Redaktion

Konzept Waveboard: Starboard Reactor 92 - Fahrbericht

  • Manuel Vogel
29.05.2015

Knapp unter 2,20 Meter lang und ein Heck, welches an Fish-Wellenreiter erinnert – kann ein derart speziell aussehendes Wavekonzept wie der neue Starboard Reactor tatsächlich allroundtauglich sein? Wir haben es ausprobiert...

Starboard Reactor 92 - Tester Manuel Vogel - Spot: Dazendorf/Ostsee

An Land: "Is‘ das die neue Black Box?" – das wurden wir bei unseren Tests an der Ostsee und auf Rømø mehrfach gefragt und auch wir haben uns diese Frage gestellt, als wir den neuen Reactor 92 mit der Seriennummer 001 aus dem Karton schälten. Tatsächlich erinnert vor allem das Breite-Länge-Verhältnis an die Black Box, der Rest scheint von Fish-Wellenreitern inspiriert: Ein breites Swallow-Tail, die üppige Breite im Centerbereich (63,5 cm) und eine kurze, voluminöse Nase. Die Bodenkurve wurde von den Designern Scott McKercher und Dany Bruch flach konzipiert, im Heck weist das Brett viel V auf, was Shaper gerne tun, um Boards weich und gedämpft im Kabbelwasser einsetzen zu lassen. Das Konzept wird im Laufe des Jahres in zwei Bauweisen und fünf Größen (79/82/87/92 & 99 Liter) auf den Markt kommen.

Konzept Waveboard: Starboard Reactor 92

Auf dem Wasser: Ein paar Gemeinsamkeiten mit der "alten" Black Box gibt es dann doch – beim Wenden muss man auf dem kurzen Board erwartungsgemäß flinke Füße haben, auf der Geraden liegt der Reactor aber überraschend stabil im Wasser und auch das Queren von Weißwasser gelingt mit voluminöser Nase sehr einfach. Wie viele Waveboards, die kurz und breit sind, schiebt auch dieses Konzept im Dümpeln etwas Wasser vor sich her, die kleine Gleitschwelle kann man aber mit zwei Pumpzügen überwinden. Die Beschleunigung fällt moderat aus und das Board sitzt recht satt im Wasser. Das hat zwei Seiten: Bei Windbedingungen am unteren Gleitlimit fehlt dem 92er etwas das freie und agile Fahrgefühl, das man sich für Tricks und Sprünge erhofft. Sobald der Wind etwas zunimmt, kann das Board aber seine Stärken ausspielen: Selbst bei knackigen Bedingungen mit dem 4,7er ließ sich unser 92er noch bestens kontrollieren. Die Nase bleibt unten, im Chop setzt das Brett weich und komfortabel ein – easy going statt frei fliegendes Fahrgefühl.

Während die Black Box für spezielle Bedingungen mit kleinen Wellen und einem eingebauten Radius konzipiert war, erweist sich der Reactor tatsächlich als wesentlich allroundtauglicher und variabler. Egal ob kleine Ostseewelle oder bei größeren Brechern – das Brett zieht gut durch den Turn, steht mit viel Grip auf der Kante und hält, wohl auch dank des breiten Hecks, den Speed gut im Bottom Turn, was Gelegenheitswavern und Cracks gleichermaßen hilft. Das Verhalten im Turn ist etwas gewöhnungsbedürftig, man muss sich im Vergleich zu konventionellen Shapes etwas umstellen und sich ein wenig Zeit nehmen, um ein Gefühl für die möglichen Radien zu bekommen. Cutbacks gelingen für ein Brett dieser Größe sehr radikal und bei New-School-Moves wie Takas oder Backside 360er kommen dem Piloten die sehr kompakten Maße zugute.

Starboard Reactor 92 - Fishtail-Heck mit vier Finnen

surf-Fazit: Ein interessantes Konzept, das mit der alten Black Box, trotz optischer Parallelen, nicht viel zu tun hat. Der Reactor fällt deutlich allroundiger aus und kann an typischen Nord -und Ostseespots, im Einsatz in kleinen bis mittleren Wellenhöhen, eigentlich alles. Innerhalb der Starboard-Palette kann man das Brett hinsichtlich Einsatzbereich, Gleit- und Dreheigenschaften unserem Gefühl nach zwischen Kode Wave und Quad einsortieren.

Scott McKercher, Starboard-Mitentwickler: "Der Reactor soll unser neues Allround-Waveboard sein." 

Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe SURF 5/2015 können Sie in der SURF App (iTunes und Google Play) lesen oder die Ausgabe im DK-Shop nachbestellen.

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