Test: Tabou Fifty Windsurf & Foilboard

  • Manuel Vogel
 • Publiziert vor einem Jahr

Das brandneue Tabou-Modell Fifty will beides sein – Windsurfboard und Foilbrett. Aber reichen 50 Prozent Eignung auch für 100 Prozent Spaß? Wir haben es ausprobiert.

Die Hybrididee ist nicht neu, meistens wird diese aber umgesetzt, indem einem Windsurfbrett eine foiltaugliche Box verpasst wird –was durchaus akzeptabel auch zum Foilsurfen funktioneren kann ( siehe Test in surf 7/2020 ). Reine Foilboards erlauben noch mal spürbar ruhigere Flüge, sind aber zum Windsurfen unbrauchbar. Tabou will mit dem Modell Fifty jetzt erstmals ein echtes Hybridboard auf den Markt bringen, welches Shapeelemente von beiden Boardtypen kombiniert.

An Land: Den Fifty gibt’s in zwei Größen mit 115 und 125 Litern, auch in einer LTD-Version, die aber bei Tabou knapp 700 Gramm schwerer ausfällt und mit einer günstigeren Finne ausgestattet wird als die Team-Bauweise. Shape-Elemente wie das breite Heck und die üppigen Cutouts erinnern beim von uns getesteten 115er Team (surf-Messung: 7,45 Kilo) erst mal an das Foilboard Air Ride.

Manuel Vogel Die großen Cutouts im Heck erinnern an Slalom- oder Freerace-Shapes.

Mit 232 Zentimetern Länge fällt der Fifty knapp sechs Zentimeter kürzer und auch ein wenig schmaler aus als das reine Foilmodell. Das Unterwasserschiff erinnert mit seinem deutlich doppelkonkaven V eher an das Windsurfboard Rocket+. Der Fifty scheint bezüglich des Schlaufen-Set-ups – beide Positionen liegen weit außen – durchaus sportlich abgestimmt worden zu sein.

Auf dem Wasser: Im Windsurfeinsatz hat uns der neue Fifty an eine noch sportlichere Version des Rocket+ erinnert. Der Bug wirkt etwas ausgedünnt, gibt aber trotzdem noch mehr Sicherheit beim Wenden und Segelaufholen, als es auf dem Foilmodell Air Ride der Fall ist. In der Angleitphase erfordert der Fifty eine aktive Fahrweise, um die Gleitschwelle zu überwinden, dann beschleunigt das Board aber druckvoll los, wirkt sportlich-direkt und vermittelt ein sehr schnelles Fahrgefühl im Stile eines echten Freeraceboards. Die Finne nimmt gut Druck an. Seine Stärken entfaltet das Board vor allem im mittleren Windbereich – es erreicht einen hohen Top-Speed und hält die Geschwindigkeit auch in Windlöchern gut. Voraussetzung, um die racige Charakteristik des Boards ausfahren zu können, ist es allerdings, dass man mit recht weit außen liegenden Schlaufenpositionen zurechtkommt – man fühlt sich hier beinahe an ein Slalombrett erinnert. Selbst die auf dem Board weiter innen liegende Position erschien uns immer noch sehr sportlich. In Manövern fordert einen der Fifty ebenfalls: Wer mit viel Speed in die Race Jibe geht, muss schon konsequent belasten, um die Kante sauber im Wasser laufen zu lassen und auch mit Speed wieder aus der Halse rauszukommen.

Marius Gugg

Ersetzt man die Finne durch das Foil – wir haben zur besseren Vergleichbarkeit das GA Hybrid 80 aus dem Foiltest in surf 6/2020 verwendet – kommt der Fifty mit einigen Pumpzügen gut auf Abhebegeschwindigkeit und liegt dann spürbar stabiler und ruhiger in der Luft als z.B. der Rocket+. Nach unserem Eindruck ist das Modell Fifty dem getesteten Foilboard Air Ride 74 nahezu ebenbürtig: Man kann auf dem breiten Heck gut Druck aufs Foil ausüben – die innere Schlaufenposition reicht hierfür unserer Meinung nach völlig aus – und auch in der Halse bietet das Board viel Platz zum Umsteigen und einen stabilen Flug.

surf-Fazit: Wer einen schnellen Untersatz für sein 2-Cam-Segel sucht, gerne mit Vollgas über den See brettert und ein gehobenes Fahrkönnen hat, der bekommt beim Tabou Fifty ein vollwertiges Freeraceboard und ein richtig gutes Foilbrett für eher leistungsorientierte Foils obendrauf. Weniger passend erscheint das Konzept für alle, die mühelos und ohne großes Zutun angleiten, entspannt an ihren Halsen feilen oder mit kleinen Segeln und dick profilierten Flügeln erste Foilerfahrungen sammeln möchten.

Infos: www.tabou-boards.com

Themen: Foilboards


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