Test 2017: Power-Wavesegel 5.0

31.07.2017 Surf Testteam - In diesen Segeln schlagen zwei Herzen für Welle und Freemove-Session. Deutlich besser auf Flachwasser als die radikalsten Wavesegel, mit gutem Handling und viel Drive eine echte Alternative selbst für anspruchsvollste Wavesurfer.

© Stephan Gölnitz
Goya Banzai Pro 5,0, Tester Frank Lewisch, Spot Swartriet
Goya Banzai Pro 5,0, Tester Frank Lewisch, Spot Swartriet

Vor dir liegt die Testgruppe mit den vermutlich geringsten Unterschieden. Das ist die gute Nachricht: Du kannst nahezu keinen Fehler machen. Alle Segel eignen sich sehr ordentlich bis bestens als Starkwind-Spielzeug auf dem See oder bei mäßiger Brandung. Darüber hinaus lassen sich mit jedem Segel bedenkenlos auch vier Meter hohe Wellenwände malträtieren. Im Vergleich kann der Kauf eines radikalen Drei- und Vier-Latters schon mal richtig in die Hose gehen. Und die zweite Message aus diesem Test ist ebenso erfreulich. Vom sehr soften Wavesegel, bei dem in jedem Turn auch ein bisschen Maui-Feeling mitsurft, bis zum sportlich straffen Rigg, mit dem auch kleine Freemoveboards gut motorisiert sind, findest du die komplette Auswahl. Du hast die Wahl – dein Style entscheidet.


Den Test mit allen Ergebnissen dieser Segel gibt es als PDF unten im Download-Bereich:

  • GA Sails/Gaastra Poison 5,0
  • Goya Banzai Pro 5,0
  • Gun Sails Peak 5,0
  • Naish Force V 5,0
  • Neilpryde Atlas 5,0
  • Neilpryde Combat HD 5,0
  • North Sails Volt 5,0
  • Point-7 Salt Campello Ltd 5,0
  • Sailloft Hamburg Curve 5,0
  • Severne Blade 5,0
  • Simmer Style Icon 5,0

AN LAND

Latten, Masten, Gabellänge: "Weniger ist mehr" ist der allgemeine Trend bei der Lattenbestückung von Wavesegeln, an den Top-Spots überwiegen mittlerweile Vier-Latter. Dabei sagt die Lattenanzahl nicht alles, die Anforderung für diesen Test war daher ohne Vorgaben. Dass die Fünf-Latter überwiegen liegt sicher auch an den Test-Anforderungen für Flachwassereinsatz. Doch auch in der Welle können sich die generellen Vorzüge der zusätzlichen Latte – größere Windrange in einem Trimm – gerade bei Segeln über fünf Quadratmeter durchaus angenehm bemerkbar machen. 

Schnittkonzepte und Trimm: Zwei recht verschiedene Grundkonzepte lassen sich in der Gruppe ausmachen. Segel, die über das Vorliek bereits gut vorgespannt werden und darüber einen Großteil der Kontrolle beziehen, die anderen Segel benötigen tendenziell mehr Spannung am Schothorn und werden auch bei Starkwind nur gemäßigt "loose" im Achterliek aufgebaut. 

Ausstattung: "Kein Grund zu meckern", die Segel kommen alle mit guten Protektoren und ausreichend dicken Materialien.

© Stephan Gölnitz
Sail Guide Power-Wavesegel
Sail Guide Power-Wavesegel

AUF DEM WASSER

Gleiteigenschaften: Das "Fünfnuller" oder auch mal das 5,3er rundet bei vermutlich den meisten Wavesurfern die Segelpalette nach oben ab. Wer häufig in Sideoffshore-Revieren unterwegs ist, wird auch bei dieser Größe viel Wert auf gute Kontrollierbarkeit legen. In den meisten Fällen dürfte aber möglichst frühes Angleiten und gute Beschleunigung im Fokus liegen. Genau dafür sind diese Segel designt, und du hast eine richtig üppige Auswahl an Tüchern mit ordentlichem Vortrieb. Und zwischen "gutem Standard" und tatsächlich "Super" kann man sich bei der Auswahl nicht wirklich beklagen.

"Drive" beim Wellenabreiten: Die extremsten Wavesegel (getestet in surf 1-2/2017) sind vielen Surfern zu flachbrüstig, zu nervös. Da darf es etwas mehr Power sein, bessere Fahrstabilität und auch mehr Zug im Turn. Gerade in gemäßigten Wellen oder bei nicht perfekt schräg ablandigem Wind wird da häufig ein Power-Wavesegel bevorzugt.

Handling und "Off" (auf der Welle): Da haben sich in die Power-Wavegruppe ein paar richtig radikale Tücher gemischt. 

Gefühlsecht? Eine Typberatung: Mehr noch als in anderen Segelgruppen gilt es hier, den passenden Segeltyp zu finden. Einige Segel werden nach dem Kauf vielleicht auf Wellensuche rund um die Welt reisen, andere werden vermutlich niemals in Salzwasser gewaschen. Die objektiven Fahreigenschaften driften dabei nicht so weit auseinander wie das subjektive Empfinden. Neben harten Entscheidungskriterien wie "Gleiteigenschaften" oder "Handling" lassen sich die Segel auch nach individuellen Style-Vorlieben vorsortieren.

© Stephan Gölnitz
Die Tester bei der Arbeit
Die Tester bei der Arbeit

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