Test: WindSUP & Komplettriggs von STX zum kleinen Preis

  • Manuel Vogel
 • Publiziert vor 2 Jahren

WindSUP-Boards und Komplettriggs gibt’s bei STX sehr günstig. Wir haben ausprobiert, welches Paket funktioniert und wo man die Annahme verweigern sollte.

Der Hersteller STX ist manchen vielleicht aus dem Zubehörbereich von Masten und Gabeln bekannt, dass die Marke auch günstige Komplettpakete anbietet, dürfte überraschen. Wir haben uns das Versprechen „Eine komplette Windsurfausrüstung für 1200 Euro“ mal konkret angesehen.

Manuel Vogel Kompakte Packmaße

Das Board im Überblick:

Für Windsurfer dürfte vor allem das Windsurf 280 Freeride interessant sein. 280 mal 85 Zentimeter misst das aufblasbare WindSUP-Board, welches in einer praktischen Tasche verpackt und mit Zubehör wie Finnen, Pumpe und Reparaturset ausgeliefert wird. Die Schlaufen sind direkt vormontiert und in der Position fixiert. Im Unterwasserschiff findet sich ein Twinser-Set, welches ähnlich einer US-Box montiert werden kann – allerdings ohne Werkzeug. Die Mittelfinne wird einfach in die vorgesehene Schiene eingeschoben und per Sicherungsstift fixiert.

Manuel Vogel STX WindSUP: Hinten mit Twinserfinnen, in der Mitte verhindert eine weitere Steckfinne die seitliche Abdrift beim Kreuzen

Rund um den Heckbereich wurde eine starre Gummileiste aufgeklebt, diese soll den Wasserabriss verbessern und verhindern, dass sich die runden Kanten beim Angleiten festsaugen. An Deck gibt es einen praktischen Tragegriff, der gut im Schwerpunkt positioniert ist, sowie ein großflächig aufgeklebtes Deckpad. Insgesamt kommt das Board auf 12,94 Kilo Gewicht, ein Wert der angesichts des Volumens von 280 Litern akzeptabel scheint. Der Mastfuß wird in einem verbauten Gewinde montiert, laut Hersteller sollte dabei allerdings ein Kardangelenk verwendet werden, um die Haltbarkeit der Mastspur zu gewährleisten.

Manuel Vogel Eine aufgeklebte Gummileiste soll den Wasserabriss beim Angleiten verbessern, die unprofilierten Plastikfinnen stehen Speedruns aber im Wege

Die Riggpakete im Überblick:

Wir haben gleich zwei Riggs ausprobiert: Das STX Evolve-Rigg in 4,8 Quadratmetern sowie ein 5,5er-HD20-Rigg.

Das Evolve kommt dabei in einer kleinen Tasche, die auf den ersten Blick stark an das faltbare Compact Rigg von RRD erinnert: Ein fünfteiliger RDM-Mast, die mehrfach teilbare Gabel und ein Segel, welches auch in Längsrichtung gefaltet werden kann, reduzieren das Packmaß auf Rucksack-Größe. Auch sämtliches Zubehör wie Tampen, Aufholleine, RDM-Verlängerung und Mastfuß sind dabei. Das aus Dacrontuch gefertigte und mit zwei durchgehenden und zwei halben Latten designte Rigg lässt sich schnell aufbauen, die Mastteile sind entsprechend durchnummeriert. Leider steht der Mast unten knapp 25 Zentimeter über, wodurch auch die Gabelaussparung weit nach oben rutscht.

Manuel Vogel Alle Teile sind beim Evolve zerlegbar und finden in einer Tasche Platz

Das komplette HD20-Rigg aus Monofilm passt ebenfalls in eine Tasche, allerdings mit den normalen Packmaßen einer einteiligen Gabel und eines zweiteiligen Masts. Aufgebaut ist auch dieses Rigg schnell, Verlängerung und Tampen sind ebenfalls inklusive und die Komponenten wie etwa das Kopfstück der Alugabel machen einen ordentlichen Eindruck. Der dicke und schwere SDM-Mast dürfte allerdings Surfer/-innen mit kleinen Händen nicht unbedingt begeistern.

Auf dem Wasser:

Überzeugt hat uns vor allem das STX Windsurf 280 Board. Auf dem griffigen Deckpad steht man gut, dank 85 Zentimtern Breite können auch wenig geübte Aufsteiger sicher starten. Der Geradeauslauf ist im Vergleich zu anderen aufblasbaren WindSUP-Boards überdurchschnittlich gut – sicher auch ein Resultat der doppelten Finnen und der einschiebbaren Mittelfinne. Trotz der guten Spurtreue fluppt das Brett in der Halse lässig ums Eck, auch mit kleinen (Kinder-)Segeln reicht der Steuerimpuls locker aus. Als vollwertiges Gleitboard geht auch das STX – wie fast alle anderen aufblasbaren Windsurfboards – nicht durch. Trotzdem kann man damit auch mal Gleitluft schnuppern.

Marius Gugg Im Windbereich von 1-12 Knoten überzeugte das Board uneingeschränkt. Als vollwertiges Gleitbrett geht es hingegen nicht durch

Das verheißungsvolle Evolve-Rigg taugt auf dem Wasser allenfalls für absoluten Leichtwind bis sechs Knoten. Bis dahin entwickelt das Tuchsegel guten Grundzug und lässt sich in Manövern nach Herzenslust durch alle Segeltricks manövrieren – vor allem der dünne RDM-Mast trägt maßgeblich zum guten Handling bei. Schon bei drei Windstärken beginnt sich allerdings das Profil unkontrolliert zu verziehen, das Segel staucht im Topp, es bilden sich Querfalten. Zum Gleiten oder Pumpen eignet sich das Rigg daher überhaupt nicht.

Das kann das HD20 spürbar besser. Das Rigg hat deutlich mehr Grundspannung, es zieht sich ab fünf Knoten ein sichtbarer Bauch ins ansonsten sehr flache Profil und auch Böen bis Windstärke fünf machte unser 5,5er-Testsegel noch gut mit. Das Manöverhandling ist auch hier überzeugend, leicht und agil liegt das HD20 in der Hand, einzig der dicke SDM-Mast trübt den Spaß bei Griffwechseln etwas.

surf-Fazit:

Das STX Windsurf Board (699 Euro) können wir uneingeschränkt allen empfehlen, die ein Familien- und Spaßbrett für Leicht- bis Mittelwind bis hin zu ersten Gleiterfahrungen suchen. Auch für Kinder ist das drehfreudige Board ein echter Tipp! Bei den Riggs läuft die tolle Grundidee des Evolve leider durch die schlechte Performance auf dem Wasser ins Leere, hier darf man bei einem Paketpreis von 749 Euro mehr als nur unschlagbares Packmaß erwarten. Das HD20-Rigg hingegen dürfte für preisbewusste Windsurfer – je nach Größe zwischen 4,5 und 7,0 Quadratmetern kostet das Paket zwischen 400 und 650 Euro – durchaus Fans finden. Für Leichtwind-Tricks und für erste Gleiterfahrungen bietet das Segel allemal genug Potenzial.

Infos unter: www.stxparts.com

Themen: Aufsteigersurf-TestWindSUP


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