Redaktion

Designer-Schlagschutz

  • Manuel Vogel
23.06.2020

Bernd Winkelmann machte aus der Not eine Tugend und bietet mit Kaktus Protectors nicht nur professionelle Reparaturen für Windsurfboards an, sondern fertigt auch maßgenaue Protektoren – auf Wunsch sogar im Originaldesign.

Eine versteckte Böe, ein unachtsamer Moment und schon geht’s ab nach vorne. Schleuderstürze sind häufig, und oft hinterlassen sie sichbare Folgen am Brett. Leute wie Bernd Winkelmann von Kaktus Protectors rücken die Sache dann wieder gerade.

surf: Bernd, wie bist du dazu gekommen, Noseprotektoren zu bauen und für andere Windsurfer anzufertigen?

BW: Ich habe 1999 mit dem Windsurfen angefangen und natürlich bin ich selbst den Weg gegangen, den am Anfang alle gehen: Ich habe Schleuderstürze gemacht und so manche Brettnase hat dabei gelitten. Da ich über meinen Beruf durchaus bei der Arbeit mit Harzen vertraut war, habe ich begonnen, erste Reparaturen zu machen und später auch die ersten Protektoren selbst zu bauen. Daraus entstand dann irgendwann Kaktus Protectors.

Bernd Winkelmann von Kaktus Protectors

Es gibt ja bereits einige Angebote von Nose­protektoren auf dem Markt. Was unterscheidet deinen Schlagschutz von anderen Produkten?

In meinen Augen haben die meisten Konzepte ihre Schwächen. Es gibt z.B. den „Deviator“ (ein Knauf, der in die Mastspur eingeschraubt wird, um den Mast vom Bug wegzulenken, die Red.), der aber die Mastspur beschädigen und sogar rausreißen kann. Die in Surfcentern häufig aufgeklebten Bugprotektoren sind mit knapp 700 Gramm einfach zu schwer und kaum wieder zu lösen. Aufgeklebte Schaumstoffprotektoren bieten hingegen einen nur geringen Schutz und teilweise bekommt das Brett versteckte Risse unter dem Schaumstoff, die dann Wasser ziehen. Ich denke, dass meine Art, Protektoren zu bauen, eine gute Mischung aus Leichtigkeit und Schutz darstellt.

Wie werden deine Protektoren genau gefertigt und befestigt?

Ich passe die Protektoren direkt am Brett an. Unten verwende ich ein Glasgewebe, in der Mitte leichtes Carbon und als Deckgewebe kommt dann wieder Glasfaser zum Einsatz. Derart laminiert, wiegen die Protektoren zwischen 90 und 160 Gramm und passen perfekt für jede Brettform.

Das Originaldesign wird bei Kaktus Protectors auf Wunsch wieder hergestellt

Du brauchst das Brett vor Ort, oder?

Ja! Meistens muss ich ohnehin erst mal den Schaden beseitigen, danach passe ich dann den Protektor genau an. Jedes Brett ist ein bisschen anders und wenn ein Schlagschutz nicht perfekt sitzt und nicht vollflächig aufliegt, ist die Kraftübertragung eben nicht ideal.

Welche Vorteile bietet die Kombination von Glasfaser und Carbon? Könnte man die Protektoren nicht noch leichter bauen, wenn man nur Carbon verwenden würde?

Beide Materialien ergänzen sich gut. Carbon ist leicht und sehr steif, aber weniger schlagfest als Glas. Daher macht die Kombi Sinn: Carbon spart Gewicht, das Glas steckt die Schläge auf der Außenseite aber besser weg. Das scheint gut zu funktionieren. Ich mache das jetzt schon viele Jahre und habe bisher kein einziges Brett zurückbekommen.

Was kosten deine Protektoren?

Ein einfarbiger Protektor kostet bei mir 150 Euro, das ist etwa so viel, wie man sonst zahlt, um eine zerstörte Brettnase wieder zu flicken. Ich stelle aber auch aufwändigere Designs wieder her, so dass man den Protektor oft kaum wahrnimmt. Da ich die Farben anmischen lassen muss, kosten diese einen Aufpreis.

Genaue Infos zu den Preisen gibt’s auf der Hompage www.kaktusprotectors.de

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