Carbonfoil: Select ProFoil.F1: Fliegen ab sieben Knoten Carbonfoil: Select ProFoil.F1: Fliegen ab sieben Knoten Carbonfoil: Select ProFoil.F1: Fliegen ab sieben Knoten

Carbonfoil: Select ProFoil.F1: Fliegen ab sieben Knoten

  • Manuel Vogel
 • Publiziert vor 2 Jahren

Samuel Mocher ist bei Select verantwortlich für die Entwicklung des neuen ProFoil.F1. Worauf es bei der Entwicklung von Carbonfoils ankommt und was man vom ersten Select-Windfoil erwarten kann, verrät er im Interview.

Carbonfoil: Select ProFoil.F1

Monsieur Mocher, als erfahrener Finnenbauer hätte Select seinen Vorsprung nutzen und als einer der ersten Hersteller ein Foil auf den Markt bringen können. Jetzt hat es doch länger gedauert. Warum? Wir bei Select sind schon seit 2014 im Kitefoil-Bereich aktiv und haben mit dem SWORD2 die Messlatte gelegt. Wir sind aber nicht diejenigen, die Schnellschüsse machen. Unser Windfoil entwickeln wir seit 2015 und bis es jetzt endlich auf den Markt gekommen ist, haben wir zehn Prototypen gebaut und getestet, so lange bis unsere Erwartungen an die Fahrleistungen erfüllt waren.

Wie sahen diese Erwartungen konkret aus? Der Name ProFoil.F1 lässt ein Foil für Könner vermuten. Das Ziel war es, ein Foil zu entwickeln, mit dem man bei sieben Knoten fliegen kann – also so früh wie möglich und so einfach wie möglich.

Wie sieht Foil-Entwicklung konkret aus? Wie viele Leute sind involviert und was sind die Schwierigkeiten? Im ProFoil stecken etwa 3000 Arbeitsstunden. Von der ersten Skizze bis zum Design am Computer, über Simulationen bis zu den fertigen Komponenten wie Mast, Fuselage und Flügel haben sechs Leute mitgearbeitet, die alle einen Hintergrund wie Aeronautik, Schiffsbau, als Ingenieure und natürlich passionierte Wassersportler haben. Wir sind stolz darauf, dass alles direkt bei uns in Frankreich produziert wird. 

Welche Segeltypen und Größen empfiehlst du fürs Foilen? Wie gesagt, der Windbereich, für den wir unser Foil entwickelt haben, liegt so zwischen sieben und 17 Knoten. Ich empfehle Segel ohne oder nur mit wenigen Cambern. "Light is right" wenn es um’s Fliegen geht! Für Leichtwind braucht man nichts größeres als ein 7,8er.

Carbonfoil: Select ProFoil.F1

Foil-Skeptiker befürchten, dass Foils schnell wieder zu speziell werden. Ist Foilen noch Windsurfen oder schon ein eigener Sport? Foilen ist eine Windsurf-Disziplin. Auch wenn es im Regatta-Bereich immer Spezialisierungen geben wird, setzen wir komplett auf Hobby-Windsurfer und das Leichtwind-Segment. Hier hat ein Foil unglaubliche Vorteile. Dennoch wird es das normale Windsurfen nie verdrängen und über 17 Knoten Wind gibt es nichts besseres als klassisches Windsurfen.

Euer Foil ist aus Vollcarbon, man kann unterschiedliche Flügel auswählen. Wie lautet deine Empfehlung? Ja, wird sind ja Experten in Sachen Verbund-Technologien. Der Mast ist aus Vollcarbon und 90 Zentimeter lang. Auf den Längsträger, die Fuselage, kann man zwei verschiedene Frontflügel montieren: Unser kleinerer W.750 Flügel hat 75 Zentimeter Spannweite und ist für Fahrer mit 60 bis 80 Kilo ideal. Der größere W.850 hat zehn Zentimeter mehr Spannweite und empfiehlt sich für Surfer von 80 bis 105 Kilo. Zu jedem Frontflügel gibt es einen passenden Heckflügel.

Du giltst nicht als Freund von Kombi-Boards, also Windsurfbrettern mit Foil-Option. Warum? Hinsichtlich der Schlaufenpositionen und Heckbreite ist ein normales Windsurfboard nicht ideal, um einfach Foilen zu lernen. Dem großen Hebel der Foils muss man sehr breite Hecks entgegensetzen. Deshalb machen für mich nur Windsurfboards Sinn, die im Bereich der hinteren Schlaufen noch mindestens 66 Zentimeter breit sind. Und natürlich muss die Finnenbox für Foils verstärkt und freigegeben sein. Sonst knackt man die Box!

Infos: www.select-hydrofoils.com

Carbonfoil: Select ProFoil.F1

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Themen: CarbonfoilFoilInterviewSamuel MocherSelect


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