NeilPryde RS:Slalom MK IV 8,6 - 2011

 • Publiziert vor 10 Jahren

Fazit: Das RS:Slalom ist für 99 Prozent der Heizerfraktion das bessere Segel. Wer nicht regelmäßig wettkampfmäßig aktiv ist, wird die minimalen Nachteile bei Kontrolle und Topspeed kaum bemerken.

Muss es ein echtes Racesegel sein, um die Kumpels am See zu versägen? Oder tut es auch die abgespeckte Variante?

Wir haben beispielhaft das NeilPryde RS:Slalom MK IV dem Praxistest unterzogen und es mit dem reinen Racesegel RS:Racing verglichen. Unserer jahrelangen Test-Erfahrung nach sind die grundlegenden Ergebnisse auch auf andere Marken übertragbar.

Das RS:Slalom ist die “entschärfte” und um 260 Euro günstigere Alternative zum RS:Racing. Es hat im Vergleich eine etwas kürzere Vorliekslänge und kommt mit drei Cambern aus, zudem sind die Trimmkräfte etwas geringer. Die Masttasche ist sichtbar schmaler geschnitten, der Druckpunkt sitzt im Profil etwas weiter hinten. Ein echter Hingucker ist die RS:R-identische Schothornkonstruktion: Ähnlich wie auch beim Gaastra Vapor wird beim “Integrated Compact Clew” von Pryde das Schothorn hinter dem Gabelbaumende über eine Metallspange verschlossen. Auf diese Weise kommt das 8,6er mit nur 224 Zentimeter Gabelbaumlänge aus. Zum Aufbauen sollte man folgendermaßen vorgehen: Vorliek leicht vorspannen, Gabel montieren und am Schothorn voll anziehen, Camber anklappen, Vorliek durchsetzen. Abbau in umgekehrter Reihenfolge.

Das MK IV wirkt für ein Segel dieser Größe vergleichsweise leicht und im Vergleich zum RS:Racing kommt das RS:Slalom mit seinem etwas weiter hinten liegenden Druckpunkt und wegen des insgesamt etwas tieferen, weicheren Profils spürbar früher ins Gleiten und hält auch in Windlöchern länger den Speed. Richtig angepowert arbeitet das Segel insgesamt mehr, es steht nicht ganz so “eingelockt” wie das reine Racesegel, was aber im normalen Windbereich nicht als Nachteil zu bewerten ist. Erst im Grenzbereich kommt das RS:Slalom etwas früher ans Limit. Man muss es dann umtrimmen und auch am Schothorn spürbar anziehen und wird im Grenzbereich nicht ganz so schnell wie mit dem reinen Rennsegel. Dabei sei allerdings betont, dass dieser Geschwindigkeitsunterschied erst in einem Windbereich zum Tragen kommt, in dem selbst sehr ambitionierte Heizer meist ohnehin auf kleineres Material umrüsten. Bei einem typischen Downwind- Slalom aus kurzen Raumwind- Schlägen und einigen Halsen, kann man mit dem RS:Slalom, Dank guter An- und Durchgleitleistung sowie leichtem Manöverhandling, sicher genauso schnell im Ziel sein. In Manövern und beim Wasserstart fühlt es sich eine Segelgröße kleiner an, die Camber rotieren geschmeidig.

Web: www.neilpryde.com

 

Manuel Vogel Mittels Metallspange wird das Segel hinter dem Gabelende wieder geschlossen. Die Latte direkt über der Gabel sorgt für die nötige Stabilität, damit das Achterliek nicht schwabbelt.

Themen: NeilPrydeRacesegelSlalomsegel


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