Portraits

Andy Laufer

Andy Laufer

Andy Laufer bestreitet 2005 seine 20. Regattasaison – kaum jemand hätte dem lebenshungrigen Sonnyboy wohl so eine lange, erfolgreiche Karriere zugetraut. Doch Andy hat noch lange nicht genug – weder vom Surfen noch vom Leben.

Genussvoll bläst Andy blauen Dunst in den Münchner Sommerhimmel. „Ich hab mir vorgenommen, mit dem Rauchen aufzuhören“, behauptet er überzeugt. „Da gibt es ein Buch von Allen Carr, „Für immer Nichtraucher“, durch das sind schon einige Freunde zu Nichtrauchern geworden. Ich hab mir das Buch auch gekauft und angefangen es zu lesen. Gleich am Anfang steht da drin, dass man erst mal weiter rauchen soll – das gefällt mir.“ Dahinter könnte man fast so etwas wie ein Lebensmotto von Andy Laufer, dem ewigen Sonnyboy vom Bodensee, dem Lebemann unter den harten Regattacracks, dem Umschwärmten auf jeder Party und doch einem der besten deutschen Racer der letzten Jahre, erahnen: Nichts tun und trotzdem Erfolg haben – The Easy Way – wie Nichtraucher Carr seine Entwöhnungstherapie nennt. Ralf Bachschuster, Ex-Pro-Surfer und einer der frühen Weggefährten sagt es offen: „Es ist faszinierend. Ich kenne niemanden, der mit so wenig Einsatz so viel Ertrag erzielt hat wie Andy.“

In Sven Hoffmanns Buch adelt ihn sogar eine Laudation von Altmeister Robby Naish: „Andy war immer einer dieser echten Typen. Er liebt es zu surfen, er liebt das Leben am Strand und er liebt das Nightlife. Er war professionell genug, um alles auf die Reihe zu bringen, hatte gute Sponsoren, ein paar gute Resultate auf dem Wasser und hatte dabei auch außerhalb des Wassers den größten Spaß von allen auf der Tour. Er hat einen immer zum Lachen gebracht... nicht über ihn, sondern mit ihm. Those were the days – go Laufer.“    Text: Andreas Erbe,Foto: Sven Hoffmann, Nils Geiselbrecht, Sjak van der Linden
In Sven Hoffmanns Buch adelt ihn sogar eine Laudation von Altmeister Robby Naish: „Andy war immer einer dieser echten Typen. Er liebt es zu surfen, er liebt das Leben am Strand und er liebt das Nightlife. Er war professionell genug, um alles auf die Reihe zu bringen, hatte gute Sponsoren, ein paar gute Resultate auf dem Wasser und hatte dabei auch außerhalb des Wassers den größten Spaß von allen auf der Tour. Er hat einen immer zum Lachen gebracht... nicht über ihn, sondern mit ihm. Those were the days – go Laufer.“ Text: Andreas Erbe,
Das war natürlich nicht immer so, und es ist auch nicht so, dass Andy Laufer die Lust am Windsurfen abhanden gekommen ist. Aber der 35-Jährige surft seit mittlerweile 20 Jahren um Bojen, hat tausende von Starts absolviert, ungezählte Protestverhandlungen mit einem Lächeln durchgestanden und vielen Sieger-Sektpullen den Korken herausgerissen. Für einen Deutschen Meistertitel hat es trotzdem nie gereicht. Immer kam im letzten Moment etwas dazwischen, holte sich der große Rivale Bernd Flessner zum Schluss mit unbändigem Willen den Titel und degradierte Andy zum Dauervize. „Ich glaube“, sagt Flessi, „Andy hat genauso viel Ehrgeiz wie ich und ist ein Riesentalent, aber am Ende habe ich vielleicht den längeren Atem.“ Auch 2005 langte es für Andy bei der Deutschen Meisterschaft im Slalom nur für den zweiten Platz – hinter Flessi. Mit 16 Jahren tauchte Andy erstmals in der Regattszene auf. Als Talent vom Bodensee mischte er sofort vorne mit und heimste 1986 beim damals hochdotierten Jet Set Cup auf dem Silvaplana See in der Schweiz einen 14. Platz ein. Seit Anfang der 90er Jahre läuft Laufer konstant unter den Top 5 im Deutschen Windsurf-Cup ein.
Das war natürlich nicht immer so, und es ist auch nicht so, dass Andy Laufer die Lust am Windsurfen abhanden gekommen ist. Aber der 35-Jährige surft seit mittlerweile 20 Jahren um Bojen, hat tausende von Starts absolviert, ungezählte Protestverhandlungen mit einem Lächeln durchgestanden und vielen Sieger-Sektpullen den Korken herausgerissen. Für einen Deutschen Meistertitel hat es trotzdem nie gereicht. Immer kam im letzten Moment etwas dazwischen, holte sich der große Rivale Bernd Flessner zum Schluss mit unbändigem Willen den Titel und degradierte Andy zum Dauervize. „Ich glaube“, sagt Flessi, „Andy hat genauso viel Ehrgeiz wie ich und ist ein Riesentalent, aber am Ende habe ich vielleicht den längeren Atem.“ Auch 2005 langte es für Andy bei der Deutschen Meisterschaft im Slalom nur für den zweiten Platz – hinter Flessi. Mit 16 Jahren tauchte Andy erstmals in der Regattszene auf. Als Talent vom Bodensee mischte er sofort vorne mit und heimste 1986 beim damals hochdotierten Jet Set Cup auf dem Silvaplana See in der Schweiz einen 14. Platz ein. Seit Anfang der 90er Jahre läuft Laufer konstant unter den Top 5 im Deutschen Windsurf-Cup ein.
Dabei hätten viele Weggefährten Andy, der auch schon mal in schwarzer Benz-Limo mit der Aufschrift „Konsul Laufer“ bei den Regatten vorfuhr, kaum eine so lange Karriere zugetraut.  Bei fast jeder Regatta, egal ob Windsurf-Cup oder Worldcup, lieferte Laufer eine lustige Geschichte ab. Manchmal kam er erst kurz vor seinem ersten Heat aus der Disco, manchmal steuerte er, weit in Führung liegend, selbstbewusst die falsche Boje an. Manche behaupten, er verschleudere durch seine lasche Einstellung sein ernomes Talent, manche halten ihn dagegen für den einzig wahren Surfer im Cup.
Dabei hätten viele Weggefährten Andy, der auch schon mal in schwarzer Benz-Limo mit der Aufschrift „Konsul Laufer“ bei den Regatten vorfuhr, kaum eine so lange Karriere zugetraut.  Bei fast jeder Regatta, egal ob Windsurf-Cup oder Worldcup, lieferte Laufer eine lustige Geschichte ab. Manchmal kam er erst kurz vor seinem ersten Heat aus der Disco, manchmal steuerte er, weit in Führung liegend, selbstbewusst die falsche Boje an. Manche behaupten, er verschleudere durch seine lasche Einstellung sein ernomes Talent, manche halten ihn dagegen für den einzig wahren Surfer im Cup.
Style wichtiger als Siege  Wahrscheinlich ist es das, was Sponsoren an Laufer lieben. Er ist keine ehrgeizige Maschine, die nicht links nicht rechts schaut, die ihre Ziele kompromiss- und gnadenlos verfolgt, wenn es sein muss, auch am grünen Tisch. Das Ergebnis ist für Andy zweitranging, Hauptsache, die ganze Sache hat Spaß gebracht. Oxbow, Chiemsee, Matador, Red Bull, die Liste von potenten Sponsoren in Laufers Karriere ist lang. Meist waren es Firmen, denen der Lifestyle des Windsurfens wichtiger war als Ranglistenpunkte. Sie konnten sicher sein, auch wenn Andy einmal nicht ganz vorn dabei war, für ein paar Schlagzeilen in der Fachpresse sorgte er dafür fast immer. Trotzdem sollte man Andys Leistungen nicht runterspielen, vor allem, wenn man weiß, wie seine Vorbereitung auf die Saison aussieht. Er verbringt zwar fast den ganzen Winter in Südafrika, ein Slalom- oder gar Formula-Brett kommt ihm dort aber nicht unter die Füße. Entweder Waveboard oder Golfplatz heißt das Motto am Kap. Erst kurz vor Saisonbeginn widmet sich Laufer seinen Rennmaschinen, stimmt sie ab, fährt sich ein bisschen ein und wenig später 90 Prozent der Konkurrenz um die Ohren. Es kam sogar schon vor, dass Andy mit original verpacktem Material bei der ersten Regatta aufschlug. Das Ergebnis blieb meist dasselbe – er fuhr um den Sieg mit. So viel Gelassenheit ruft natürlich auch Neider auf den Plan, aber in der gesamten Szene findet man kaum jemand, der schlecht über Herrn Laufer reden würde. Zu freundlich begegnet er allen, zu positiv ist seine gesamte Lebenseinstellung – so jemandem kann man einfach nicht böse sein.   Immer genug Geld in der Tasche  Im richtigen Leben hat Andy Laufer Wirtschaftsassistent gelernt. Vielleicht hat ihm das auch geholfen, immer wieder gute Sponsorenverträge abzuschließen und mit den Summen, die im Windsurfsport nun nicht gerade üppig sind, ein sorgenfreies Leben zu führen. Auch wenn es mit der Geldvermehrung nicht immer so richtig geklappt hat. „Ich hab‘s leider verpasst, zur richtigen Zeit in Südafrika eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen.“ Da waren einige Profis schlauer und haben sich in den goldenen Zeiten am Kap eine zweite Existenz aufgebaut. Und auch der Börsenboom brachte Andy keinen dauerhaften Reichtum. Aber es reicht für eine nette Wohnung über den Dächern Schwabings in München, ein adäquates Auto und den obligatorischen Südafrika-Winter.
Style wichtiger als Siege Wahrscheinlich ist es das, was Sponsoren an Laufer lieben. Er ist keine ehrgeizige Maschine, die nicht links nicht rechts schaut, die ihre Ziele kompromiss- und gnadenlos verfolgt, wenn es sein muss, auch am grünen Tisch. Das Ergebnis ist für Andy zweitranging, Hauptsache, die ganze Sache hat Spaß gebracht. Oxbow, Chiemsee, Matador, Red Bull, die Liste von potenten Sponsoren in Laufers Karriere ist lang. Meist waren es Firmen, denen der Lifestyle des Windsurfens wichtiger war als Ranglistenpunkte. Sie konnten sicher sein, auch wenn Andy einmal nicht ganz vorn dabei war, für ein paar Schlagzeilen in der Fachpresse sorgte er dafür fast immer. Trotzdem sollte man Andys Leistungen nicht runterspielen, vor allem, wenn man weiß, wie seine Vorbereitung auf die Saison aussieht. Er verbringt zwar fast den ganzen Winter in Südafrika, ein Slalom- oder gar Formula-Brett kommt ihm dort aber nicht unter die Füße. Entweder Waveboard oder Golfplatz heißt das Motto am Kap. Erst kurz vor Saisonbeginn widmet sich Laufer seinen Rennmaschinen, stimmt sie ab, fährt sich ein bisschen ein und wenig später 90 Prozent der Konkurrenz um die Ohren. Es kam sogar schon vor, dass Andy mit original verpacktem Material bei der ersten Regatta aufschlug. Das Ergebnis blieb meist dasselbe – er fuhr um den Sieg mit. So viel Gelassenheit ruft natürlich auch Neider auf den Plan, aber in der gesamten Szene findet man kaum jemand, der schlecht über Herrn Laufer reden würde. Zu freundlich begegnet er allen, zu positiv ist seine gesamte Lebenseinstellung – so jemandem kann man einfach nicht böse sein. Immer genug Geld in der Tasche Im richtigen Leben hat Andy Laufer Wirtschaftsassistent gelernt. Vielleicht hat ihm das auch geholfen, immer wieder gute Sponsorenverträge abzuschließen und mit den Summen, die im Windsurfsport nun nicht gerade üppig sind, ein sorgenfreies Leben zu führen. Auch wenn es mit der Geldvermehrung nicht immer so richtig geklappt hat. „Ich hab‘s leider verpasst, zur richtigen Zeit in Südafrika eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen.“ Da waren einige Profis schlauer und haben sich in den goldenen Zeiten am Kap eine zweite Existenz aufgebaut. Und auch der Börsenboom brachte Andy keinen dauerhaften Reichtum. Aber es reicht für eine nette Wohnung über den Dächern Schwabings in München, ein adäquates Auto und den obligatorischen Südafrika-Winter.
Dort produzierte der Fotograf und Buchautor Sven Hoffmann im vergangenen Winter sogar ein Buch mit und über Laufer. Hoffmann begleitete Andy, porträtierte ihn und die Metropole Kapstadt in klassischer Schwarz-Weiß-Fotografie. Dabei offenbarte Andy noch eine ganz andere Stärke: Der Kerl kann kochen und zwar verdammt gut. Ob nun Römertopf von Mama oder gebratene Entenbrust in Orangensauce, Laufer traut sich an alles ran – auch, wenn nicht alles gelingt.  So strebt Andy auch nicht unbedingt ein Karriere als Koch an. Dann doch schon eher etwas mit Mode und Surfen – im Hintergrund bastelt er schon an seinem Leben nach dem Windsurfen. „Ich hab so viele interessante Leute durchs Windsurfen kennengelernt.“ Dadurch sind auch viele Beziehungen übers Surfen hinaus entstanden, die bei der Zukunftsplanung durchaus behilflich sein können. So scheinen die ganz wilden Zeiten eines Laufer wohl langsam vorbei – mit Freundin Nicole Schilling ist er mittlerweile fast sieben Jahre zusammen, er muss nicht mehr auf jeder Party der Letzte sein, und er will tatsächlich aufhören zu rauchen. Einer wie er ist lange nicht in Sicht in der deutschen Surfszene, hoffentlich bleibt er uns als einer der wenigen echten Typen noch ein wenig erhalten.
Dort produzierte der Fotograf und Buchautor Sven Hoffmann im vergangenen Winter sogar ein Buch mit und über Laufer. Hoffmann begleitete Andy, porträtierte ihn und die Metropole Kapstadt in klassischer Schwarz-Weiß-Fotografie. Dabei offenbarte Andy noch eine ganz andere Stärke: Der Kerl kann kochen und zwar verdammt gut. Ob nun Römertopf von Mama oder gebratene Entenbrust in Orangensauce, Laufer traut sich an alles ran – auch, wenn nicht alles gelingt.  So strebt Andy auch nicht unbedingt ein Karriere als Koch an. Dann doch schon eher etwas mit Mode und Surfen – im Hintergrund bastelt er schon an seinem Leben nach dem Windsurfen. „Ich hab so viele interessante Leute durchs Windsurfen kennengelernt.“ Dadurch sind auch viele Beziehungen übers Surfen hinaus entstanden, die bei der Zukunftsplanung durchaus behilflich sein können. So scheinen die ganz wilden Zeiten eines Laufer wohl langsam vorbei – mit Freundin Nicole Schilling ist er mittlerweile fast sieben Jahre zusammen, er muss nicht mehr auf jeder Party der Letzte sein, und er will tatsächlich aufhören zu rauchen. Einer wie er ist lange nicht in Sicht in der deutschen Surfszene, hoffentlich bleibt er uns als einer der wenigen echten Typen noch ein wenig erhalten.
In Sven Hoffmanns Buch adelt ihn sogar eine Laudation von Altmeister Robby Naish: „Andy war immer einer dieser echten Typen. Er liebt es zu surfen, er liebt das Leben am Strand und er liebt das Nightlife. Er war professionell genug, um alles auf die Reihe zu bringen, hatte gute Sponsoren, ein paar gute Resultate auf dem Wasser und hatte dabei auch außerhalb des Wassers den größten Spaß von allen auf der Tour. Er hat einen immer zum Lachen gebracht... nicht über ihn, sondern mit ihm. Those were the days – go Laufer.“    Text: Andreas Erbe,Foto: Sven Hoffmann, Nils Geiselbrecht, Sjak van der Linden
In Sven Hoffmanns Buch adelt ihn sogar eine Laudation von Altmeister Robby Naish: „Andy war immer einer dieser echten Typen. Er liebt es zu surfen, er liebt das Leben am Strand und er liebt das Nightlife. Er war professionell genug, um alles auf die Reihe zu bringen, hatte gute Sponsoren, ein paar gute Resultate auf dem Wasser und hatte dabei auch außerhalb des Wassers den größten Spaß von allen auf der Tour. Er hat einen immer zum Lachen gebracht... nicht über ihn, sondern mit ihm. Those were the days – go Laufer.“ Text: Andreas Erbe,
Das war natürlich nicht immer so, und es ist auch nicht so, dass Andy Laufer die Lust am Windsurfen abhanden gekommen ist. Aber der 35-Jährige surft seit mittlerweile 20 Jahren um Bojen, hat tausende von Starts absolviert, ungezählte Protestverhandlungen mit einem Lächeln durchgestanden und vielen Sieger-Sektpullen den Korken herausgerissen. Für einen Deutschen Meistertitel hat es trotzdem nie gereicht. Immer kam im letzten Moment etwas dazwischen, holte sich der große Rivale Bernd Flessner zum Schluss mit unbändigem Willen den Titel und degradierte Andy zum Dauervize. „Ich glaube“, sagt Flessi, „Andy hat genauso viel Ehrgeiz wie ich und ist ein Riesentalent, aber am Ende habe ich vielleicht den längeren Atem.“ Auch 2005 langte es für Andy bei der Deutschen Meisterschaft im Slalom nur für den zweiten Platz – hinter Flessi. Mit 16 Jahren tauchte Andy erstmals in der Regattszene auf. Als Talent vom Bodensee mischte er sofort vorne mit und heimste 1986 beim damals hochdotierten Jet Set Cup auf dem Silvaplana See in der Schweiz einen 14. Platz ein. Seit Anfang der 90er Jahre läuft Laufer konstant unter den Top 5 im Deutschen Windsurf-Cup ein.
Das war natürlich nicht immer so, und es ist auch nicht so, dass Andy Laufer die Lust am Windsurfen abhanden gekommen ist. Aber der 35-Jährige surft seit mittlerweile 20 Jahren um Bojen, hat tausende von Starts absolviert, ungezählte Protestverhandlungen mit einem Lächeln durchgestanden und vielen Sieger-Sektpullen den Korken herausgerissen. Für einen Deutschen Meistertitel hat es trotzdem nie gereicht. Immer kam im letzten Moment etwas dazwischen, holte sich der große Rivale Bernd Flessner zum Schluss mit unbändigem Willen den Titel und degradierte Andy zum Dauervize. „Ich glaube“, sagt Flessi, „Andy hat genauso viel Ehrgeiz wie ich und ist ein Riesentalent, aber am Ende habe ich vielleicht den längeren Atem.“ Auch 2005 langte es für Andy bei der Deutschen Meisterschaft im Slalom nur für den zweiten Platz – hinter Flessi. Mit 16 Jahren tauchte Andy erstmals in der Regattszene auf. Als Talent vom Bodensee mischte er sofort vorne mit und heimste 1986 beim damals hochdotierten Jet Set Cup auf dem Silvaplana See in der Schweiz einen 14. Platz ein. Seit Anfang der 90er Jahre läuft Laufer konstant unter den Top 5 im Deutschen Windsurf-Cup ein.
Das war natürlich nicht immer so, und es ist auch nicht so, dass Andy Laufer die Lust am Windsurfen abhanden gekommen ist. Aber der 35-Jährige surft seit mittlerweile 20 Jahren um Bojen, hat tausende von Starts absolviert, ungezählte Protestverhandlungen mit einem Lächeln durchgestanden und vielen Sieger-Sektpullen den Korken herausgerissen. Für einen Deutschen Meistertitel hat es trotzdem nie gereicht. Immer kam im letzten Moment etwas dazwischen, holte sich der große Rivale Bernd Flessner zum Schluss mit unbändigem Willen den Titel und degradierte Andy zum Dauervize. „Ich glaube“, sagt Flessi, „Andy hat genauso viel Ehrgeiz wie ich und ist ein Riesentalent, aber am Ende habe ich vielleicht den längeren Atem.“ Auch 2005 langte es für Andy bei der Deutschen Meisterschaft im Slalom nur für den zweiten Platz – hinter Flessi. Mit 16 Jahren tauchte Andy erstmals in der Regattszene auf. Als Talent vom Bodensee mischte er sofort vorne mit und heimste 1986 beim damals hochdotierten Jet Set Cup auf dem Silvaplana See in der Schweiz einen 14. Platz ein. Seit Anfang der 90er Jahre läuft Laufer konstant unter den Top 5 im Deutschen Windsurf-Cup ein.
Dabei hätten viele Weggefährten Andy, der auch schon mal in schwarzer Benz-Limo mit der Aufschrift „Konsul Laufer“ bei den Regatten vorfuhr, kaum eine so lange Karriere zugetraut.  Bei fast jeder Regatta, egal ob Windsurf-Cup oder Worldcup, lieferte Laufer eine lustige Geschichte ab. Manchmal kam er erst kurz vor seinem ersten Heat aus der Disco, manchmal steuerte er, weit in Führung liegend, selbstbewusst die falsche Boje an. Manche behaupten, er verschleudere durch seine lasche Einstellung sein ernomes Talent, manche halten ihn dagegen für den einzig wahren Surfer im Cup.
Style wichtiger als Siege  Wahrscheinlich ist es das, was Sponsoren an Laufer lieben. Er ist keine ehrgeizige Maschine, die nicht links nicht rechts schaut, die ihre Ziele kompromiss- und gnadenlos verfolgt, wenn es sein muss, auch am grünen Tisch. Das Ergebnis ist für Andy zweitranging, Hauptsache, die ganze Sache hat Spaß gebracht. Oxbow, Chiemsee, Matador, Red Bull, die Liste von potenten Sponsoren in Laufers Karriere ist lang. Meist waren es Firmen, denen der Lifestyle des Windsurfens wichtiger war als Ranglistenpunkte. Sie konnten sicher sein, auch wenn Andy einmal nicht ganz vorn dabei war, für ein paar Schlagzeilen in der Fachpresse sorgte er dafür fast immer. Trotzdem sollte man Andys Leistungen nicht runterspielen, vor allem, wenn man weiß, wie seine Vorbereitung auf die Saison aussieht. Er verbringt zwar fast den ganzen Winter in Südafrika, ein Slalom- oder gar Formula-Brett kommt ihm dort aber nicht unter die Füße. Entweder Waveboard oder Golfplatz heißt das Motto am Kap. Erst kurz vor Saisonbeginn widmet sich Laufer seinen Rennmaschinen, stimmt sie ab, fährt sich ein bisschen ein und wenig später 90 Prozent der Konkurrenz um die Ohren. Es kam sogar schon vor, dass Andy mit original verpacktem Material bei der ersten Regatta aufschlug. Das Ergebnis blieb meist dasselbe – er fuhr um den Sieg mit. So viel Gelassenheit ruft natürlich auch Neider auf den Plan, aber in der gesamten Szene findet man kaum jemand, der schlecht über Herrn Laufer reden würde. Zu freundlich begegnet er allen, zu positiv ist seine gesamte Lebenseinstellung – so jemandem kann man einfach nicht böse sein.   Immer genug Geld in der Tasche  Im richtigen Leben hat Andy Laufer Wirtschaftsassistent gelernt. Vielleicht hat ihm das auch geholfen, immer wieder gute Sponsorenverträge abzuschließen und mit den Summen, die im Windsurfsport nun nicht gerade üppig sind, ein sorgenfreies Leben zu führen. Auch wenn es mit der Geldvermehrung nicht immer so richtig geklappt hat. „Ich hab‘s leider verpasst, zur richtigen Zeit in Südafrika eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen.“ Da waren einige Profis schlauer und haben sich in den goldenen Zeiten am Kap eine zweite Existenz aufgebaut. Und auch der Börsenboom brachte Andy keinen dauerhaften Reichtum. Aber es reicht für eine nette Wohnung über den Dächern Schwabings in München, ein adäquates Auto und den obligatorischen Südafrika-Winter.
Dort produzierte der Fotograf und Buchautor Sven Hoffmann im vergangenen Winter sogar ein Buch mit und über Laufer. Hoffmann begleitete Andy, porträtierte ihn und die Metropole Kapstadt in klassischer Schwarz-Weiß-Fotografie. Dabei offenbarte Andy noch eine ganz andere Stärke: Der Kerl kann kochen und zwar verdammt gut. Ob nun Römertopf von Mama oder gebratene Entenbrust in Orangensauce, Laufer traut sich an alles ran – auch, wenn nicht alles gelingt.  So strebt Andy auch nicht unbedingt ein Karriere als Koch an. Dann doch schon eher etwas mit Mode und Surfen – im Hintergrund bastelt er schon an seinem Leben nach dem Windsurfen. „Ich hab so viele interessante Leute durchs Windsurfen kennengelernt.“ Dadurch sind auch viele Beziehungen übers Surfen hinaus entstanden, die bei der Zukunftsplanung durchaus behilflich sein können. So scheinen die ganz wilden Zeiten eines Laufer wohl langsam vorbei – mit Freundin Nicole Schilling ist er mittlerweile fast sieben Jahre zusammen, er muss nicht mehr auf jeder Party der Letzte sein, und er will tatsächlich aufhören zu rauchen. Einer wie er ist lange nicht in Sicht in der deutschen Surfszene, hoffentlich bleibt er uns als einer der wenigen echten Typen noch ein wenig erhalten.
In Sven Hoffmanns Buch adelt ihn sogar eine Laudation von Altmeister Robby Naish: „Andy war immer einer dieser echten Typen. Er liebt es zu surfen, er liebt das Leben am Strand und er liebt das Nightlife. Er war professionell genug, um alles auf die Reihe zu bringen, hatte gute Sponsoren, ein paar gute Resultate auf dem Wasser und hatte dabei auch außerhalb des Wassers den größten Spaß von allen auf der Tour. Er hat einen immer zum Lachen gebracht... nicht über ihn, sondern mit ihm. Those were the days – go Laufer.“    Text: Andreas Erbe,