Test: Gun Seal Membrane

  • Manuel Vogel
 • Publiziert vor einem Jahr

Direktanbieter GunSails spricht seit jeher eher den preisbewussten Käufer an. Insofern ist das neue Seal Membrane auch ein Statement: „Wir können auch exklusiv!“ Ob teurer auch "besser" ist, haben wir getestet.

An Land:

Shapegleich zum Wavesegel Seal (Test in surf 1-2/2019) gibt es jetzt das Seal Membrane, dieses unterscheidet sich in erster Linie über Features und die verwendeten Materialien. Das Membranmaterial wirkt dick und solide, dicke Aramidfäden bilden ein sehr engmaschiges Gitter, welches ein Weiterreißen im Falle eines Lochs nahezu unmöglich machen dürfte. Auch die Trägerfolien sind deutlich dicker dimensioniert, als man dies z.B. von den gewichtsoptimierten Severne Pro Modellen und von Avanti kennt. Dies schlägt sich auf der Waage in 3,46 Kilo nieder, das entspricht (nur) etwa 200 Gramm weniger als beim normalen Seal.

Die offenen Trimmrollen am Vorliek sitzen auf einer Carbonplatte, einmal gefädelt kann man den Tampen der Verlängerung beim nächsten Riggen komplett ohne fädeln einfach im „Loop-and-go-Verfahren einhaken. Dass man nur zweifach, statt wie üblich dreifach, übersetzt, hat GunSails durch die Verwendung großer Rollendurchmesser geschickt kompensiert, die Trimmkräfte fallen in der Tat sehr moderat aus. Ein zusätzliches Loch in der Carbonplatte erlaubt es, die Trimmrollen um etwa zwei Zentimeter nach vorne oder hinten zu versetzen und damit, laut Hersteller, das Profil neutraler oder kraftvoller abzustimmen.

Die Position der Rolle lässt sich varrieren, das soll das Profil kraftvoller oder neutraler machen.

Auf dem Wasser:

Wie der Stallbruder Seal liefert auch das Membrane bärige Gleiteigenschaften. Der Anstellwinkel ist sofort gefunden, das Profil lädt sich gut auf und zieht mühelos über die Gleitschwelle. Im Gleiten merkt man aber sofort die Vorzüge des Membranmaterials: Schläge werden noch komfortabler gedämpft, man hört kein Rascheln und sieht im Profil kein Fältchen. Kurzum: Das Segel steht wie aus einem Guss. Das Versetzen der Rollen drehte in Euro-Bedingungen mit Wellen zwischen einem und drei Metern und schräg auflandigem Wind die Charakteristik nicht komplett auf links, das Segel entpuppte sich in beiden Varianten als kraftvoll, gleitstark, fahrstabil und mit viel Drive im Bottom Turn. Da man beim Zurückversetzen der Rollen dem Segel etwas mehr Vorliekskurve und Loose Leech verpasst, empfanden wir die Kontrolle bei Starkwind so noch etwas besser. Vorne montiert wird das Segel minimal agiler und flacher, erfordert aber bei zunehmendem Wind auch schneller Trimmanpassungen am Schothorn. In Summe halten sich die auf diese Weise erzielten Veränderungen aber in Grenzen.

Offene Rollen am Schothorn.

surf-Fazit:

Vermutlich surft man mit dem Membrane weder schneller, länger, noch kontrollierter, trotzdem ist es jenes reaktive Gefühl, welches es von „normalen“ Segeln unterscheidet. Das Seal Membrane überzeugt mit gelungener Mischung aus Komfort, reaktivem Fahrverhalten und nicht zuletzt edler Optik, geht aber in beiden Tuningoptionen nicht als maximal leichtes oder gar neutrales Segel durch.

Schlagwörter: GunSails Segel-Design


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