Redaktion

Neue Marke für Windsurfboards: MB-Boards

  • Manuel Vogel
01.09.2018

Was! Ist! Das?! Das schweizer Boardlabel MB-Boards baut Bretter, die rein optisch eher an Carving-Skier erinnern als an Windsurfboards. Wer und welche Ideen hinter den parabolischen Outlines steckt, verrät euch Samy Khim, zuständig für Marketing und Social Media bei MB-Boards.

Freestyle-Worldcupper Balz Müller ist der erste internationale Teamfahrer der jungen Marke.

Samy, eure Boards sind schon auf den ersten Blick so radikal anders als "normale" Windsurfboards. Die Outline erinnert an eine Erdnuss, mit der schmalsten Stelle in der Mitte. Was ist die Idee dahinter? Beide Gründer der Marke, Mathias Bavaud und  Benoit Clement, kommen als gebürtige Schweizer aus dem Wintersportbereich. Wenn man sich die Entwicklung von Skiern mal anschaut, fällt auf, dass diese früher lang und gerade waren und heute deutlich kürzer und stärker tailliert sind. Bei Snowboards ist es das gleiche. Diese Form hat einen Grund: Das Carven wird dadurch deutlich verbessert und das Entscheidende: Auch für Hobbysportler brachten diese Änderungen große Vorteile. Ende 2016 haben wir deshalb den ersten Prototypen gebaut mit einer Outline, die wir heute "Natural Drive Outline" nennen.

MB-Board, tailliert - parabolisch ...

Was hat das eurer Meinung nach für Vorteile? Sobald das Brett angekantet wird, unterstützt die parabolische Form automatisch den Kurvenradius. Der Wasserfluss an der Kante ist dadurch viel harmonischer und mit weniger Reibung als bei einer herkömmlichen Brettkante. Das führt dazu, dass unsere Boards ruhiger auf der Kante stehen und besser durchgleiten.

Nun geht’s beim Windsurfen ja nicht nur um Halsen. Euer 90-Liter-Waveboard ist im Mittelbereich nur 53 Zentimeter breit, der Freeride 115 knapp 58 Zentimeter. Das ist viel schmaler als herkömmliche Shapes. Wird das nicht sehr kipplig? Bezogen aufs gleiche Volumen sind unsere Shapes sogar kippstabiler, weil die breiteren Bug- und Heckpartien wie Stabilisatoren wirken. Das Deck im Bereich des Mastfußes ist allerdings nicht ganz so eben wie bei normalen Brettkonzepten, bei den ersten Manövern ist das etwas gewöhnungsbedürftig. Ansonsten sind die Boards aber auch auf der Geraden super easy zu surfen.

Shaper Benoit

Ihr bietet spezielle Shapes für Surfer-/innen unter 1,70 Meter Körpergröße an. Welche konkreten Anpassungen wurden bei diesen XS-Shapes gemacht? Wir sind sehr stolz auf diese Brettkonzepte. Es handelt sich dabei um komplett andere Shapes verglichen mit den übrigen MB-Modellen. Ausgehend von den typischen Segelgrößen, die leichte Surfer üblicherweise auf Boards eines bestimmten Volumens verwenden, haben wir zuerst die Schrittbreiten und Plugabstände angepasst. Statt der üblichen Schrittbreite von 54 bis 62 Zentimeter liegt diese bei unseren XS-Modellen bei 44,5 bis 55,5 Zentimetern. Auch die Plugabstände für die Schlaufen wurden auf elf Zentimeter reduziert, um mit kleinen Füßen mehr seitlichen Halt zu haben. Dies alles macht natürlich nur Sinn, wenn man auch die Finnen- und Mastfußposition anpasst und auch die Shapes überarbeitet. Das Ergebnis waren komplett neue Boards für kleine Leute – eine Zielgruppe, die von der Windsurfindustrie bisher nahezu komplett ausgespart wurde.

Wo werden eure Boards überhaupt gebaut? Die Entwicklungs- und Testarbeit findet in der Schweiz statt, gebaut werden unsere Bretter aber bei Flikka in Slowenien.

Seit kurzem habt ihr einen ebenso ausgeflippten wie international erfolgreichen Teamfahrer an Bord, Balz Müller... Stimmt. Als wir Balz kontaktierten, ob er nicht unser erster Teamfahrer werden wolle, waren wir gespannt, aber auch unsicher, ob er unsere Boards überhaupt mögen würde. Dass sie ihm gefallen haben, freut uns natürlich riesig und wir finden, dass er mit seiner innovativen und ausgeflippten Art zu surfen perfekt zu unserer Marke passt.

Weitere Infos zu MB-Boards findet ihr unter: www.mb-boards.com

Wasser ist nur geschmolzener Schnee – das könnte der Hintergedanke bei den ersten Prototypen von Mathias Bavaud gewesen sein.

Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe SURF 1-4/2018 können Sie in der SURF App (iTunes und Google Play) lesen – die Print-Ausgabe erhalten Sie hier.

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