Redaktion

Test 2018: No-Cam-Freeridesegel 6,0 bis 6,2

  • Surf Testteam
31.07.2018

Die No-Cam-Freeridesegel sind eine bunte Mischung von einigen straffen, sehr Leistungs-orientierten Freeridesegeln bis hin zu soften, Bump & Jump-tauglichen Freemovetüchern.

Freeridesegel sind in Größen unter 6,5 Quadratmeter ohne Camber oft die bessere Alternative.

Da lohnt es sich, das GPS ordentlich fest zu zurren. Einige der camberlosen Freeridesegel zwischen 6,0 und 6,3 Quadratmeter erobern mit bis zu sieben Latten und viel Loose Leech einen Windbereich, in dem auch der Unterschied im Top-Speed zu den technisch nochmals aufwändigeren Cambersegeln nur noch marginal ausfällt. Um da noch mal wirklich eine merkliche Schüppe drauf zu legen, müsste man schon zum Racesegel greifen. Doch wer will das schon – in einem Windbereich, der neben schnellen Speedruns genauso zu schnittigen Halsen einlädt. Und in dieser Hinsicht fahren camberlose Segel den Segeln mit breiter Masttasche und den sperrigen Profil-Zangen mehr als eine Nasenlänge voraus. Wer auch bei mehr Wind nicht auf die meist sehr Manöver-orientierten Freemovesegel zurück- greifen möchte, findet hier vom  kommoden Freeride-Allrounder bis zum Top-Speed-Bolzer die volle Bandbreite für den persönlichen Speedrekord oder -rausch – je nach Bedarf.

Den gesamten Test dieser No-Cam-Freeridesegel findet ihr unten im Download-Bereich:

AN LAND

Latten und Profile: Bereits an der Lattenkonfiguration zeigt sich die Ausrichtung der meisten Segel. Fünf Latten sind in dieser Größe bevorzugt den eher Manöver-orientierten Segeln vorbehalten, mit sechs Latten werden üblicherweise universelle Freeridesegel stabilisiert und die siebte Latte schiebt die Grenze der Kontrollierbarkeit in einen Windbereich, vor dem die meisten Surfer schon vorher freiwillig umriggen. Für die High-End-Freeridesegel setzen die meisten Hersteller auf "Tube-Latten" mit rundem Querschnitt, die ebenfalls eine besonders gute Steifigkeit bieten. Häufig findet man durchgehende Tube-Latten in den oberen zwei oder drei Lattentaschen, die unteren Latten sind dagegen meist im hinteren Teil als Tubes geformt und vorne klassisch rechteckig. Auch im Segelshape findet man deutliche Unterschiede. 

Ausstattung:  Hinsichtlich Materialauswahl gab es in dieser Testgruppe nichts zu bemäkeln.

AUF DEM WASSER

Eines sollte klar sein: Die absoluten Unterschiede spielen sich in dieser Segelgruppe, vor allem in der getesteten Größe, im einstelligen Prozentbereich ab. Alle Segel gleiten gut an, einige bringen noch einen kleinen Extra-Schub, beschleunigen besser. Aber die großen Unterschiede wie bei Leichtwindsegeln über sieben Quadratmetern, wenn ein Segel am unteren Limit bereits voll gleitet, während das andere noch an der Parkuhr einwirft, gibt es bei guten vier bis oberen fünf Windstärken kaum noch. Und über die Top-Speedeignung entscheidet mehr die Kontrolle und auch das Feeling – ob man ein Segel noch angenehm dichthalten kann und will – und damit dann ein, zwei Knoten mehr herausholt. Das Segelgefühl – einen rassigen Roadster zu fahren oder eine gemütliche Limousine – trennt so die richtigen Bolzer von den Allroundern. 

Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe SURF 1-3/2018 können Sie in der SURF App (iTunes und Google Play) lesen – die Print-Ausgabe erhalten Sie hier.

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