Redaktion

Fliegende Kisten: Dachbox für Windsurfmaterial von Aviocean

  • Manuel Vogel
11.06.2018

Daniel Stefaniak baut Dachboxen – leicht, groß und zerlegbar. Was die Raumwunder von Aviocean sonst noch von anderen Boxen auf dem Markt unterscheidet, verrät er ihm Interview.

Dachboxen von Aviocean

surf:Daniel, was unterscheidet deine Dachboxen von anderen Boxen auf dem Markt?

Daniel Stefaniak: Jeder, der einen voll ausgebauten Camper fahren will, muss den Surfkram aufs Dach packen und braucht eine sehr große Box. Natürlich gibt’s feste GFK-Boxen, aber diese heizen sich im Sommer auf wie ein Hochofen. Packt man nasse Bretter dort rein, gibt’s oft Blasen im Lack und auch die Segel altern in der Hitze. Deshalb kam die Idee, einen zerlegbaren Alurahmen oben mit LKW-Plane zu bespannen. Darunter befindet sich ein Hochleistungsnetz, wodurch keine Stauhitze entsteht und alles immer sofort abtrocknet. Hinten gibt’s dann eine abschließbare Tür.

Je nach Modell haben die Boxern ein Ladevolumen von 1450 bis 1900 Liter, sie wiegen zwischen 40 und 44 Kilo.

Du setzt konsequent auf Türen statt auf klappbare Deckel. Warum?

Das hat zwei entscheidende Vorteile: Erstens habe ich keine Ladekante und kann alles einfach auf den Boden der Box draufschieben. Zweitens, muss ich nicht am Strand bei sieben Windstärken einen riesigen Deckel aufklappen, das wäre kein Spaß. Tür und Schloss können einhändig bedient werden, auch das finde ich wichtig, zum Beispiel, wenn man sich auf einer Leiter oder am Womo festhalten muss.

Wie sieht das Innenleben deiner Boxen aus?

Unter der wasserdichten LKW-Plane befindet sich ein Ladungssicherungssystem in Form eines soliden Netzes. Über einen Spannmechanismus kann man die Ladung schonend zusammenziehen, so dass diese nicht verrutscht. Der Boden besteht aus einem luftdurchlässigen und sehr stramm gespannten Netz, damit der Fahrtwind das Material stets trocknen kann.

Der Inhalt lässt sich mit einem soliden Gepäcknetz über einen Seilzug zusammenzurren, damit nichts verrutscht.

Wo produzierst du und in welchen Maßen bietest du deine Boxen an?

Ich produziere komplett selbst hier in Deutschland. Es gibt zwei Breiten: 140 Zentimeter passt gut für Autos wie den VW Transporter oder Mercedes-Benz Vito, die 168er Breite schließt bei Vehikeln wie einem Fiat Ducato oder Peugeot Boxer oben bündig ab. Außerdem gibt’s zwei Längen: 269 und 289 Zentimeter. Die Haltepunkte für die Dachträger sind variabel montierbar, dadurch kann man die Boxen auf dem Dach verschieben, um z.B. das Öffnen eines Dachfensters nicht zu blockieren. Zu guter Letzt gibt’s alle Maße als leichtere aber fest verschweißte Version („Feather“) oder komplett zerlegbar in Teile von 60 Zentimeter Länge („Origami“), wodurch man die Box in Winter gut einlagern kann.

Ist die offene Konstruktion nicht ein Nachteil beim Thema Diebstahl?

Man könnte natürlich die Plane und das Sicherheitsnetz kaputtschneiden. Ein Board oder eine Gabel bekäme man allerdings aufgrund der Metallstreben nicht raus. Kleinteile könnte man theoretisch rausziehen, aber auch eine normale Box ist ja kein Hochsicherheitstrakt. Entscheidend ist hier der Zeitaufwand und das Konzept sorgt dafür, dass es sehr lange dauern würde.

Was kosten Boxen von Aviocean und wo kann man sie bekommen?

Aviocean-Gründer Daniel Stefaniak

Die Boxen kosten, je nach Größe und Modell, zwischen 2500 und 3000 Euro. Ich vertreibe sie selbst, Informationen und Bestellungen über https://www.aviocean.de/de/

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