Neilpryde RydeInterview mit Segeldesigner Robert Stroj

Neilpryde Ryde: Interview mit Segeldesigner Robert Stroj

Die goldene Mitte: NeilPryde-Designer Robert Stroj über das neue Modell Ryde und die Abgrenzung zu anderen Freeride-Modellen wie Hellcat oder Fusion.

  Sechs Latten ermöglichen beim Ryde die markante Schothorn-Konstruktion, durch die das Segel mit kürzerer Gabel auskommt.
Sechs Latten ermöglichen beim Ryde die markante Schothorn-Konstruktion, durch die das Segel mit kürzerer Gabel auskommt.

Robert, bei NeilPryde hat man als Freerider die Qual der Wahl – mit Fusion, Ryde und Hellcat gibt’s drei Modelle ohne Camber. Eigentlich ist die Empfehlung klar und leicht: Das Fusion passt am besten zu Surfern, die Freestyle-Wave- und Bump & Jump-Boards fahren, auch mal einen klassischen Freestyletrick versuchen oder eine kleine Welle shredden. Das Hellcat wurde als camberloses Segel, aber sehr fahrstabil und leistungsstark entwickelt, um auf Freeride-, Freerace- oder sogar Slalomboards Gas geben zu können. Das Ryde liegt quasi genau in der Mitte und kombiniert annähernd das Handling und die Manövertauglichkeit des Fusion mit der Stabilität und Leistung des Hellcat. Es passt perfekt auf die neue Generation von breiten und dünnen Free-rideboards wie den Magic Ride oder Fanatic Gecko, auf denen man Manöver so einfach lernen kann.

Wie unterscheidet sich das Ryde in puncto Design von den anderen Modellen? Das Fusion hat im Prinzip eine Wave-Outline mit etwas längerer Gabel und tieferem Profil, um die Leistung und Fahrstabilität zu verbessern. Es hat fünf "normale" Latten, die auch Wave-Einsatz ohne Bruch zulassen. Das Hellcat stammt eher vom Cambersegel Hornet ab und hat die Form eines Racesegels, bloß eine Tubelatte weniger (sieben, die Red.) und keine Camber, um das Manöverhandling zu verbessern. Und natürlich liegt das Ryde bei Lattenanzahl, Outline und Profiltiefe wieder genau in der Mitte. Das Ryde hat zudem im Centerbereich über der Gabel zwei Tubelatten (hohle Latten, die leichter sind und die Kontrolle verbessern, aber in der Welle auch sensibler sind, die Red.).

  Der gebürtige Slowene  Robert Stroj ist verantwortlich für die Designs der Neil-Pryde-Segel.
Der gebürtige Slowene  Robert Stroj ist verantwortlich für die Designs der Neil-Pryde-Segel.

Ryde und Hellcat haben die im surf Magazin "Compact Clew" genannte, markante Ecke am Schothorn, die die Gabellänge reduziert. Warum macht man das nicht bei allen Segeln? Damit das funktioniert, brauchst du eine unterstützende Segellatte, die den Gabelbaumbereich kreuzt, so wie bei Ryde und Hellcat. Dann sorgt diese Konstruktion dafür, dass man den Druckpunkt effektiver kontrollieren kann, weil das Achterliek freier twistet und Dampf ablässt. Beim Fusion geht das schlicht nicht, weil es nur fünf Latten hat. Würde ich zwei davon unten einbauen, um das Compact Clew zu ermöglichen, wären für den ganzen Toppbereich nur noch drei übrig. Das sind zu wenig.

Inwiefern spiegeln sich Zielgruppe und Einsatzbereich auch in den verwendeten Materialien wieder? Ryde und Fusion nehmen sich da nichts, beide sind solide konstruiert und zusätzlich als HD-Version erhältlich, also komplett in X-Ply. Das Hellcat unterscheidet sich da etwas, denn es ist mehr auf Leistung ausgelegt und hat einen größeren Monofilmanteil. Allerdings handelt es sich um dickeren und laminierten Film, der UV-Belastung und Stürze deutlich besser wegsteckt als der dünne Film, den man etwa bei den reinen Racesegeln verwendet.