Redaktion

JP-Australia Waveslate - Interview mit Werner Gnigler

  • Manuel Vogel
18.11.2015

Rein äußerlich erinnert der neue Wave Slate an das Stubby-Konzept des Mitbewerbers Fanatic. Woher die Inspiration dafür wirklich stammt und warum vor allem Nord- und Ostseewaver damit glücklich werden sollen, verrät Shaper Werner Gnigler im surf-Interview.

Mal ketzerisch gefragt: Musstet ihr sowas machen weil Fanatic den Stubby entwickelt hatte? Nein, ganz und gar nicht. Wir haben als erster großer Hersteller das Konzept im SUP-Bereich vorgestellt, lange bevor unsere Mitbewerber damit im Windsurfbereich auf den Markt gekommen sind. Wir hatten aus dem SUP-Bereich super positives Feedback bekommen und uns daher entschlossen, auch im Windsurfen das Konzept zu verfolgen. Das ist wahrscheinlich fast parallel mit Fanatic erfolgt. Die haben nur die Boards azyklisch vorgestellt, um im Windsurfbereich vor uns auf dem Markt zu sein.

Das Konzept sieht radikal aus, soll aber vor allem in weniger perfekten Bedingungen Vorteile bieten.

Was sind die Eckdaten des Konzepts und welche Shape-Besonderheiten weist es auf? Wir bieten drei Größen an, mit 78, 86 und 95 Litern. Alle Shapes sind mit 215 bis 218 Zentimetern recht kurz, aber für den Einsatzbereich nicht besonders breit. Das Geheimnis ist die parallele Outline, welche es dem Fahrer ermöglicht, den Wasserwiderstand, speziell wenn das Board bei Turns leicht aufgekantet ist, deutlich zu reduzieren. Das wiederum ermöglicht höhere Geschwindigkeiten und produziert somit mehr Auftrieb. Der breite Bug und Heckbereich bietet die Möglichkeit einer überaus effizienten Volumensverteilung. Daher können wir die Boards deutlich kürzer bauen, ohne im Bezug auf Stabilität Einbußen hinnehmen zu müssen. Das neue Unterwasserkonzept bietet mit den tiefen Konkaven eine auftriebsstarke Gleitfäche im Standbereich und gleichzeitig viel Kurve im Railbereich. Das resultiert in viel Gleitleistung und radikalem Kurvenverhalten.

Wie ist das Brett positioniert? Die Maße lassen auf Boards für Experten schließen, oder? Das Konzept ermöglicht einen neuen Style in der Welle. Es erlaubt extrem enge Turns, Lip Slides, schnelle Rotationen und hohe Kurvengeschwindigkeiten, sogar schon bei mittelmäßigen Bedingungen. Ideal sollte es für alle Fahrer sein, die auch, wenn die Bedingungen einmal nicht optimal sind, Spaß in der Welle haben wollen. Es ist also keineswegs nur für Experten gedacht, sondern als Allrounder konzipiert! Wer jedoch oft in großen Wellen und "Down-the-Line"-Tagen fährt, wird den Radical Thruster Quad bevorzugen.

Wie geht man an ein solches Konzept heran? Auf Erfahrungen bei etablierten Shapes kann man wahrscheinlich recht wenig zurückgreifen, oder? Wir haben zum Glück viele Erfahrungen bei der SUP-Entwicklung gemacht. Grundsätzlich muss man bereit sein, Erkenntnisse zu überdenken und neue Ansätze zu probieren. Auch wenn das Konzept völlig anders ist als bei etablierten Shapes, weiß man aus Erfahrungen, was funktionieren kann und was höchstwahrscheinlich nicht. Am Ende muss man es einfach probieren, daraus lernen und manchmal kommt eben ein revolutionäres Konzept dabei heraus.

Mit welchen Finnen-Set-ups wurde das Board entwickelt? Wir haben mit Quad- und Thruster-Set-up entwickelt. Beides funktioniert! Die Mehrheit unseres Teams bevorzugt das Thruster-Set-up, aber man hat hier alle Optionen und kann selbst herausfinden, was man am liebsten mag.

JP-Australia Wave SlateVolumen: 76/86/95 Liter Gewichte: 6,0/6,2/6,5 Kilo Längen: alle 218 cm Breiten: 55/57/59 cm Finnen: Centerfinne 19/20/21, 2x Sidefins 10 cm Preise: 2349 Euro

Infos: www.jp-australia.com

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