Was macht Frank Spöttel? Was macht Frank Spöttel? Was macht Frank Spöttel?

Was macht Frank Spöttel?

  • Alois Mühlegger
 • Publiziert vor 8 Monaten

Der Münchner landete auf unterschiedlichen Brettern in seiner über 40-jährigen Regattakarriere fast immer auf vorderen Plätzen. Frank beherrscht auch Wavebords, ebenso das Fliegen auf dem Foil.

Begonnen hat die Erfolgsgeschichte von Frank Spöttel vor 45 Jahren in Seeshaupt am Starnberger See. Am Seegrundstück seiner Eltern lernte der damalige 470er-Segler das Surfen und arbeitete dann am Starnberger See und am Gardasee als Surflehrer. Die ersten Regattaerfolge stellten sich schnell ein. Bei der Windsurfer-Weltmeisterschaft in Griechenland 1979 bezwang er mit einem vierten Platz das erste Mal sein damaliges Idol und dreimaligen World Champion Robby Naish, der Fünfter wurde. 1980 kamen weitere große Erfolge dazu, vor Sardinien holte sich Frank den Weltmeister-Titel auf dem Mistral Competition. Auch im höheren Alter rissen die Erfolge nicht ab – mehrfacher Master-Weltmeister auf dem Raceboard. Frank ist ohne Zweifel Deutschlands ältester, erfolgreichster und noch aktiver Regattasurfer, der jetzt aufs olympische iQFOiL umstieg.

Du bist schon fast alle Bretter gesurft, vom Waveboard über sämtliche Longboards, selbst Tandem, warum jetzt noch der Umstieg aufs Foilboard? Was hat dich motiviert?

Nachdem ich die letzten Jahre in Ägypten etwas Kitesurfen gelernt habe, das mich aber nicht wirklich überzeugt hat, kam das Foilen im Windsurfbereich. Da ich gerne alle Ecken eines Revieres erkunde und man mit dem Foil unglaubliche Strecken zurücklegen kann, fand ich das sofort spannend. Außerdem kann man damit schon bei knapp drei Windstärken über den See gleiten, was bei unseren süddeutschen Windverhältnissen klasse ist.

Hast du dir schon wehgetan?

Letztes Jahr habe ich mir bei einer Bodystreet Firmenveranstaltung beim Bubble-Football das Kreuzband angerissen, sowie das Außenband und den Meniskus lädiert, kam aber um eine OP herum. Auch beim Foilen, wo ich meist mit Helm fahre, gibt es noch Kapitalstürze, wo ich schon Prellungen davontrug. Ansonsten hatte ich, außer meinem Rücken, der mich immer wieder plagt, keine großen Verletzungen.

Foilregatten – wird das auch noch ein Thema für dich?

Das kann gut sein. Dazu muss ich aber meine Performance noch steigern. Was mir allerdings dabei abgeht ist die taktische Variante, die bei allen schnellen Bootsklassen etwas auf der Strecke bleibt. Denn jedes Manöver kostet Zeit.

Ob mit dem langen Raceboard (Foto ganz oben) oder mit dem Foilboard wie am Walchensee (im Foto), Frank Spöttel ist mit 61 Jahren noch immer auf unterschiedlichen Boards aktiv.

Bleibt nun das lange Raceboard in der Garage?

Ja, meist bleibt es in der Garage, da ich aktuell lieber mit meinem neuen iQFOiL aufs Wasser gehe. Öfters auf dem Walchensee, der sich bei Sonnenschein, als thermisches Revier, dazu anbietet.

Wie lässt sich dein Job als Geschäftsführer von mehreren Unternehmen und deinen sonstigen sportlichen Aktivitäten unter einen Hut bringen?

Ich habe mir jeweils frühzeitig engagierte Partner mit ins Boot geholt, so dass ich aus dem Tagesgeschäft raus bin und mir so die Arbeit wetterabhängig ganz gut einteilen kann.

Was nimmst du aus deinem Regatta-­leben und deinen Erfolgen ins Berufsleben mit?

Mentale Stärke und Gelassenheit, wenn mal was nicht so läuft wie gedacht, was nicht nur in Coronazeiten sehr hilfreich ist.

Als Ausgleich zu deinen Regatten surfst du regelmäßig auf Teneriffa in der Welle. Was reizt dich da?

Ich habe seit einigen Jahren eine Wohnung auf Teneriffa, direkt am Meer. Wenn die Verhältnisse gut sind, besuche ich meinen Freund Klaus Gahmig, der mit Familie in El Medano erfolgreich das „Surfcenter Playa Sur“ betreibt. Dort bekomme ich dann ein kleines Brett mit Segel und gehe surfen. Völlig unkompliziert ohne Materialstress, wie ansonsten immer, einfach klasse. Ich liebe Teneriffa, da man dort auch im Winter, bei meist tollem Wetter, von Wandern, über Golfen bis zum Surfen, Kiten, Wellenreiten und vieles mehr machen kann.

Du bist auch als Golfer sehr erfolgreich? Wird das dein Sport für die nächsten Jahrzehnte?

Naja, wenn man mein aktuelles Handicap von 18,4 als erfolgreich bezeichnen möchte. Das Golfen benötigt sehr viel Zeit, ist aber ein faszinierender Sport, gerade auch im Alter. Man läuft durch schön angelegte Landschaften und ich genieße dabei die Ruhe, abseits jeglichem Alltagsstress. Aber auch die sportliche Variante ist nicht zu unterschätzen. Bei einer Runde über 18 Loch läuft man zirka zehn Kilometer, teilweise auf und ab, und versucht den Golfball jeweils über Hunderte, hindernisreiche Meter in das kleine Loch zu bringen. Das lehrt einem auch Demut.

Letzte Frage. Wie lange surfst du noch?

Wasser war schon immer mein Element. Ob auf oder unter Wasser, das macht mir alles sehr viel Spaß. Nur Schwimmen ist nicht so meines. Daher werde ich solange Surfen, wie es gesundheitlich möglich ist. Ich habe mir gerade auch einen „Windsurfer LT“ zugelegt. Diese neue Einheitsklasse hat weltweit Zulauf bekommen. Das 5,7 Quadratmeter „kleine“ Segel mit dem kippstabilen Brett, das sich auch zum Stand-up-Paddeln gut eignet, ist auch für ältere Windsurfer prädestiniert. Außerdem surft ihn auch meine Frau gerne und ich werde damit die ein oder andere Meisterschaft fahren.

Frank Spöttel, seit über 40 Jahren bei Regatten erfolgreich aktiv

INFO-BOX

  • Alter: 61 Jahre
  • Geboren: 7.4.1959
  • Wohnort: Krailling bei München
  • Beruf: Gesellschaftender Geschäftsführer einer Medienagentur und von drei Fitnessstudios „Bodystreet“
  • Größe/Gewicht: 175 cm/68 Kilo
  • Surft seit: 1976
  • Segelnummer: GER-114
  • Regattadebüt: 1977
  • Erfolge: 1979 4. Platz EM und WM Windsurfer, 5. Platz DM Windsurfer; 1980 Weltmeister Mistral, 3. Platz DM Windsurfer, 4. Platz WM Windsurfer; 1981 Deutscher Meister Olympiaklasse Windglider, 2. Platz EM Mistral, Offene Klasse und DM Windsurfer, 3. Platz EM Windglider; 1982 4. Platz WM Windsurfer, 3. Platz DM Windsurfer, DM Windglider, DM Offene Klasse; ab 2008 4 x Weltmeister und 1 x Europameister Master/Grand Master Raceboard, mehrmaliger Deutscher Team-Meister in der Surf-Bundesliga mit dem RSC Chiemsee
  • Lieblingsspots: Walchensee, Gardasee, Teneriffa, Hawaii
  • Lieblingsdisziplin: Waveriding
  • Hobbies: SUPen, Golf, Radfahren, Tischtennis, Reisen
  • Sponsoren: Hatte ich lange genug, brauche ich nicht mehr…

Themen: Frank SpöttelInterview


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