Singlefin, Thruster, Seegras – so findest du die richtige Finnenlänge für dein Freestyle-Waveboard

  • Manuel Vogel
 • Publiziert vor einem Jahr

Keine andere Brettklasse auf dem Markt ist so sehr darauf ausgelegt, die Fahreigenschaften über die Wahl der Finnen zu verändern. Was beim Wechsel zwischen Singlefin und Thruster-Set-up wichtig ist und welche Besonderheiten für Seegrasfinnen gelten, verraten wir euch hier.

Seegras–Salat

Im Sommer geht ohne Seegrasfinne an vielen Spots Europas nichts. Die richtige Größe zu finden, stellt viele Surfer vor echte Probleme – vor dem Hintergrund, dass man für drei Seegrasfinnen für einen Thruster schnell 150 bis 200 Euro auf die Ladentheke blättern muss, tut ein Fehlkauf doppelt weh.

Ob hier geloopt wird trotz des Seegras oder nur, um es loszuwerden, bleibt fraglich

Seegrasfinnen haben aufgrund ihres flacheren Neigungswinkels bei gleichem Tiefgang deutlich mehr Fläche. Zudem liegt der Druckpunkt der Finne weiter hinten, was bestimmte Änderungen des Fahrverhaltens mit sich bringt: Tauscht man z.B. eine 26er-Mittelfinne gegen eine gleich lange Seegrasfinne aus, hat diese nicht nur, je nach Marke, 25-35 Prozent mehr Fläche, sondern den Druckpunkt auch mehrere Zentimeter weiter hinten. Die Folge: Vergleichbare Leistung, aber spürbar schlechteres Drehen, z.B. beim Wellenabreiten. Möchte man stattdessen die Dreheigenschaften konstant halten, müsste man von der 26er auf eine Seegrasfinne mit nur 20 bis 22 Zentimetern wechseln, diese hat dann jedoch spürbare Nachteile bei Gleitleistung, Speed, Höhelaufen und der Eignung für große Segel. Deshalb sind wir nach unseren Tests mit verschieden großen Finnen-Setups zu folgender Empfehlung gelangt, die einen für Freestyle-Waveboards passenden Kompromiss verkörpert – der Verlust von Gleitleistung bleibt ebenso im Rahmen wie die Minderung der Drehfreudigkeit.

Finnenempfehlung Seegras (Freestyle-Waveboards). Hinweis für das Lesen auf mobilen Endgeräten: Nur die Queransicht offenbart alle Infos!

Ein Beispiel: Du suchst Seegras-Finnen für dein 105-Liter-Brett (1). In diesem Fall würden unsere Empfehlungsbereiche lauten: Singlefin mit 29-31 Zentimeter (6) // Singlefin Seegras mit 27-29 Zentimeter (5) // Thruster mit einer Mittelfinne von 25-27 Zentimetern (4) und Sidefins mit 11-13 Zentimeter (2) // Thruster Seegras mit Mittelfinne von 23-25 Zentimetern (3) und Seitenfinnen mit 11-13 Zentimetern (2)

Auch bei diesen Empfehlungsbereichen orientieren sich Leichtgewichte (<70 Kilo) zum unteren Ende der Range, schwere Surfer (>90 Kilo) halten sich an das obere Ende des Empfehlungsbereichs.
surf-Tipp: Wer es sich einfach machen will, spart sich die „normalen“ Seitenfinnen und nutzt seine kleinen Seegras-Sidefins einfach ganzjährig – das spart Geld und mindert den Surfspaß in keinster Weise! Im Gegensatz zur großen Mittelfinne wirkt sich die Art der Seitenfinnen weder bei der Gleitleistung noch bei den Dreheigenschaften spürbar nachteilig aus.

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Themen: FinneSeegrasfinneTuning


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