Segeldesign – Robert Stroj im Interview Segeldesign – Robert Stroj im Interview Segeldesign – Robert Stroj im Interview

Segeldesign – Robert Stroj im Interview

  • Manuel Vogel
 • Publiziert vor einem Jahr

Mit dem Modell Atlas will NeilPryde ein kraftvolles Segel für Flachwasser und Brandung produziert haben. Designer Robert Stroj erklärt, worauf es beim Segeldesign ankommt und wie sich das Atlas von anderen Modellen wie dem Combat unterscheidet.

Das Atlas ergänzt das Wavemodell Combat (Test in surf 1-2/2021) in Richtung Bump & Jump und soll gleichermaßen als Starkwind-Flachwassersegel als auch in der Brandung punkten. An welchen Stellschrauben aber müssen Designer drehen, um einem Segel die gewünschten Eigenschaften zu verpassen? Robert Stroj, verantwortlich für die Segelpalette von NeilPryde, erklärt seine Ideen.

Robert, Laien sehen vermutlich kaum einen Unterschied, wenn sie ein Wave-­Modell wie das Combat neben das Freemove-Modell Atlas legen – abgesehen vielleicht davon, dass das Atlas eine Latte mehr besitzt. Erkläre doch mal, wo die Unterschiede im Detail liegen.

Unser Combat ist seit Jahren als Allround-Wavesegel konzipiert, also für Leute, die primär in der Welle unterwegs sind. Das Atlas zielt auf Surfer/-innen ab, die mindestens genauso oft im Flachwasser oder bei Bump & Jump-Bedingungen surfen. Wenn man die 3-D-Files von Combat und Atlas übereinander legt, sieht das ebenfalls noch recht ähnlich aus, bei genauerer Betrachtung offenbaren sich aber deutliche Unterschiede: Das Atlas (blau; die Red.) hat mehr Vorliekskurve, was dem ganzen Segel mehr Spannung verleiht. In Verbindung mit einer zusätzlichen Latte resultiert dies in einem strafferen Segelgefühl und darin, dass das im mittleren Bereich tiefere Profil noch mehr Power entwickelt, als dies beim Combat (magenta, die Red.) der Fall ist.

Herstellerfoto NeilPryde im 3-D-Modell von Designer Robert Stroj: Das Atlas (blau) weist mehr Vorliekskurve, ein tieferes Profil und einen ­schmaleren Topbereich auf, als das Combat (magenta)

Geht es letztlich nur ums Segelgefühl und die Frage „straff“ oder „weich“? Welche Unterschiede spürt man als normaler Surfer auf dem Wasser?

Beim Atlas ist das Profil straff und stärker vorgeformt. Das Profil ist also immer spürbar und gewissermaßen ins Segel eingebaut. Das soll das Angleiten erleichtern und dafür sorgen, dass man ohne großen technischen Aufwand über einen großen Windbereich kontrolliert surfen kann. Das Combat ist im Vergleich deutlich weicher. Ohne Winddruck steht es viel flacher da, was sich positiv aufs Handling auswirkt und auf der Welle für eine bessere Neutralität sorgt. Das Profil ist beim Combat in gewisser Weise dynamischer, es zieht sich erst rein, wenn Druck ins Segel kommt und macht sich wieder flach, wenn man auffiert.

Marius Gugg Wir haben das Atlas auf der Nordsee ausprobiert

Du beziehst dich hier auf den Profilverlauf und die Vorliekskurve. Welche Unterschiede gibt’s bezüglich Outline?

Das Atlas ist im Gabelbaumbereich etwas breiter. Nach oben hin kehrt sich das um und im Topbereich ist es sogar schmaler gestaltet als z.B. das Combat. Die Idee ist, dass das Atlas im unteren und mittleren Bereich mehr Power generieren kann, durch das schmale Achterliek aber nicht toplastig wird. Beim Combat hingegen kann man mit weiter ausgestelltem Achterliek gut klarkommen, denn das weichere Profil kann bei Überpower gut twisten und den Druck ablassen.

Danke Robert für das Interview!

Den Test des NeilPryde Atlas lest ihr in der Ausgabe surf 3-2021 , wie immer digital oder als Printversion!

Im folgenden Video-Clip stellen wir euch das Atlas schonmal im Detail vor.

Wer sich für das NeilPryde Combat interssiert, findet eine ausführliche Produktvorstellung mit Trimmtipps im Clip zum Test der Wavesegel:

Themen: NeilPrydeSegel-Design


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