Redaktion

Danish Dynamite

  • Manuel Vogel
12.06.2018

Finn Noer hat eine Mastverlängerung mit Sprengkraft entwickelt, die ihre Länge automatisch einstellt. Der Surfer achtet nur noch auf den Trimm. Wir haben den Noer Stick ausprobiert – und sind begeistert.

Der Noer Stick

Das Grundproblem:

Dieses Problem kennt jeder: Die aufs Segel gedruckten Vorlieksmaße passen nicht und der letzte Surftag ist lange her, dementsprechend ist die passende Einstellung der Mastverlängerung längst vergessen. Erst wenn man das Segel voll durchtrimmt, merkt man dann, dass die Verlängerung falsch eingestellt ist – also Kommando zurück, alles entspannen, Verlängerung neu einstellen und wieder fädeln.

Entwickler Finn Noer

Finn Noer, passionierter Windsurfer und ehemaliger Worldcupper aus Klitmøller, hat ein geniales System entwickelt, welches derartige Probleme löst.

So funktioniert der Noer Stick:

Unabhängig von den Vorlieksmaßen wird der Noer Stick einfach wie gewohnt in den Mast eingesetzt, über die soliden und offenen Rollen fädelt man den Vorliekstampen in bewährter Weise, zieht aber nur handwarm stramm. Der Rollenblock des Segels kann nun theoretisch bis zum Rollenblock der Verlängerung gezogen werden. Zum eigentlichen Trimmen wechselt man nun auf das bereits integrierte Trimmsystem, dieses ist 4-fach übersetzt und mit leichtgängigen und großen Rollen versehen, was die Trimmkräfte im Vergleich zu konventionellen Verlängerungen deutlich reduziert. Der ebenso simple wie pfiffige Mechanismus zieht nun beim Trimmen die Verlängerung auseinander, man trimmt einfach so lange, bis der Vorliekstrimm passt. Drei Verlängerungen mit Verstellbereichen von bis zu 35, 25 und 15 Zentimetern werden aktuell angeboten, alle für einen Preis von 300 Euro. Nachträgliches Nachtrimmen oder Entspannen ist jederzeit möglich, ohne dass man die Verlängerung neu einstellen muss.

Die vorderen Rollen dienen zum Vorspannen des Segels, der eingebaute Zugmechanismus der hinteren Rollen zieht dann die Verlängerung auseinander.

Unser Test-Eindruck:

Schon beim ersten Begutachten merkt man, dass der Noer Stick ein paar Gramm extra auf die Waage bringt, der zweite Rollenmechanismus, vor allem aber die extrem soliden Materialien, machen sich hier bemerkbar. Auf die Materialien ist Noer auch besonders stolz: „Das komplette System wird in Dänemark gefertigt, das war mir wichtig. Jede Rolle und jede Klemme wurde speziell für dieses Produkt angefertigt, nichts wurde von der Stange zugekauft. Außerdem ist alles so konzipiert, dass es ewig hält – Schmutz kann man aus den offenliegenden Rollen einfach mit Süßwasser entfernen, jedes Teil ist simpel, funktional und bei Bedarf einzeln austauschbar. Wir wollten den Rolls Royce unter den Verlängerungen bauen und ich glaube, wir haben es geschafft.“

Verklemmen ausgeschlossen! Sand kann der Arretierung für den Mastfuß wenig anhaben.

Simpel, funktional und für die Ewigkeit gemacht dürfte auch das Pin-System für den Mastfuß sein: Eine Metallspange zieht man raus, ein Gummi zieht diese wieder in die gesicherte Position zurück – durch Sand oder Salz verklemmte Druckknöpfe dürften damit ebenfalls der Vergangenheit angehören.

surf-Fazit: 300 Euro für eine Verlängerung sind eine Menge Geld. Weil das ausgefeilte System aber nicht nur funktional restlos überzeugt und die Trimmkräfte spürbar reduziert, sondern auch extrem solide wirkt, dürfte man von dieser Investition lange etwas haben.

Große Rollen und eine 4-fache Übersetzung reduzieren die Trimmkräfte.

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