Finnen-Tuning: Neue Finnen oder nicht?

14.03.2014 SURF-Testteam - Mit neuen Finnen kannst du dein Board gewaltig verändern. Manchmal reicht es aber auch schon, die Positionen ein bisschen zu verändern. Wir haben beides probiert und auch die wichtigen Seegrasfinnen dabei nicht vergessen.

© Stephan Gölnitz
Finnen-Tuning - kleine Ursache, große Wirkung
Finnen-Tuning - kleine Ursache, große Wirkung

Ein neuer Finnensatz ist nicht gerade geschenkt, doch auch ohne Investition lassen sich Waveboards spürbar verändern – zumindest, wenn die Finnenkästen das erlauben:  Außer ein paar Minuten Aufwand kostet der Spaß nichts und für die kleine Spielerei sollte man sich einfach mal die Zeit nehmen. Auch wenn das Serien-Set-up mit Finnen in der Mitte meist gut abgestimmt ist, lässt sich jedes Board noch auf Bedingungen und Vorlieben abstimmen. Wir haben verschiedene Einstellungen probiert.

Finnen eng zusammen: Das Brett, egal ob Quad oder Thruster, läuft weniger geradlinig, wird "looser" und slidet leichter. Eher snappy und sensibel, kannst du extremere Turns fahren, benötigst aber auch sensibleres Gespür dafür. Gut bei kleineren Wellen und für Taka & Co.

Finnen weit auseinander: Das Board führt besser – auf der Geraden und im Turn. Bei großen Wellen hat uns das gut gefallen, du verlierst ein Quäntchen Drehfreudigkeit.

© Stephan Gölnitz
Legale Schieberei: Ganz ohne Investition kannst du die Fahreigenschaften spürbar verändern. Nur durch Verschieben der Positionen im Kasten: Finnen nach vorne bringt mehr Drehfreudigkeit ...
Legale Schieberei: Ganz ohne Investition kannst du die Fahreigenschaften spürbar verändern. Nur durch Verschieben der Positionen im Kasten: Finnen nach vorne bringt mehr Drehfreudigkeit ...

Alle Finnen vor: Ähnlich wie bei "Finnen eng zusammen". Das Vorschieben der hinteren Finnen hat offensichtlich den dominierenden Effekt.

© Stephan Gölnitz
...mit den Finnen hinten wird das Board "geradliniger".
...mit den Finnen hinten wird das Board "geradliniger".

Alle Finnen zurück: Du gleitest besser raus – mit etwas mehr Grip der Finnen und weniger Risikowegzuschmieren.Vor allem, wenn du eh schon ein recht großes Segel fährst (bei uns 5,4 auf einem 82er Quad), läuft das Board etwas freier. Auf der Welle nimmst du mehr Speed durch den Turn mit und beschleunigst besser. Besserer Grip und Kontrolle auf großen, kabbeligen Wellen.

Zubehör – kleiner, steiler, Seegras

Jetzt geht’s an die Geldbörse, doch auch das kann sich lohnen. Vor allem bei Seegrasfinnen. Die getesteten Seegrasfinnen Maui Ultra Fins X-Twin S haben im Vergleich zu gleich großen (aber ein Zentimeter längeren) klassischen Finnen (Fanatic Serie) weniger Grip auf der Geraden. Auf der Welle wirkt das Board kleiner, im Bottom Turn erreichst du nicht ganz den gleichen Speed. Mehr Kontrolle im Cutback hatten wir ebenfalls mit den Fanatic-Serienfinnen. Wenn Seegrasfinnen einfach sein müssen, dann solltest du die gleiche Länge wählen wie bei deiner Orginalfinne (mehr Fläche). Zumindest im Vergleich zur normalen, steilen Maui Ultra Fin bekamen wir plötzlich sogar mehr Grip. Und Sliden kannst du die Finnen mit etwas mehr Druck immer noch gut. Für Seegras­reviere ein echter Tipp!

© Stephan Gölnitz
Seegras-Schlitzer: In manchen Revieren geht‘s nicht ohne. Neben dem Abstreifeffekt, verändern sich auch die Fahreigenschaften deutlich. Wavesurfer haben aber nicht die Nachteile wie Freerider, die eigentlich auf lange, gerade Finnen kaum verzichten können.
Seegras-Schlitzer: In manchen Revieren geht‘s nicht ohne. Neben dem Abstreifeffekt, verändern sich auch die Fahreigenschaften deutlich. Wavesurfer haben aber nicht die Nachteile wie Freerider, die eigentlich auf lange, gerade Finnen kaum verzichten können.

Die "normale" Maui Ultra Fin X-Twin haben wir in einem Starboard NuEvo probiert. Mit etwas weniger Fläche wirkt das Board dennoch schneller, auch die Gleitleistung scheint sich insgesamt etwas zu verbessern, mehr Drive und ein leichteres Sliden im Top Turn verfeinern den Eindruck. Die Nu-­Evo-Finne mit breiter Basis ist allerdings sicher nicht auf maximalen Topspeed ausgerichtet.

© Stephan Gölnitz
Steiler Zahn: Steil stehende Flossen sieht man immer häufiger, ob solche Finnen auch für dich in Frage kommen, ist Geschmackssache. Die steifen, gerade stehenden Finnen nehmen bei gleicher Größe weniger Druck an, lassen sich gezielter Sliden, erfordern aber gutes Gespür für den Kantendruck beim Top Turn.
Steiler Zahn: Steil stehende Flossen sieht man immer häufiger, ob solche Finnen auch für dich in Frage kommen, ist Geschmackssache. Die steifen, gerade stehenden Finnen nehmen bei gleicher Größe weniger Druck an, lassen sich gezielter Sliden, erfordern aber gutes Gespür für den Kantendruck beim Top Turn.
© Stephan Gölnitz
Alle Effekte beim Finnentuning (größer – kleiner; vor – zurück) gelten wie bei den beschriebenen Quads genau so auch für Thruster-Boards. Allerdings lassen sich hier oft nur die Centerfinnen verschieben. 
Alle Effekte beim Finnentuning (größer – kleiner; vor – zurück) gelten wie bei den beschriebenen Quads genau so auch für Thruster-Boards. Allerdings lassen sich hier oft nur die Centerfinnen verschieben. 

Artikel empfehlen |  Artikel drucken

Weiterführende Artikel

Finnen-Tuning für Waveboards
Finnen-Tuning für Waveboards 01.06.2017 —

Einmal montiert, nie wieder angerührt – die unzähligen Finnen-Optionen, die moderne Multifin-Boards bieten, schrecken viele Wavesurfer eher ab. Dabei kann man doch mit etwas Positionstuning, einem anderen Set-up und dem Wechsel auf steife oder flexende Finnen jedes Board perfekt an den persönlichen Style anpassen.

mehr »

Finnen-Tuning für Freestyle-Waveboards
Finnen-Tuning für Freestyle-Waveboards 28.12.2017 —

Welche Finnengröße, welches Setup, was tun bei Seegras? Keine andere Brettklasse beim Windsurfen ist so sehr darauf ausgelegt, die Fahreigenschaften über die Wahl der Finnen zu verändern wie die der Freestyle-Waveboards. Alle Tipps findest du hier:

mehr »

Das könnte Sie auch interessieren

Sicherheits-Tools für Windsurfer: <p>
	Seenotrettung durch die DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbr&uuml;chiger)</p>
Sicherheits-Tools für Windsurfer 11.07.2018 —

Materialbruch, Verletzung, Erschöpfung – wenn beim Windsurfen was schiefgeht, sitzt man schnell in der Patsche. Welche Sicherheits-Tools es gibt und was für Windsurfer Sinn macht, haben wir ausprobiert.

mehr »

Workshop: Surfanhänger fürs Fahrrad: <p>
	Chris aus Percha mit seinem Spezial-Transporter</p>
Workshop: Surfanhänger fürs Fahrrad 01.06.2018 —

Umweltfreundlich und ohne Führerschein zum Spot: Den perfekten Anhänger gibt es nicht. Dafür sind die Bedürfnisse und handwerklichen Fähigkeiten zu verschieden. Tüftler und drei Profis bieten aber reichlich Inspiration für dein eigenes Bauprojekt.

mehr »

Dr. Sails Reparatur-Set für Windsurf-Material: <p>
	Dr. Sails Reparatur-Set f&uuml;r Windsurf- und SUP-Material</p>
Dr. Sails Reparatur-Set für Windsurf-Material 10.04.2018 —

Neos, Segel, Boards – die 2-Komponenten-Kleber von Dr. Sails sollen auch unter Wasser aushärten und die Zwangspause im Schadensfall auf ein Minimum verkürzen.

mehr »

Finnenreparatur
Windsurf-Finnen richtig reparieren 09.11.2017 —

Finnen sind mehr als schnöde Spurhalter, sie sind der Motor unter deinem Board. Und weil eine gute Finne auch oft kein Schnäppchen ist und sich Löcher im Profil direkt auf Speed und Spin-out-Anfälligkeit auswirken, darf man ihr gerne ein wenig Aufmerksamkeit schenken und zumindest die Spuren der letzten Grundberührung tilgen.

mehr »

Gaastra Masten: Neue Biegekurve bei 2017er Masten: <p>
	&quot;Bei unseren alten Hardtop-Biegelinien waren die Grenzen der Designm&ouml;glichkeiten ausgesch&ouml;pft. Daher haben wir uns entschieden, auf die weit verbreitete Constant Curve zu wechseln.&rdquo; (Peter Munzlinger, Gaastra-Designer)</p>
Gaastra Masten: Neue Biegekurve bei 2017er Masten 01.06.2017 —

Gaastra-Segel funktionierten bisher nur mit einer sehr speziellen Mastkurve, die die Nutzung von Fremdmasten problematisch machte. Designer Peter Munzlinger erklärt, warum jetzt der Wechsel zur weit verbreiteten Constant Curve kommt.

mehr »

Schlagwörter

Finnen-Tuning

Diese Ausgabe SURF 3/2014 bestellen


Bestelle jetzt SURF für 10 Ausgaben!

Deine Vorteile:

  • Jedes Heft im Abo nur € 4,65* statt € 5,00
  • Keine Ausgabe mehr verpassen
  • Kostenlose Downloads auf surf-magazin.de
  • Portofreie Lieferung im Onlineshop (www.delius-klasing.de)*
  • Urlaubsunterbrechung bzw. –versand jederzeit möglich

(*gilt nur bei Lieferung innerhalb Deutschlands)

Jetzt bestellen!



Galerie