Redaktion

Freestylesegel – die Spezialisten für Trickser

  • Manuel Vogel
20.10.2016

Die Segel für die Disziplin Freestyle sind genauso speziell wie die Moves, die damit gemacht werden. Was sich hinter Windsurf-Segeln der Kategorie "Freestyle" verbirgt, welche Besonderheiten die Segel aufweisen und für wen sie sich eignen, erfährst du im großen Windsurf Segel Guide.

Was Ende der 1990er bei legendären Wettkämpfen wie dem "King of the Lake" am Gardasee seinen Ursprung fand, hat sich bis heute zu einer der dynamischsten Disziplinen im Windsurfsport entwickelt: Freestyle, das bedeutet Tricks, Slides, Loops und andere Sprünge auf Flachwasser. Wurden in der Gründungszeit vor allem noch Gleitmanöver wie Halsenvarianten und erste Sprünge gezeigt, geht das Niveau seitdem durch die Decke und beinahe täglich werden neue Tricks erfunden und kombiniert.

Wichtigstes Kriterium: Neutralität beim Ducken

Bis vor einigen Jahren waren Freestylesegel vom Profilverlauf und Design stark an die Wavesegel angelehnt, lediglich auf zahlreiche Verstärkungen wurde verzichtet, um die Segel leichter und handlicher werden zu lassen. Seit etwa 2010 entwickeln sich Freestylesegel immer mehr in eine spezielle Richtung, die dem Trend zu "getauchten" Manövern wie Funnell, Kono, Bob oder Burner Rechnung trägt. Dabei sollen Segel neutral und ohne störendes Eigenleben "Ducken". Gängige Segelgrößen sind 4,0 bis 5,6, diese werden von 4-5 Segellatten stabilisiert. Die spezielle Charakteristik wird durch ein nicht minder spezielles Segeldesign ermöglicht.

Flache Profile (Segellatten ohne Vorbiegung), damit das Segel aufgefiert flach und neutral steht

Im Gegensatz zu allen anderen Segeltypen werden moderne Freestylesegel im Prinzip ohne Loose Leech, also mit straff gespanntem Achterliek gefahren

Breite Dacronbahn im Vorliek, die das Segel weich macht und dafür sorgt, dass sich dichtgeholt ein tiefes Profil ins Segel ziehen kann

Geringe Grundspannung/Trimmkräfte an Trimmschot und vor allem am Vorliek, Ausnahmslos auf Skinny-Masten (RDM) designt

Leichte Materialien – Verstärkungen werden meist nur in den Stresszonen eingebaut, im Topbereich wird oft dünnes Monofilm verwendet.

Freestylesegel sind Spezialisten-Segel für Spezialisten! Die Vorteile kann man vor allem beim Ducken auskosten – wer Kono, Bob, Burner und andere vergleichbare Tricks üben will, braucht ein reines Freestylesegel. Wer nur sporadisch trickst (Classic Manöver, Airjibe, Spock, Flaka), ein Starkwindsegel zum Heizen sucht oder gar ein Freemove- oder Freeridebrett damit nutzen will, sollte unbedingt ein Wave- oder Freemovesegel vorziehen, denn Freestylesegel haben eine vergleichsweise schlechte Kontrolle bei viel Wind und damit einen kleinen Einsatzbereich.

Idealer Bretttyp für die Segel-Gruppe: Freestyleboards

Den kompletten Windsurf Segel Guide findest du hier

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