriggen – und das ist aber wirklich nicht mehr schwer. Viele nehmen auch wegen des Handlings kein Cambersegel. Es muss aber nicht schwerer sein, muss nicht schwieriger zum Aufriggen sein und kann sogar für nicht so gute Fahrer die bessere Wahl sein, weil es fahrstabiler ist.” Tatsächlich haben Cambersegel oft eine Latte weniger, weil man die für Druckpunktstabilität nicht benötigt, das spart Gewicht und erleichtert das Handling.

Und mit einem 8,0er ist die Powerhalse bereits die Manöverkrönung – und dabei stört der Camber bei ordentlicher Technik kaum. Vorteile bieten die camberlosen Segel in Manövern, wenn das Schiften doch oft noch etwas länger dauert, bei Wenden lassen sie sich leichter durch den Wind ziehen und bei böigem Wind leichter auffieren und so Druck rauslassen, der bei Cambersegeln etwas ruckender nach vorne zieht.

Geht doch camberleicht

6 Bilder

.

Wir haben exemplarisch vier Paare zwischen 7,2 und 8,6 Quadratmetern verglichen und einiges erfahren, das für fast alle Camber- und NoCam-Segel gelten dürfte.

Cambersegel

NoCam-Segel

Die Testergebniss der 8 Camber und NoCamber Segel gibt es unten als PDF-Download.

Gehört zur Artikelstrecke:

Segeltest: Cam gegen NoCam 2012


  • Severne Turbo 8,1 gegen NCX 8,0

    06.09.2012Fazit: Bei diesem Pärchen kann das NCX in Summe wohl mehr Punkte sammeln, weil es bei nur minimal schwächerer Leistung deutlich leichter wirkt. Das Turbo ist nicht als Dampfhammer ...

  • Segeltest: Cam gegen NoCam 2012

    05.09.2012Switch – der Camber wechselt die Seite. Switch – Zeit, den Schalter im Kopf umzulegen. Im Freizeitbereich waren Camber lange verpönt, vor allem wegen der Probleme beim Aufriggen. ...

  • NeilPryde Hornet 7,2 gegen Hellcat 7,2

    05.09.2012Fazit: Das Hornet ist perfekt für trimmfaule Surfer, die auf viel Leistung in einem breiten Windbereich setzen. Das Hellcat ist anspruchsvoller zu trimmen und oben raus aber ...

  • Gun Sails Sunray 8,6 gegen Rapid 8,6

    06.09.2012Fazit: Das Cambersegel gewinnt in dieser Größe bei leichtem Gleitwind klar, wer überwiegend angepowert Gas geben will, kann auch zum NoCam greifen. Wer noch einmal nachlesen ...

  • North Sails S_Type 7,8 gegen X_Type 7,8

    06.09.2012Fazit: Das X_Type erfordert mehr Trimm-Know-how und bietet nicht ganz so viel Leistung, lediglich in der Kontrolle bei Highwind ist es dem Cambersegel ebenbürtig. Das S_Type ...

Themen: SegelSegel

  • 2,00 €
    Test: Cam gegen NoCam

Lesen Sie die SURF. Einfach digital in der SURF-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
Anzeige
  • Praxistest 2020: Segel oder Wing?

    11.05.2020Hersteller können sich vor Wing-Bestellungen nicht retten, Stand-up-Paddler träumen vom mühelosen Ritt bei zuviel Wind zum Paddeln. Was steckt hinter dem Wing-Hype?

  • Leser-Tipp: Segel schonend abriggen

    05.06.2015Wer kennt nicht das Problem, dass jedes Mal beim Abriggen beim Herausziehen des Mastes der Monofilm scharfe Knicke bekommt. Gerade bei großen Segeln mit engen Masttaschen lässt ...

  • 25 Jahre Sailloft - Interview mit den Firmengründern

    10.09.2021"Alle unsere Großprojekte sind grandios gescheitert." Und trotzdem können Olaf Hamelmann und Gerrit Maaß mit ihrer Segelmarke Sailloft Hamburg auf 25 erfolgreiche Jahre ...

  • Severne Turbo 8,1

    11.05.2012surf-Empfehlung: Ein perfektes Segel für Surfer, die gerne schnell surfen, aber lieber mit Gefühl als mit Kraft. Sehr gut für Reviere mit stärkerem oder stark böigem Wind.

  • Erste Hilfe

    27.10.2005Brett- und Segelreparatur: Das Material kommt meist nicht unbeschadet davon, wenn du deinen ersten Gleitrausch auf der Brettnase oder den Loopversuch wieder mal mit ...

  • Test 2019: Neilpryde X:Series Segelpalette

    01.05.2019NeilPryde ist nicht gerade als Discounter bekannt, mit den Segeln der neuen „X:Series“ wird jetzt aber ein kleines Preisfeuerwerk eröffnet. Gleich drei Linien, vom robusten ...

  • I-99: Interview mit Firmenboss Cesare Cantagalli

    23.08.2021Cesare Cantagalli erweitert mit seiner Marke I-99 das Produktportfolio hin zu Segeln, Wings & Zubehör – und das in einer Zeit, die für die gesamte Industrie sehr herausfordernd ...

  • Windsurf-Material: Der ultimative Guide zum Gebrauchtkauf – Segel

    08.04.2019Vor allem als Windsurf-Neueinsteiger will man nicht mehr Geld als nötig in ein neues Segel investieren. Muss man auch gar nicht! Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um an günstige ...

  • Segel platzsparend packen

    15.12.2010Wer mit Surfmaterial in den Urlaub fliegt, ist gut beraten, mehrere Segel ineinander zu wickeln. Das spart Platz und schont die Segel, da sie nicht mehr so gequetscht werden ...