Redaktion

Carbon ums Kreuz

  • Manuel Vogel
25.12.2017

In der Kite-Szene super hip, im Windsurfen noch völlig unbekannt: Die laminierten Trapeze von Ride Engine sind bocksteif – und teuer. Wir haben ausprobiert, ob sich das auch für Windsurfer lohnt.

Geboren in Santa Cruz machte sich Kitesurfer Coleman Buckley 2012 daran, ein Trapez zu entwickeln, „welches den Ansprüchen seiner Sportart besser gerecht wurde, als die auf dem Markt befindlichen Trapeze.“ Das Problem lag seiner Ansicht nach darin, dass weiche Trapeze die auftretenden Kräfte nur ungenügend verteilen und punktweise konzentrieren – mit Druckstellen und Rückenschmerzen als Folge.

Ride Engine Trapeze besitzen daher eine feste Hülle, sie werden aus Materialien wie Carbon und Kevlar auf eine Form laminiert. Wir haben uns das Carbon ums Kreuz geschnallt:

Das Produkt erinnert auf den ersten Blick eher an einen Protektor für Snowboarder oder Skifahrer als an ein Trapez, selbst mit Gewalt lässt sich die Hülle nicht eindrücken. Innen schmiegt sich eine weiche Polsterung gut an, der Verschluss ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig: Zum An- und Abschnallen muss man das Gurtband etwas lockern, um den Gummischlauch am Haken einhaken und festziehen zu können – das geht schnell und mühelos, erscheint aber in Zeiten ausgereifter Schnellverschlüsse zumindest befremdlich. Auch dass das Gurtband im Neuzustand öfter mal durchrutschte, ist für ein Produkt dieser Preisklasse nicht angebracht. Genug gemeckert – eingehakt verteilt die Hülle den Druck in der Tat sehr gleichmäßig, wer zu Problemen an der Wirbelsäule neigt, wird den Schutzpanzer sehr schätzen. Erfreulicherweise wirkt das so starre Trapez überhaupt nicht unbequem oder sperrig. Der Grund: Aufgrund seiner hohen Steifigkeit konnte es deutlich kleiner designt werden, was auch der Bewegungsfreiheit wieder zugute kommt. Auch wenn wir das Trapez als sehr bequem und anschmiegsam empfanden, empfehlen wir trotzdem allen, es vor dem Kauf im Shop anzuprobieren – die feste Form passt für die meisten Rückenformen gut, aber eben nicht für alle! Und ein Fehlkauf tut bei einem Preis von 289 Euro (plus 59 Euro für den Haken) mindestens so weh wie Rückenschmerzen.

Simpel und wohl für die Ewigkeit gemacht – allerdings nicht komplett komfortabel zu bedienen, ist das Verschlusssystem.

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