Test 2017: Freestylesegel Sailloft Air

  • Manuel Vogel
 • Publiziert vor 4 Jahren

Lange hat’s gedauert, jetzt ist es endlich da: Mit dem Air gibt die Hamburger Segelschmiede Sailloft Freestylern jetzt ein reinrassiges Tuch zum Spielen in die Hand. Unser erster Test verrät, ob sich das Warten gelohnt hat.

Freestylesegel Sailloft Air 

An Land: Lange hatte sich die Hamburger Segelschmiede gesträubt, der Zunft der Trickser ein reinrassiges Freestylesegel zur Seite zu stellen – jetzt ist es soweit. Das Air unterscheidet sich vom Wave-Freestyle-Konzept Quad grundlegend: Eine geradere Mastkurve mit weniger Grundspannung und geringeren Trimmkräften, ein im Normaltrimm eher straff gespanntes Achterliek und vor allem eine breite Dacronbahn im Vorliek, die dem Segel die nötige Neutralität und Dämpfung vermitteln soll, sind die wichtigsten Features des Air. Aufgeriggt stehen die Latten kerzengrade im Segel, nur die Fußlatte lässt ein wenig Profil erahnen. Die Größe 5,2 Quadratmeter ist mit 3,40 Kilo bezüglich des Gewichts durchaus konkurrenzfähig, trotzdem wirkt das Sailloft keinesfalls knittrig oder fragil. Großflächiges und ordentlich dimensioniertes XPly dürfte das Air auch mal einen Waschgang in der Welle überleben lassen.

Auf dem Wasser: Das an Land flache Profil des Air verwandelt sich mit der ersten Böe in ein üppiges Bäuchlein – die Dacronbahn leistet hier ganze Arbeit und verleiht dem Segel das nötige Profil, um früh ins Gleiten zu kommen. Auf der Geraden liegt das Air schön ausbalanciert in der Hand. Auch ohne sichtbares Loose Leech aufgeriggt, bleibt der Druckpunkt auch in starken Böen für ein Freestylesegel überraschend gut im grünen Bereich. Wie groß der Unterschied zum Quad tatsächlich ist, merkt man, wenn man das Air zum ersten Mal zu Moves wie Kono oder Burner duckt: Besser gesagt, merkt man nichts, denn das beim Quad mitunter störende Eigenleben ist beim Air komplett verschwunden. Neutral und berechenbar taucht man unter dem Segel durch, der nötige Pop für Power-Moves kommt auf Knopfdruck, denn das softe Profil lädt sich ebenso schnell wieder auf wie man den Druck zuvor rausnehmen konnte. In normalen Manövern rotiert das Air ebenfalls flink beim Schiften, die Lattenrotation geht fluffig und butterweich vonstatten.

surf-Fazit: Das Air geht in den Händen guter Freestyler durch die Decke – mit gelungener Kombi aus Power, Neutralität und leichtem Handling lassen die Hamburger Jungs eigentlich keine Wünsche offen. Dass man damit auch ohne Sorge mal in die Welle kann, ist das Tüpfelchen auf dem i. 

Vorliekskurve Sailloft Air 

Sailloft Air Größen: 4,0/4,4/4,8/5,2 qm Vorliek: 384/396/416/430 cm Gabel: 143/151/157/164 cm Gewichte: k.A./k.A./k.A./3,40 Kilo (surf-Messung) Preise: 719/729/749/759 Euro Infos: www.sailloft.de

Stephan Gölnitz Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe SURF 8/2017 können Sie in der SURF App (iTunes und Google Play) lesen – die Print-Ausgabe erhalten Sie hier.

Themen: AirFreestylesegelSailloftTest


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