WindsurfenDie wichtigsten Fragen und Antworten für Einsteiger

Tobias Frauen

 · 17.08.2022

Windsurfen: Die wichtigsten Fragen und Antworten für EinsteigerFoto: Ummaii Surfschule Rügen

"Das will ich auch können!" Dieser Gedanke kommt vielen, die am Meer oder einem See Windsurfer in voller Action erleben. Wer den richtigen Weg ins Windsurfen wählt, der steht schon bald nicht mehr am Strand, sondern ist selber auf dem Wasser!

Wo kann ich Windsurfen lernen?

Der erste Weg sollte für Windsurf-Einsteiger immer zu einer Surfschule gehen. Dabei ist es egal, ob man eine kleine Surfschule am Baggersee um die Ecke wählt oder ein großes Center am Urlaubsort. Wichtig ist, dass es dort erfahrene Lehrer:innen und das richtige Material gibt. Schon bei einem kurzen und günstigen Schnupperkurs kann jeder das erste Mal selber auf einem Brett stehen und ein wenig Gefühl fürs Segel bekommen.

Die Trainer in der Surfschule geben die richtige Anleitung, um typische Anfängerfehler zu vermeiden. Das führt zu einem schnellen Lernerfolg und steigert die Motivation, dranzubleiben! Am Ende der Kurse bekommt man häufig seinen Windurfschein, mit dem man unter anderem an vielen Stationen Material leihen kann und der auf einigen Gewässern verlangt wird, um darauf zu surfen.

Der VDWS (Vereinigung deutscher Windsurfing Schulen) hilft euch dabei, die passende Surfschule zu finden! Dabei sind auch Schulen an zahlreichen Spots im Ausland vertreten. Eine andere Möglichkeit sind Windsurf-Camps: Hier könnt ihr in der Gruppe intensiv lernen, frei üben und auch abseits des Wassers jede Menge Spaß haben!

Ist Windsurfen schwierig?

Jein. Bei den ersten Versuchen kann es kompliziert aussehen, sein Gleichgewicht zu halten und währenddessen das Segel korrekt auszurichten. Auch böiger Wind oder kabbeliges Wasser lassen Einsteiger bisweilen verzweifeln. Doch mit dem richtigen Material und guten Trainer:innen sind diese Hürden schnell vergessen und es warten jede Menge Erfolgserlebnisse. Von der ersten längeren Fahrt geradeaus, der ersten gelungenen Wende oder Halse über das erste Mal das Gefühl des Gleitens zu spüren bis hin zu den ersten Sprüngen oder anspruchsvolleren Manövern gilt es immer neue Meilensteine und Motivations-Booster zu erreichen. Windsurfen wird nie langweilig!

Wie gefährlich ist Windsurfen?

Windsurfen ist ein Natursport, und die Kraft der Natur sollte nie unterschätzt werden. Wer aber ein paar einfache Regeln beachtet, für den ist Windsurfen ein sehr sicherer Sport. Wer vom Brett fällt, wird in der Regel nur nass, mehr nicht.

Die erste Sicherheits-Frage sollte man sich noch an Land stellen: Sind der Spot und die Bedingungen geeignet für mein Können? Einsteiger sollten darauf achten, dass es idealerweise einen großen Bereich gibt, in dem sie noch stehen können. Das erspart kräftezehrendes Schwimmen und ermöglicht es im Zweifelsfall, einfach zum Strand zurückzulaufen. Der Wind sollte zu Anfang nicht zu stark sein und auflandig wehen, damit man nicht abgetrieben werden kann. Ablandiger Wind ist deutlich gefährlicher, da er den Surfer naturgemäß immer vom Ufer wegtriebt, gegebenenfalls sogar aufs offene Meer. Darüber hinaus ist ablandiger Wind durch Gebäude oder Bäume in Ufernäher meistens spürbar böiger und unberechenbarer.

Die größte Gefahr geht für Einsteiger davon aus, beim Fallen das Rigg auf den Kopf zu bekommen. Das lässt sich mit einem einfachen Trick verhindern: Wer spürt, dass er oder sie ins Wasser fällt, hält den Gabelbaum mit mindestens einer Hand fest und streckt die Arme durch. So ist sichergestellt, dass man Mast oder Gabel nicht abbekommt.

Sinnvoll ist außerdem die richtige Schutzausrüstung: Ein langer Neoprenanzug schützt nicht nur vor der Kälte, sondern verhindert auch Schürfwunden. Eine Prallschutz- oder Auftriebsweste gibt Sicherheit und schützt den Körper, ein Surf-Helm schützt den Kopf.

Was brauche ich zum Windsurfen?

Die Windsurf-Ausrüstung besteht aus Brett/Board mit einer Finne am hinteren Ende, die für die Richtungsstabilität verantwortlich ist. Einsteigerbretter haben meistens noch ein klappbares Schwert in der Mitte, das zusätzliche Stabilität gibt. Boards für Fortgeschrittene haben Fußschlaufen, die für einen festen Halt auf dem Brett sorgen.

Über ein bewegliches Gummigelenk (Mastfuß) mit dem Brett verbunden ist das Rigg, bestehend aus Segel, Mast und Gabelbaum. Segel für Einsteiger haben meistens etwa drei bis fünf Quadratmeter, die Bretter 160 bis 220 Liter Volumen. Ideal für die ersten Schritte kann auch ein WindSUP sein, also ein SUP mit Option zum Windsurfen.

Wer zu einer Surfschule geht, der muss sich um das passende Material keine Gedanken machen, dort gibt es das ideale Equipment perfekt aufgebaut. Unbedingt abzuraten ist von vermeintlich günstigen Bretter und Segeln, die jahrelang in einer Garage vor sich hingegammelt haben und jetzt von Unwissenden angeboten werden. Veraltetes Material ist nicht nur gefährlich, sondern kann Anfänger schnell frustrieren, weil es schwer und ungeeignet ist!

Was kostet Windsurfen?

Die gute Nachricht: Der Wind ist zwar nicht immer zuverlässig, aber kostenlos! Wer selber keine Windsurf-Ausrüstung besitzt, kann sich bei zahlreichen Schuklen und Stationen das genau passende Material ausleihen. Der Vorteil dabei: Bei schnellen Fortschritten können Aufsteiger ihr Material permanent anpassen und optimale Größen nutzen. Die Materialleihe kostet in der Regel zwischen 20 und 50 Euro pro Tag, je länger desto günstiger wird es. Oftmals gibt es Pool-Angebote, bei denen das Material beliebig gewechselt werden kann.

Wer sich eigenes Material zulegen möchte, sollte für eine komplette Ausrüstung etwa 1500 bis 2000 Euro einplanen. Gebraucht wird es günstiger, aber möglichweise etwas mühevoller, alle benötigten Teile zusammenzubekommen.

Je nachdem wo man wohnt, kommen auch noch Reise- und Fahrtkosten zum Spot hinzu, sowie eventuelle Parkgebühren.

Welche Ausrüstung brauche ich, um Windsurfen zu lernen?

Eine Windsurf-Ausrüstung besteht aus einem Brett mit Finne, Mastfuß und eventuell Schwert und Fußschlaufen. Das Rigg besteht aus dem Segel, einem Mast, einem Gabelbaum (kurz: Gabel) und einer Mastverlängerung. Hinzu kommt ein Neoprenanzug und je nach Temperatur und Beschaffenheit des Spots auch Neopren-Schuhe. Fortgeschrittene Windsurfer nutzen darüber hinaus auch ein Trapez, mit dem sie das Rigg halten.

Kann ich mir Windsurfen selber beibringen?

“Einfach mal ausprobieren” kann die erste Neugier befriedigen, aber wer ein wenig Ehrgeiz hat, sollte sich professionelle Unterstützung suchen. Auch wenn es zahlreiche Online-Tutorials und Lehrbücher gibt, lernt man Windsurfen am einfachsten und schnellsten in einer Surfschule (siehe oben). Oft helfen wenige gezielte Tipps der Trainer:innen, um schnelle Fortschritte zu machen.

Was sind die schlimmsten Anfängerfehler beim Windsurfen?

Die schlimmsten Fehler sind eigentlich falsches Material, ein ungeeigneter Spot oder zu anspruchsvolle Bedingungen. Wer diese Fails vermeidet, macht fast schon alles richtig. Fehler auf dem Wasser werden durch gute Schulung vermieden, und jeder Surfschüler oder -schülerin merkt schnell, wie das Material reagiert.

Wieviel Volumen brauche ich zum Windsurfen?

Die Faustregel lautet, dass das Volumen des Windsurf-Brettes bei Einsteigern etwa 100 Liter mehr Volumen haben sollte als das Körpergewicht in Kilogramm. Die meisten Einsteigerboards haben 160-250 Liter und bieten somit ausreichende Reserven. Kinder starten idealerweise auf etwas kleineren Boards, um leichter Steuerimpulse geben zu können.

Was ist der Unterschied zwischen Windsurfen und Wingsurfen?

Wingsurfen ist eine relativ neue Sportart, bei der statt eines Riggs mit festem Mast und Gabelbaum eine Art Flügel zum Einsatz kommt. Dieser wird mit straff aufgepumpten Luftschläuchen in Form gehalten, ähnlich wie bei einem Kite. Der Wing wird an Griffschlaufen oder kurzen Stangen gehalten und ist nicht fest mit dem Board verbunden. Häufig verfügt das Board über ein Foil, d.h. eine Tragfläche, die es aus dem Wasserhebt und den Widerstand erheblich verringert.

Wer hat Windsurfen erfunden?

Wie komme ich beim Windsurfen ins Gleiten?

Wenn Wind, Segel und Board gut zusammenpassen, kommt ein Windsurfboard ins Gleiten. Dieses Gleiten ist die Voraussetzung für viele fortgeschrittene Manöver, höhere Geschwindigkeiten. Hier wird erklärt, die man optimal angleitet >>

Wann ist Windsurfen verboten?

Windsurfen ist verboten, wenn z.B. Gewässer als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind. Außerdem ist Windsurfen an vielen Badestränden nicht erlaubt, um Schwimmer:innen nicht zu gefährden. Meistens sind dann an etwas abgelegenen Strand-Abschnitten besondere Bereiche zum Windsurfen ausgewiesen. Bevor man aufs Wasser geht, sollte man sich immer nach den örtlichen Gegebenheiten erkundigen. Nicht erlaubt ist außerdem, auf Schifffahrtsstraßen in der markierten Fahrrinnen zu surfen.

Warum sollte ich Windsurfen?

Weil es der beste Sport der Welt ist! :-)

Welche Arten von Windsurfen gibt es?

Für fortgeschrittene Windsurfer stehen mehrere Arten des Windsurfens offen, wobei es meistens vom Revier und den individuellen Fähigkeiten und Vorlieben abhängt, welcher Weg eingeschlagen wird.

Freeride

Entspanntes Cruisen, ohne unbedingt die höchste Endgeschwindigkeit erreichen zu wollen oder besondere Manöver - abgesehen von Halsen und Wenden - zu fahren

Waveriding

Die Königsdisziplin: In meist anspruchsvollen Bedingungen mit hohen Wellen und starkem Wind werden Wellen abgeritten und Sprünge gezeigt

Freestyle

Technisch zumeist höchst anspruchsvolle Manöver und Tricks auf Flachwasser.

Slalom/Racing

Rennen auf dem Wasser mit spezialisiertem Material, bei Regatten wird ein mit Bojen gekennzeichneter Kurs gefahren

Speed

So schnell wie möglich eine festgelegte Strecke (meistens 500 Meter) durchfahren, gemessen wird per Radarfalle. Profis in dieser Disziplin fahren äußerst spezielles Material und bevorzugen sehr glattes Wasser

Foiling

Statt einer Finne sitzt eine Art Tragflügel unter dem Board, der Brett und Surfer schon bei geringen Geschwindigkeiten anhebt und quasi fliegen lässt. Durch den geringen Widerstand sind schon bei wenig Wind höhere Geschwindigkeiten möglich. Foils werden sowohl im Race-Bereich als auch zum Freeriden genutzt, auch Freestyle-Tricks sind möglich.

Foils ermöglichen sportliches Windsurfen schon bei etwa zehn Knoten WindFoto: Stephan Gölnitz
Foils ermöglichen sportliches Windsurfen schon bei etwa zehn Knoten Wind