Speedmessung mit GPS

  • Stephan Gölnitz
 • Publiziert vor 17 Jahren

Schluss mit Schummeln ­– deinen persönlichen Speedrekord kannst du jetzt mit Bit und Byte besiegelt abspeichern. Schon ab 169 Euro kommt die Verkehrsüberwachung direkt aus dem All. Aber ohne Knöllchen und Politessen.

Verdammt, ist das Ufer weit weg. Ob man jetzt wohl noch zurückschwimmen könnte? Wie weit wird das sein? 500 Meter? Zwei Kilometer? Schwer zu schätzen. Immerhin glühe ich seit fünf Minuten Richtung Horizont. Aber wie schnell? 30, 40 Sachen, oder schneller...?

Klick – mit einem Daumendruck sind das nur noch die Fragen von gestern. Ich starte den Bordcomputer, Hightech am Handgelenk. Nach kurzem “Searching...” gibt das GPS-Gerät die Position durch, versorgt mich ab jetzt ständig mit den aktuellen Daten: Geschwindigkeit, Kurs, gefahrene Kilometer, aktuelle Position, und – mein Favorit – Topspeed! Ungläubig scanne ich den Himmel über mir. Irgendwo da oben müssen sie gerade sein – 24 teils tonnenschwere Satelliten, die in 20 Kilometern Höhe mit rund 12000 Stundenkilometern durchs All sausen. Und während ich so selbstverständlich durch meine Daten scrolle, als würde ich mal eben eine Telefonnummer aus meinem Notizbuch suchen, kommuniziert dieser frisierte DDR-Wecker an meinem Handgelenk mit Mork vom Ork. Das Teufelsgerät rechnet los, sobald es mindestens drei der 24 Himmelsprojektile an der Strippe hat: Satellit eins und zwei senden als Signal ständig die genaue Uhrzeit (von deren eingebauter Atomuhr) und ihre eigene Position. Mit ein bisschen Dreiecks-Geometrie wird daraus der Abstand zu beiden Satelliten und die eigene Position ermittelt. Satellit Nummer drei wird zur Korrektur benötigt – für den Fall, dass meine GPS-Uhr nicht richtig tickt. Eine hundertstel Sekunde ungenau, und meine Position läge etwa 3000 Kilometer daneben. So aber bekomme ich meinen Standort auf wenige Meter genau angezeigt, denn seit Mai 2000 hat das amerikanische Verteidigungsministerium die manipulierte Ungenauigkeit für zivile Nutzer abgeschaltet. Und deshalb sind – mit besonders teuren Geräten – sogar Messungen auf wenige Zentimeter genau möglich. Allerdings benötigen alle GPS-Empfänger freien Blick zum Satellit. In Räumen und unter dichtem Baumwuchs herrscht Funkstille.

Doch nicht die Technik fasziniert an diesem neuen Spielzeug, sondern es sind diese verdammten 50 km/h. Ich will sie knacken.

Drei völlig verschiedene Konzepte von GPS-Geräten hatten wir zum surf-Test auf Fuerte dabei: • Casio Pro Trek • Garmin GPS 72 • Timex Ironman

Eine etwas günstigere Alternative bieten Messgeräte mit Propeller. Für 89,40 Euro kann man allerdings nur Speed, Topspeed und gefahrene Kilometer ermitteln. Der kleine Impeller lässt sich aber auch an Tretbooten oder Segeljollen befestigen, wirkt allerdings etwas zerbrechlich. Die Anzeigeeinheit empfängt die Signale drahtlos und wird mit Klettverschluss aufs Deck geklebt. Informationen unter www.sail2fly.de

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