SURF Masttest 2008 und 2009

 • Publiziert vor 12 Jahren

Unser Masttest in surf 9/2008 ist auf extrem viel Interesse gestoßen, hat aber auch Fragen aufgeworfen. Deshalb werden die beiden wichtigsten Grundlagen der Mastvermessung hier nochmal erläutert. Der Test, der nachweist, ob Segel auch mit Masten fremder Hersteller funktionieren, der zeigt, was ein 100-Prozent mehr kann als ein 30-Prozentiger – oder auch nicht, und der die nüchternen Zahlen der IMCS-Messung mit praktischen Erfahrungen beim Aufriggen und auf dem Wasser sinnvoll verknüpft.

Aufgrund der Festlegungen der offiziellen IMCS-Messung sind leider Missverständnisse und Verwechslungen zwischen Härte und Biegelinie nicht auszuschließen. Besonders, weil die Kennzahlen für Härte und Biegelinie in der gleichen Größenordnung liegen. So kann ein Mast durchaus mit den Zahlen 19 und 17 gekennzeichnet werden, welche beide jeweils sowohl Maß für die Härte, aber auch für die Biegecharakteristik sein könnten. Hier sollten künftige Messverfahren eindeutiger trennen.

Masthärte:

Die Masthärte wird gemessen, indem man an den waagerecht gelagerten Mast in der Mitte mit 30 Kilo belastet. Je weiter er sich durchbiegt, umso weicher ist der Mast – logisch soweit. Damit man Masten verschiedener Längen vergleichen kann, haben die Initiatoren der IMCS-Messung eine Formel entwickelt, die vergleichbare Werte trotz unterschiedlicher Längen liefert. Dabei bezieht die Berechnungsformel alle Ergebnisse auf die damalige „Standardlänge“ von 4,65 Meter. Die Masthärte wird dann mit einer Zahl zwischen 17 und 38 angegeben. Je höher die Zahl, desto härter ist der Mast.

Die IMCS-Messung ist im Prinzip recht einfach, das Problem liegt darin, die recht geringen Unterschiede genau zu messen, die auf dem Wasser eine Menge ausmachen können.

Mastbiegung: Alle Masten biegen sich im Segel nicht als gleichmäßige Kurve, sondern mit zum Topp immer stärkerer Krümmung. Die Biegecharakteristik (IMCS-Zahl) beschreibt nichts anderes, als wieviel mehr sich ein Mast in der oberen Hälfte durchbiegt als in der unteren Hälfte.

Dafür wird der Mast in der Mitte belastet wie bei der Härteprüfung. Zusätzlich zur Durchbiegung in der Mitte wird die Durchbiegung bei ¼ und ¾ der Länge gemessen.

Ein Mast mit der IMCS-Kennzahl 14 biegt sich im Topp (oben) 14 Prozent stärker als in der Base (unten). Masten mit verhältnismäßig viel Toppbiegung bezeichnet man alx Flextopp, Masten mit relativ wenig Toppbiegung werden als Hard-Topp-Mast bezeichnet. Das ist leider etwas irreführend, weil auch ein Hard-Topp-Mast mit einem IMCS-Wert von 8 zum Beispiel sich nicht gleichmäßig, sondern im Topp immer noch 8 Prozent stärker als in der Base durchbiegt.

Alle Testergebnisse

Wer nach Mastalternativen sucht, kann hier Masten mit ähnlichen Kennwerten für Härte und Biegecharakteristik (IMCS) finden.

Masten 400/19

Masten 460/25

 

 

Alles über den Mastentest finden Sie unten als PDF-Download.

Im Test waren Masten in 400 cm bzw. 460 cm Länge der Marken:

Fiberspar Gaastra Gun Sails MauiSails NeilPryde North Sails Severne Tecno Limits

Den Test, der nachweist, ob Segel auch mit Masten fremder Hersteller funktionieren, ob ein 100-Prozent mehr kann als ein 30-Prozentiger, und der die nüchternen Zahlen der IMCS-Messung mit praktischen Erfahrungen beim Aufriggen und auf dem Wasser sinnvoll verknüpft, lesen Sie als PDF Masttest 11-12/09 zum Download ... siehe Download-Link unten.

Text und Foto: Stephan Gölnitz

 

IMCS misst die Durchbiegung an drei Stellen. Für die Charakteristik wird die relative Durchbiegung bei 1/4 und 3/4 der Länge im Verhältnis zur Mitte betrachtet. In der Mitte hängt ein Gewicht von 30 Kilo.

Bei 50 Kilo Last in der Mitte kommt die Durchbiegung der Realität im Segel langsam näher. Die Biegelinie der Masten verlagert sich schon etwa einen Punkt weiter Richtung Flextop als bei Messung mit 30 Kilo.

Und so sieht’s „in Echt“ aus. Wird der Mast nicht in der Mitte belastet, sondern wie im Segel an den Enden zusammengezogen, dann verändert sich die prozentuale Biegung unten kaum. Die Toppbiegung legt im Vergleich zu IMCS nochmals zehn Prozent zu.

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