Redaktion

Test 2016: NeilPryde RS:Racing EVO8 & Sailloft Mission

  • Stephan Gölnitz
20.01.2016

Test-Duell mit Raketentreibstoff; NeilPryde RS:Racing EVO8 gegen Sailloft Mission – was dabei herausgekommen ist, lest ihr hier.

Test 2016: NeilPryde RS:Racing EVO8 & Sailloft Mission  

NeilPryde RS:Racing EVO8

Mehr Profil im unteren Bereich, besserer Twist im Topp und die Verwendung von drei Carbonlatten oberhalb der Gabel – das sind die markantesten Änderungen zum Vorgänger EVO7. Die Trimmkräfte sind, wie es sich für ein Racesegel gebührt, kernig. Viel Loose Leech sollte man dem Segel immer verpassen, für den Downwind-Kurs reicht es, das   Schothorn an der Gabel nur einzuhängen. Auch bei viel Wind punktet das EVO8 derart getrimmt schon mit beeindruckender Kontrolle. Auf der Geraden überraschen vor allem die vergleichsweise geringen Haltekräfte, man hat nicht das Gefühl, ein wuchtiges oder großes Segel in den Händen zu halten. Böen ignoriert das Segel weitgehend, der Druckpunkt bleibt lange zwischen den Händen zementiert, man kann das Rigg schön ruhig halten und sich voll auf die Brettkontrolle konzentrieren – beste Voraussetzungen für maximalen Top-Speed. Hobbyracern sei bei so viel Lob trotzdem gesagt, dass das auch in Manövern akzeptabel leicht wirkende Segel spätestens beim Halsen, an der Kasse (1429 Euro) und beim Wasserstarten nicht aus seiner (Race-)Haut kann. Vollgelaufen liegt die große Masttasche im Wasser wie Blei. Hobbyracern sei daher das abgespecktere RS:Slalom empfohlen.

Die weite Masttasche des RS:Racing ist aerodynamisch besonders günstig, erschwert aber das Wasserstarten extrem.

Am Schothorn: In der hinteren Öse getrimmt, soll das Achterliek straffer bleiben und mehr Leistung erzeugen. Die vordere Öse soll das Achterliek besser twisten lassen und die Kontrolle verbessern.

Sailloft Mission

Genau hier, beim Wasserstarten, spielen Freerace­segel wie das Mission ihren Vorteil aus. Outline und Profilverlauf sind nahe ans Racesegel Ultimate angelehnt, lediglich die Masttasche wurde deutlich schmaler gestaltet, um weniger Wasser aufzunehmen. Die Camber klappt man am besten mit montierter Gabel und nahezu komplett entspanntem Vorliek an. Sailloft-typisch will auch das Mission mit viel Loose Leech aufgebaut und an der Gabel nur locker eingehängt werden. Dann stabilisiert es sich beim Anfahren sofort, wirkt sehr fahrstabil und macht es dem Piloten einfach, Druck auf die Finne zu bekommen und mühelos anzugleiten. Den Kontroll-Unterschied zum reinen Racesegel  Ultimate dürfte man nur im absoluten Grenzbereich merken – selbst voll angepowert machte das  Mission im Check keine Mucken und war druckpunktstabil und einfach zu fahren. In Manövern merkt man, dass die Gabel etwas länger ausfällt – was beim Angleiten hilft, wirkt beim Schiften dann etwas träger. Für alle, die gerne sportlich surfen und keine Probleme mit Freeraceboards und 4-Schlaufen-Set-ups haben, dürfte das Mission eine super Alternative  zum wesentlich schwieriger zu wasserstartenden Racesegel sein.

Die Outline des 2-Cam-Segels Mission ist stark an das Racesegel angelehnt, lediglich die Masttasche ist deutlich schmaler gestaltet. Unterschiede gibt‘s auch beim Preis: Das Mission ist mit 799 Euro deutlich günstiger als das 4-Cam-Racesegel von Sailloft (1099 Euro).

Schothorn des Sailloft Mission

Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe SURF 1-2/2016 können Sie in der SURF App (iTunes und Google Play) lesen oder die Ausgabe im DK-Shop nachbestellen.

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