Segel trimmen – kinderleicht

Segel Reparatur & PflegeSegel trimmen – kinderleicht

Viele Kleinigkeiten machen am Ende einen großen Unterschied – ob der Segeltrimm zur Qual wird, oder ob du in neuer Bestzeit auf dem Wasser bist. Diese Tipps hier sollen vor allem Einsteigern helfen. Vielleicht ist auch für den einen oder andernen Könner noch Neues dabei. Denn, dass sich beim Verschieben der Gabel die Schothornspannung teilweise extrem verändert, hat selbst Profis überrascht.

Bei einem Hersteller-Aufriggwettbewerb vor einigen Jahren schaffte es JP-Shaper Werner Gnigler (damals ebenfalls Arrows-Segeldesigner) in nur einer Minute und 18 Sekunden ein 6,3er-Cambersegel aufzubauen. Das wird man kaum toppen können, denn Profis wie Entwickler und Tester „riggen manchmal 15 Racesegel am Tag“, sagt Neil Pryde-Tester Peter Bijl. Doch die Contest-Leistung des damals „langsamsten“ Branchen-Mannes kann jeder erreichen. Der damalige Naish-Manager Pat Curell war ohne Hektik, allein mit der Kraft der richtigen Reihenfolge und Handgriffe, auch bereits nach 3:39 Minuten fertig. Das ist kaum länger, als man für den Einstieg in einen Winterneo benötigt. Diese Tipps hier sollen vor allem Einsteigern helfen. Vielleicht ist auch für den einen oder andernen Könner noch Neues dabei. Denn, dass sich beim Verschieben der Gabel die Schothornspannung teilweise extrem verändert, hat selbst Profis überrascht.

   Basic Check I: Latte oberhalb der Gabel. Häufigster Fehler ist zuviel Schothornspannung (Latte steht weit hinter dem Mast). Meist muss die Latte den Mast zumindest berühren (Foto links).   Basic Check II: Die Falten zwischen Latte 2 und 3 sollten bis zur Segelmitte laufen. So sind die meisten Segel recht ordentlicht aufgeriggt.
  Basic Check I: Latte oberhalb der Gabel. Häufigster Fehler ist zuviel Schothornspannung (Latte steht weit hinter dem Mast). Meist muss die Latte den Mast zumindest berühren (Foto links). Basic Check II: Die Falten zwischen Latte 2 und 3 sollten bis zur Segelmitte laufen. So sind die meisten Segel recht ordentlicht aufgeriggt.
Reiben vermeiden – Teil I   Neil Pryde bietet bei seiner neuen Verlängerung jetzt einen 90 Grad gedrehten Trimmbeschlag, bei dem die Rollen parallel zum längs angenähten Rollenblock vieler Segel stehen. Geradliniger Tampenverlauf verringert die Reibung und damit die erforderlichen Trimmkräfte. Klassische Verlängerungen wie die von Arrows passen besser zu Segeln mit quer angenähtem Trimmbeschlag.
Reiben vermeiden – Teil I Neil Pryde bietet bei seiner neuen Verlängerung jetzt einen 90 Grad gedrehten Trimmbeschlag, bei dem die Rollen parallel zum längs angenähten Rollenblock vieler Segel stehen. Geradliniger Tampenverlauf verringert die Reibung und damit die erforderlichen Trimmkräfte. Klassische Verlängerungen wie die von Arrows passen besser zu Segeln mit quer angenähtem Trimmbeschlag.
Reiben vermeiden – Teil II   Auch wenn bei Verlängerung und Segel die Rollen um 90 Grad zueinander verdreht sind (wie hier beim North-Segel mit Arrows-Verlängerung), lässt sich der Tampen so ordentlich und ohne Überkreuzung fädeln wie auf dem Foto. Eine komplette Fotoserie dazu findet ihr am Ende des Artikels unter dem Link "Leichter trimmen ohne Haken". Extra-Tipps: Rollen regelmäßig von Salzwasser reinigen, eventuell mit Siliconspray behandeln, reibungsarmen Dyneema-Tampen verwenden.
Reiben vermeiden – Teil II Auch wenn bei Verlängerung und Segel die Rollen um 90 Grad zueinander verdreht sind (wie hier beim North-Segel mit Arrows-Verlängerung), lässt sich der Tampen so ordentlich und ohne Überkreuzung fädeln wie auf dem Foto. Eine komplette Fotoserie dazu findet ihr am Ende des Artikels unter dem Link "Leichter trimmen ohne Haken". Extra-Tipps: Rollen regelmäßig von Salzwasser reinigen, eventuell mit Siliconspray behandeln, reibungsarmen Dyneema-Tampen verwenden.
Die richtige Vorliekspannung   Bei allen aktuellen und auch bis zu mehr als zehn Jahre alten Segeln muss das Achterliek (Hinterkante) im oberen Bereich an Land schlabberig sein. Das erreicht man durch viel Zug am Vorliekstrecker (unten). Diese Falten verlaufen in den meisten Fällen zwischen der zweiten und dritten Latte von oben bis etwa zur Mitte des Segels. Auch während der Fahrt darf das Segel noch schlabbern. Segel mit strammem Achterliek (zu wenig Zug) werden nicht schnell, sind schwierig kontrollierbar und wirken schwer. Tipp: Nur mit Handkraft, ohne Kurbel, kann man Segel oder Mast nicht zerstören. Also keine Angst und durchgetrimmt! Praktisch wird das ganze bei North Sails: Das VTS (Visual Trimm System) bei allen North-Segeln steht für nichts anderes als aufgedruckte Punkte. Diese zeigen an, wie weit die Falten ins Segel laufen müssen. Also einfach unten anziehen, bis die Falten bis zum gewünschten Punkt laufen (MIN für Leichtwind, MAX für Starkwind) – fertig!
Die richtige Vorliekspannung Bei allen aktuellen und auch bis zu mehr als zehn Jahre alten Segeln muss das Achterliek (Hinterkante) im oberen Bereich an Land schlabberig sein. Das erreicht man durch viel Zug am Vorliekstrecker (unten). Diese Falten verlaufen in den meisten Fällen zwischen der zweiten und dritten Latte von oben bis etwa zur Mitte des Segels. Auch während der Fahrt darf das Segel noch schlabbern. Segel mit strammem Achterliek (zu wenig Zug) werden nicht schnell, sind schwierig kontrollierbar und wirken schwer. Tipp: Nur mit Handkraft, ohne Kurbel, kann man Segel oder Mast nicht zerstören. Also keine Angst und durchgetrimmt! Praktisch wird das ganze bei North Sails: Das VTS (Visual Trimm System) bei allen North-Segeln steht für nichts anderes als aufgedruckte Punkte. Diese zeigen an, wie weit die Falten ins Segel laufen müssen. Also einfach unten anziehen, bis die Falten bis zum gewünschten Punkt laufen (MIN für Leichtwind, MAX für Starkwind) – fertig!
Die richtige Schothornspannung   Bei Segeln ohne Camber kann man die Schothornspannung gut über die Position der Latte oberhalb der Gabel erfühlen (Daumenprobe). Die Lattenspitze geht in den vielen Fällen (North Sails, Neil Pryde, Gun Sails) bis maximal zur Mitte des Masts (Leichtwindtrimm) oder berührt die Mastkante minimal (Starkwindtrimm). Bei anderen Marken berührt die Latte entweder den Mast gerade eben (Leichtwindtrimm) oder steht bis zu einen Zentimeter dahinter (viele Segel von Gaastra, Hot Sails).
Die richtige Schothornspannung Bei Segeln ohne Camber kann man die Schothornspannung gut über die Position der Latte oberhalb der Gabel erfühlen (Daumenprobe). Die Lattenspitze geht in den vielen Fällen (North Sails, Neil Pryde, Gun Sails) bis maximal zur Mitte des Masts (Leichtwindtrimm) oder berührt die Mastkante minimal (Starkwindtrimm). Bei anderen Marken berührt die Latte entweder den Mast gerade eben (Leichtwindtrimm) oder steht bis zu einen Zentimeter dahinter (viele Segel von Gaastra, Hot Sails).
Bei Cambersegeln muss man die Spannung am Schothorn erspüren: Mit zwei Fingern zieht man den Tampen leicht an bis er sich spannt – das ist die Nullposition. Bei vielen Cambersegeln ist das gleichzeitig der Leichtwindtrimm. Bei mehr Wind wird die Spannung einen bis drei Zentimeter erhöht. Diese Trimmtipps sind Erfahrungswerte bei modernen Segeln, können aber bei einzelnen Modellen abweichen.
Bei Cambersegeln muss man die Spannung am Schothorn erspüren: Mit zwei Fingern zieht man den Tampen leicht an bis er sich spannt – das ist die Nullposition. Bei vielen Cambersegeln ist das gleichzeitig der Leichtwindtrimm. Bei mehr Wind wird die Spannung einen bis drei Zentimeter erhöht. Diese Trimmtipps sind Erfahrungswerte bei modernen Segeln, können aber bei einzelnen Modellen abweichen.
Gabelhöhe verändert Schothornspannung   Je nach Position der Gabel in der Aussparung (oben, mitte, unten) kann die erforderliche Gabellänge um bis zu drei Zentimeter variieren – bei gleichem Trimm. Der Grund: Mast und Gabel stehen nicht immer genau senkrecht zueinander. Deshalb sollte die Gabelhöhe immer zuerst eingestellt werden, bevor man am Schothorn den Feintrimm vornimmt. Praxiserfahrung: Wird die Gabel erst anschließend beispielsweise von ganz oben bis zur Mitte verschoben, zieht man das Segel dabei unbeabsichtigt mindestens einen Zentimeter flacher.          
Gabelhöhe verändert Schothornspannung Je nach Position der Gabel in der Aussparung (oben, mitte, unten) kann die erforderliche Gabellänge um bis zu drei Zentimeter variieren – bei gleichem Trimm. Der Grund: Mast und Gabel stehen nicht immer genau senkrecht zueinander. Deshalb sollte die Gabelhöhe immer zuerst eingestellt werden, bevor man am Schothorn den Feintrimm vornimmt. Praxiserfahrung: Wird die Gabel erst anschließend beispielsweise von ganz oben bis zur Mitte verschoben, zieht man das Segel dabei unbeabsichtigt mindestens einen Zentimeter flacher.        
Trimm mit Palstek    Eine solide Schlaufe und ein durchgefädelter Trapezhaken, oder wie hier eine Mastverlängerung, ist die einfachste Trimmhilfe. Den Palstek kann man immer gebrauchen, deshalb hier die Fotoserie: Kleine Schlaufe bilden, das Ende zum Segel muss unten sein (1), dann von unten durchfädeln (2).    Anschließend einmal um den Tampen der zum Segel geht herumschlingen und in die kleine Schlaufe von oben wieder rein (3). Dabei Richtung beachten (Foto). Das Tampenende muss außerhalb der fertigen Schlaufe sein). Soliden Griff durchschieben – fertig zum Trimmen (4).          
Trimm mit Palstek   Eine solide Schlaufe und ein durchgefädelter Trapezhaken, oder wie hier eine Mastverlängerung, ist die einfachste Trimmhilfe. Den Palstek kann man immer gebrauchen, deshalb hier die Fotoserie: Kleine Schlaufe bilden, das Ende zum Segel muss unten sein (1), dann von unten durchfädeln (2).   Anschließend einmal um den Tampen der zum Segel geht herumschlingen und in die kleine Schlaufe von oben wieder rein (3). Dabei Richtung beachten (Foto). Das Tampenende muss außerhalb der fertigen Schlaufe sein). Soliden Griff durchschieben – fertig zum Trimmen (4).        
FALSCH: Kreuzzug – zum Orthopäden   Theoretisch kann man mit so knapp geknoteter Schlaufe vielleicht mit einem Zug fertig sein. Fertig sind nachher sicher aber die Bandscheiben. Hier wird viel Beinkraft verschenkt, Zug kann nur aus dem Rücken und aus den Armen kommen
FALSCH: Kreuzzug – zum Orthopäden Theoretisch kann man mit so knapp geknoteter Schlaufe vielleicht mit einem Zug fertig sein. Fertig sind nachher sicher aber die Bandscheiben. Hier wird viel Beinkraft verschenkt, Zug kann nur aus dem Rücken und aus den Armen kommen
RICHTIG: Ergonomische Beinpresse   Mit geradem Rücken (leicht nach hinten geneigt) drückt unsere Testerin 100 Kilo – genug für ein Neun-Nuller. Tipp: Tampen lang genug knoten, die Hauptkraft kommt dann aus der Beinstreckung. Wenn der Trimmweg so nicht ausreicht, muss man einklemmen und neu knoten.                   Cambersegel – Aufbau leicht gemacht   Cambersegel mit breiter Masttasche – selbst Racesegel – lassen sich mit richtiger Technik leichter aufbauen als viele NoCam-Segel.     
RICHTIG: Ergonomische Beinpresse Mit geradem Rücken (leicht nach hinten geneigt) drückt unsere Testerin 100 Kilo – genug für ein Neun-Nuller. Tipp: Tampen lang genug knoten, die Hauptkraft kommt dann aus der Beinstreckung. Wenn der Trimmweg so nicht ausreicht, muss man einklemmen und neu knoten.               Cambersegel – Aufbau leicht gemacht Cambersegel mit breiter Masttasche – selbst Racesegel – lassen sich mit richtiger Technik leichter aufbauen als viele NoCam-Segel.    
li.: Mast rein   Bei Segeln mit breiter Masttasche – hier ein echtes Racesegel Neil Pryde RS Racing, wird der Mast einfach über den Camber in die Masttasche geschoben – mit minimalem Krafteinsatz.   re.:Vorliek vorspannen   Das Vorliek wird getrimmt, aber nur bis etwa 10 Zentimeter unter dem angegebenen Maß, das spart Kraft. Der Mast biegt sich aber bereits deutlich und wird in der Gabelaussparung sichtbar.          
li.: Mast rein Bei Segeln mit breiter Masttasche – hier ein echtes Racesegel Neil Pryde RS Racing, wird der Mast einfach über den Camber in die Masttasche geschoben – mit minimalem Krafteinsatz. re.:Vorliek vorspannen Das Vorliek wird getrimmt, aber nur bis etwa 10 Zentimeter unter dem angegebenen Maß, das spart Kraft. Der Mast biegt sich aber bereits deutlich und wird in der Gabelaussparung sichtbar.        
   li.: Gabel montieren   Auf der Masttasche ist wenig Spannung, die Gabel lässt sich so leicht in der Mitte der Aussparung befestigen   re.: Schothorn vorspannen   Jetzt das Schothorn spannen, aber ebenfalls etwa fünf Zentimeter weniger als angegeben.
  li.: Gabel montieren Auf der Masttasche ist wenig Spannung, die Gabel lässt sich so leicht in der Mitte der Aussparung befestigen re.: Schothorn vorspannen Jetzt das Schothorn spannen, aber ebenfalls etwa fünf Zentimeter weniger als angegeben.
li.: Vorliek lösen   Das Vorliek wird nun wieder – das ist der einzige kleine Schritt zurück – gelöst.   re.: Camber anklappen   Die Camber lassen sich jetzt leicht anklappen. Eine Hand greift durch den Reißverschluss und drückt direkt auf die Latte, die andere Hand drückt von außen den Cam auf den Mast. Beim untersten Camber anfangen.     
li.: Vorliek lösen Das Vorliek wird nun wieder – das ist der einzige kleine Schritt zurück – gelöst. re.: Camber anklappen Die Camber lassen sich jetzt leicht anklappen. Eine Hand greift durch den Reißverschluss und drückt direkt auf die Latte, die andere Hand drückt von außen den Cam auf den Mast. Beim untersten Camber anfangen.    
li.: Segel durchtrimmen   Jetzt die Reißverschlüsse schließen und anschließend erst das Vorliek, dann das Schothorn auf die gewünschte Einstellung durchtrimmen.   re.: Fertig!   In weniger als fünf Minuten lassen sich so auch moderne High-End-Segel trimmen. Funktioniert bei den meisten Race- und Freeracesegeln mit breiter Masttasche.              Segel ohne Camber – auch kein Problem   Beinahe alle camberlosen Segel funktionieren im Grundtrimm bereits zu 90 Prozent.
li.: Segel durchtrimmen Jetzt die Reißverschlüsse schließen und anschließend erst das Vorliek, dann das Schothorn auf die gewünschte Einstellung durchtrimmen. re.: Fertig! In weniger als fünf Minuten lassen sich so auch moderne High-End-Segel trimmen. Funktioniert bei den meisten Race- und Freeracesegeln mit breiter Masttasche.           Segel ohne Camber – auch kein Problem Beinahe alle camberlosen Segel funktionieren im Grundtrimm bereits zu 90 Prozent.
    Drei Tipps für Eilige   Zum Kraft sparen – und um das Masttaschenmaterial zu schonen – wird das Segel wie eine Zieharmonika aufgefädelt. Erst wenn der Mast im Toppbecher steckt, wird das Segel stückweise weiter nach unten geschoben. Wer den Mast einfach von unten ins Segel zwängt wie ein Bär, muss sich nicht über aufgescheuerte Masttaschen wundern.          
  Drei Tipps für Eilige Zum Kraft sparen – und um das Masttaschenmaterial zu schonen – wird das Segel wie eine Zieharmonika aufgefädelt. Erst wenn der Mast im Toppbecher steckt, wird das Segel stückweise weiter nach unten geschoben. Wer den Mast einfach von unten ins Segel zwängt wie ein Bär, muss sich nicht über aufgescheuerte Masttaschen wundern.        
   Basic Check I: Latte oberhalb der Gabel. Häufigster Fehler ist zuviel Schothornspannung (Latte steht weit hinter dem Mast). Meist muss die Latte den Mast zumindest berühren (Foto links).   Basic Check II: Die Falten zwischen Latte 2 und 3 sollten bis zur Segelmitte laufen. So sind die meisten Segel recht ordentlicht aufgeriggt.
  Basic Check I: Latte oberhalb der Gabel. Häufigster Fehler ist zuviel Schothornspannung (Latte steht weit hinter dem Mast). Meist muss die Latte den Mast zumindest berühren (Foto links). Basic Check II: Die Falten zwischen Latte 2 und 3 sollten bis zur Segelmitte laufen. So sind die meisten Segel recht ordentlicht aufgeriggt.
Reiben vermeiden – Teil I   Neil Pryde bietet bei seiner neuen Verlängerung jetzt einen 90 Grad gedrehten Trimmbeschlag, bei dem die Rollen parallel zum längs angenähten Rollenblock vieler Segel stehen. Geradliniger Tampenverlauf verringert die Reibung und damit die erforderlichen Trimmkräfte. Klassische Verlängerungen wie die von Arrows passen besser zu Segeln mit quer angenähtem Trimmbeschlag.
Reiben vermeiden – Teil I Neil Pryde bietet bei seiner neuen Verlängerung jetzt einen 90 Grad gedrehten Trimmbeschlag, bei dem die Rollen parallel zum längs angenähten Rollenblock vieler Segel stehen. Geradliniger Tampenverlauf verringert die Reibung und damit die erforderlichen Trimmkräfte. Klassische Verlängerungen wie die von Arrows passen besser zu Segeln mit quer angenähtem Trimmbeschlag.
Reiben vermeiden – Teil I   Neil Pryde bietet bei seiner neuen Verlängerung jetzt einen 90 Grad gedrehten Trimmbeschlag, bei dem die Rollen parallel zum längs angenähten Rollenblock vieler Segel stehen. Geradliniger Tampenverlauf verringert die Reibung und damit die erforderlichen Trimmkräfte. Klassische Verlängerungen wie die von Arrows passen besser zu Segeln mit quer angenähtem Trimmbeschlag.
Reiben vermeiden – Teil II   Auch wenn bei Verlängerung und Segel die Rollen um 90 Grad zueinander verdreht sind (wie hier beim North-Segel mit Arrows-Verlängerung), lässt sich der Tampen so ordentlich und ohne Überkreuzung fädeln wie auf dem Foto. Eine komplette Fotoserie dazu findet ihr am Ende des Artikels unter dem Link "Leichter trimmen ohne Haken". Extra-Tipps: Rollen regelmäßig von Salzwasser reinigen, eventuell mit Siliconspray behandeln, reibungsarmen Dyneema-Tampen verwenden.
Die richtige Vorliekspannung   Bei allen aktuellen und auch bis zu mehr als zehn Jahre alten Segeln muss das Achterliek (Hinterkante) im oberen Bereich an Land schlabberig sein. Das erreicht man durch viel Zug am Vorliekstrecker (unten). Diese Falten verlaufen in den meisten Fällen zwischen der zweiten und dritten Latte von oben bis etwa zur Mitte des Segels. Auch während der Fahrt darf das Segel noch schlabbern. Segel mit strammem Achterliek (zu wenig Zug) werden nicht schnell, sind schwierig kontrollierbar und wirken schwer. Tipp: Nur mit Handkraft, ohne Kurbel, kann man Segel oder Mast nicht zerstören. Also keine Angst und durchgetrimmt! Praktisch wird das ganze bei North Sails: Das VTS (Visual Trimm System) bei allen North-Segeln steht für nichts anderes als aufgedruckte Punkte. Diese zeigen an, wie weit die Falten ins Segel laufen müssen. Also einfach unten anziehen, bis die Falten bis zum gewünschten Punkt laufen (MIN für Leichtwind, MAX für Starkwind) – fertig!
Die richtige Schothornspannung   Bei Segeln ohne Camber kann man die Schothornspannung gut über die Position der Latte oberhalb der Gabel erfühlen (Daumenprobe). Die Lattenspitze geht in den vielen Fällen (North Sails, Neil Pryde, Gun Sails) bis maximal zur Mitte des Masts (Leichtwindtrimm) oder berührt die Mastkante minimal (Starkwindtrimm). Bei anderen Marken berührt die Latte entweder den Mast gerade eben (Leichtwindtrimm) oder steht bis zu einen Zentimeter dahinter (viele Segel von Gaastra, Hot Sails).
Bei Cambersegeln muss man die Spannung am Schothorn erspüren: Mit zwei Fingern zieht man den Tampen leicht an bis er sich spannt – das ist die Nullposition. Bei vielen Cambersegeln ist das gleichzeitig der Leichtwindtrimm. Bei mehr Wind wird die Spannung einen bis drei Zentimeter erhöht. Diese Trimmtipps sind Erfahrungswerte bei modernen Segeln, können aber bei einzelnen Modellen abweichen.
Gabelhöhe verändert Schothornspannung   Je nach Position der Gabel in der Aussparung (oben, mitte, unten) kann die erforderliche Gabellänge um bis zu drei Zentimeter variieren – bei gleichem Trimm. Der Grund: Mast und Gabel stehen nicht immer genau senkrecht zueinander. Deshalb sollte die Gabelhöhe immer zuerst eingestellt werden, bevor man am Schothorn den Feintrimm vornimmt. Praxiserfahrung: Wird die Gabel erst anschließend beispielsweise von ganz oben bis zur Mitte verschoben, zieht man das Segel dabei unbeabsichtigt mindestens einen Zentimeter flacher.          
Trimm mit Palstek    Eine solide Schlaufe und ein durchgefädelter Trapezhaken, oder wie hier eine Mastverlängerung, ist die einfachste Trimmhilfe. Den Palstek kann man immer gebrauchen, deshalb hier die Fotoserie: Kleine Schlaufe bilden, das Ende zum Segel muss unten sein (1), dann von unten durchfädeln (2).    Anschließend einmal um den Tampen der zum Segel geht herumschlingen und in die kleine Schlaufe von oben wieder rein (3). Dabei Richtung beachten (Foto). Das Tampenende muss außerhalb der fertigen Schlaufe sein). Soliden Griff durchschieben – fertig zum Trimmen (4).          
FALSCH: Kreuzzug – zum Orthopäden   Theoretisch kann man mit so knapp geknoteter Schlaufe vielleicht mit einem Zug fertig sein. Fertig sind nachher sicher aber die Bandscheiben. Hier wird viel Beinkraft verschenkt, Zug kann nur aus dem Rücken und aus den Armen kommen
RICHTIG: Ergonomische Beinpresse   Mit geradem Rücken (leicht nach hinten geneigt) drückt unsere Testerin 100 Kilo – genug für ein Neun-Nuller. Tipp: Tampen lang genug knoten, die Hauptkraft kommt dann aus der Beinstreckung. Wenn der Trimmweg so nicht ausreicht, muss man einklemmen und neu knoten.                   Cambersegel – Aufbau leicht gemacht   Cambersegel mit breiter Masttasche – selbst Racesegel – lassen sich mit richtiger Technik leichter aufbauen als viele NoCam-Segel.     
li.: Mast rein   Bei Segeln mit breiter Masttasche – hier ein echtes Racesegel Neil Pryde RS Racing, wird der Mast einfach über den Camber in die Masttasche geschoben – mit minimalem Krafteinsatz.   re.:Vorliek vorspannen   Das Vorliek wird getrimmt, aber nur bis etwa 10 Zentimeter unter dem angegebenen Maß, das spart Kraft. Der Mast biegt sich aber bereits deutlich und wird in der Gabelaussparung sichtbar.          
   li.: Gabel montieren   Auf der Masttasche ist wenig Spannung, die Gabel lässt sich so leicht in der Mitte der Aussparung befestigen   re.: Schothorn vorspannen   Jetzt das Schothorn spannen, aber ebenfalls etwa fünf Zentimeter weniger als angegeben.
li.: Vorliek lösen   Das Vorliek wird nun wieder – das ist der einzige kleine Schritt zurück – gelöst.   re.: Camber anklappen   Die Camber lassen sich jetzt leicht anklappen. Eine Hand greift durch den Reißverschluss und drückt direkt auf die Latte, die andere Hand drückt von außen den Cam auf den Mast. Beim untersten Camber anfangen.     
li.: Segel durchtrimmen   Jetzt die Reißverschlüsse schließen und anschließend erst das Vorliek, dann das Schothorn auf die gewünschte Einstellung durchtrimmen.   re.: Fertig!   In weniger als fünf Minuten lassen sich so auch moderne High-End-Segel trimmen. Funktioniert bei den meisten Race- und Freeracesegeln mit breiter Masttasche.              Segel ohne Camber – auch kein Problem   Beinahe alle camberlosen Segel funktionieren im Grundtrimm bereits zu 90 Prozent.
    Drei Tipps für Eilige   Zum Kraft sparen – und um das Masttaschenmaterial zu schonen – wird das Segel wie eine Zieharmonika aufgefädelt. Erst wenn der Mast im Toppbecher steckt, wird das Segel stückweise weiter nach unten geschoben. Wer den Mast einfach von unten ins Segel zwängt wie ein Bär, muss sich nicht über aufgescheuerte Masttaschen wundern.          
   Basic Check I: Latte oberhalb der Gabel. Häufigster Fehler ist zuviel Schothornspannung (Latte steht weit hinter dem Mast). Meist muss die Latte den Mast zumindest berühren (Foto links).   Basic Check II: Die Falten zwischen Latte 2 und 3 sollten bis zur Segelmitte laufen. So sind die meisten Segel recht ordentlicht aufgeriggt.