RückspiegelDas waren die Highlights in surf 8/1983

Tobias Frauen

 · 04.07.2026

Auf dem surf-Titel im August 1983: Der spätere Olympia-Sieger Stephan van den Berg, in Szene gesetzt von Uli Seer.
Photo: surf Archiv
Ein Surfbrett bei Tchibo sorgte für Aufregung, dressierte Tauben suchten nach Vermissten und auf Sylt fraß die Nordsee Bretter. Alle Highlights aus dem August 1983!

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Surfbrett bei Tchibo

​“Weg wie braune Bohnen” gehen die geschätzten drei- bis viertausend (!) Boards, die her heute vergessene Hersteller Sana über den Kaffeeröster Tchibo anbietet. Dort gab es schon damals viel mehr als nur Kaffee (”ganz oder gemahlen?”), allerdings nur in der Filiale oder per Postkarte. Das sperrige Brett war aus Platzgründen nur ein ausgewählten Geschäften vorrätig, der surf-Käufer hatte Glück und ergatterte das letzte Exemplar. Freilich ohne Zubehör wie Schlaufen, die Nachfrage hinterließ auch die Kaffee-Verkäuferin nahezu ratlos. Im Surfshop werden die Tchibo-Kunden hingegen gar nicht gern gesehen, die Branche tobt: “Kein Service für Tchibo Boards, den Kunden in den Bäcker-Laden zurückschicken! Da muss der Fachhandel konsequent werden!”, poltert ein Shop-Besitzer. Andere fürchten gar ein negatives Image für den ganzen Sport. Eingefädelt haben soll das Ganze Michael Kölln, der an der extra für die Aktion gegründeten Hersteller-Firma beteiligt ist und Kontakte in den Kaffee-Markt haben soll. “Die Tchibo-Belieferung wurde als Affront gegenüber den mittelständischen Fachhandelskollegen [...] bewertet”, mit dieser Begründung wird Kölln dann auch gleich aus dem “Fachverband Surf-Handel”, den er nur wenige Monate zuvor mit gegründet hatte, rausgeworfen. Gleichzeitig versucht der Verband, den Spieß umzudrehen und will nun in den Surfshops Kaffee verkaufen. Das “Bohnen-Board” selber bekommt im surf-Kurztest übrigens eine mittelmäßige Beurteilung: Kippstabil, gut bei Leichtwind, aufgrund des “negativen Rockers” aber wenig wenig und bei mehr Wind mit eingebauter Bremse.

Revier-Report Scheveningen

Heute ein wenig in Vergessenheit geraten, lange Zeit einer der Top-Spots in Europa: Scheveningen, der Stadt-Strand von Den Haag, war lange Zeit ein etablierter Worldcup-Spot, allerdings auch ein etwas zwiespältiger Spot: “Die Strände sind voll und laut, die Wasserqualität ist bescheiden bis schlecht.” Das imposante Kurhaus ist der einzige Lichtblick zwischen unzähligen Hochhäusern, der Pier ein in die Jahre gekommener Rummelplatz. Dafür gibt es am Boulevard Parkplätze ohne Ende (auf denen man sogar übernachten darf), reichlich Gastronomie und eine extra markierte Einstiegsstelle für Windsurfer. Wer aufs Wasser will, muss allerdings nicht nur eine Schwimmweste tragen, sondern sich auch noch bei der “Strandpolizei” eine schriftliche Genehmigung zum Windsurfen abholen. Der ganze Aufwand kann sich lohnen, wenn der Südwestwind genau parallel zum Ufer weht und dann imposante Sprünge ermöglicht. Nicht umsonst heißt der lokale Surfclub “Jump Team”...

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Und sonst so?

  • Patent-Papst Hoyle Schweitzer schickt eine Armada Test-Käufer durch deutsche Surfshops. In mindestens 30 Fällen wurden dabei Produkte angeboten, die nicht von der Lizenz gedeckt waren. Insgesamt klagen die Anwälte so über 100.000 Mark ein.
  • Dressierte Tauben helfen der US-Küstenwache bei der Suche nach Vermissten. Die flatternden Retter haben eine deutlich bessere Sicht als Menschen und einen weiteren Winkel. Jeweils drei dressierte Tauben werden in eine Plexiglas-Kuppel unter einem Suchflugzeug gesetzt und schauen in verschiedene Richtungen. Sobald sie etwas oranges wie eine Rettungsweste erspähen, picken sie auf einen Knopf vor dem Schnabel.
  • Inge und Michiel Bouwmeester bringen im Fotostory-Stil Kindern die ersten Windsurf-Manöver bei - inklusive lauwarmer Gags.
  • “Selbst Fahrer auf Allround-Funboards” versuchen sich jetzt am früheren “Elite-Manöver” Duck Jibe. Grund genug für eine ausführliche Fahrtechnik mit Philipp Pudenz.
  • Ein Jahr vor der Olympia-Premiere treffen sich die Windglider-Weltspitze erst in Eckernförde und dann bei der Kieler Woche. Dort gewinnt Stephan van den Berg - der auch 1984 in Los Angeles Gold holen sollte.
  • Beim Euro-Funboard-Cup auf Sylt sorgte Algenblüte für einen teils zwei Meter hohen Schaumteppich. Damals das Problem: Die Fahrer fanden ihre Boards unter dem Schaum nicht. Aus heutiger Sicht gruselt man sich vor allem vor der vermuteten Schadstoff- und PFAS-Belastung der damals äußerst strapazierten Nordsee.

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Tobi is our digital man, he looks after the surf website and social media channels and gets on everyone's nerves every morning by asking for more pictures and videos. His surfing CV includes all the famous choppy water spots: As a teenager, he went from his home in Münsterland to the Ijsselmeer or the Brouwersdam, and during his civilian service on Sylt, after countless washes on the west side, the Königshafen became his preferred spot. After studying in Kiel and Heidkate, he was supposed to go to Hamburg “only for a short time”, but this short time has lasted for over ten years and has made him a “weekend warrior”. He goes on tour with his family and camper van as often as possible, often to the Baltic Sea, SPO or Denmark, but also likes to go to Finland, Sweden or Sardinia.

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