Schon gefahren: Severne Overdrive

  • Christl Borst-Friebe
 • Publiziert vor 10 Jahren

Wer nicht regelmäßig im Deutschen Windsurf-Cup oder auf anderen Regattabahnen unterwegs ist, holt aus dem Severne Overdrive (in 8,6 getestet) fast die gleiche Leistung heraus wie aus einem reinen Racesegel. Aufriggkomfort und Manöverhandling sind obendrein besser als bei Racesegeln. Für ambitionierte Heizer eine echte Empfehlung.

An Land: Das Overdrive ist die gemäßigtere Variante des Racesegels Reflex II und kommt mit drei Cambern aus. Die Trimmkräfte am Vorliek sind, dank vierfacher Übersetzung, erfreulich gering, da können sich andere Hersteller eine Scheibe von abschneiden. Das Anklappen der Camber funktioniert problemlos, man greift hierfür an den markierten Stellen in die Masttasche und drückt dort auf die Segellatte.

Die Schothornkonstruktion erlaubt eine recht kompakte Gabellänge von 2,24 Metern. Statt einer Schothornöse haben die Severne-Designer zwei Rollenblöcke eingesetzt. Diese ermöglichen die Benutzung von Trimmsystemen – ohne mühsames Einfädeln.

Auf dem Wasser: Bei wenig Wind kommt das Overdrive mit recht wenig Loose Leech aus. Dann zieht sich ein tiefer Bauch in das recht gedämpfte Profil, das Segel lässt sich gut anpumpen und entwickelt ordentliche Gleitpower. Bei viel Wind – und mit mehr Vorlieksspannung aufgebaut – überzeugt das Severne auch im oberen Windbereich voll. Es liegt ausbalanciert und ohne störendes Eigenleben in der Hand, die Druckpunktlage bleibt sehr stabil, wodurch auch weniger versierte Racer einfach auf guten Topspeed kommen.

In Manövern spielt das Overdrive seinen größten Trumpf aus: Das tolle Handling. Sicher, camberlose Tücher sind in puncto Manöverhandling unschlagbar, für ein race-orientiertes Segel dieser Größe ist das Severne allerdings auffallend leicht und gut zu handhaben. Dies liegt sicherlich auch an der etwas flacheren Profllkurve, wodurch Camber und Latten bei der Rotation um den Mast nur einen vergleichsweise kurzen Weg zurücklegen.

Größen: 4,8/5,4/6,0/6,7/7,5/8,5/9,7/11,0

Vorliek: 412/434/441/463/486/499/534/555 cm

Gabellänge: 165/180/185/190/204/222/250/258 cm

Mast: 400/430/430/460/460/490/530/530 cm

Preis: 629/659/669/699/729/759/789/819 Euro

Info:  www.severnesails.com

Die Masttasche wurde im Vergleich zum Racesegel deutlich schmaler geschnitten.

Das stark verlängerte Schothorn könnte dagegen direkt vom Reflex übernommen worden sein.

Themen: FreeracesegelSeverne


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